Statistik gewinnt keine Spiele

Austria Lustenau war gegen Wr. Neustadt in fast jeder Statistik vorne, verlor aber Match.
Lustenau. Ballbesitz, Zweikampfquote, Passquote, Flanken aus dem Spiel, Torschüsse und Schüsse auf das Tor – alles Facetten, die in einem Fußballspiel wichtig sind, um dieses zu gewinnen. Doch am Ende entscheiden dann doch wieder die einzelnen Akteure am Platz über Sieg oder Niederlage. Ein Umstand, den die Lustenauer Austria in den letzten drei Runden der Sky Go Ersten Liga am eigenen Leib verspüren musste.
Und die Partie gegen Wr. Neustadt hat dies auch wieder gespiegelt. Die Elf von Austria-Trainer Andreas Lipa lag, bis auf den Aspekt der Schüsse auf das Tor, in der Statistik in allen Bereichen vor den Gästen aus Niederösterreich. Ein Ballbesitz-Anteil der Grün-Weißen von 71 Prozent gegenüber von 29 Prozent der Neustädter. Dazu eine Passquote von 82 Prozent – für eine Zweitliga-Mannschaft ein beachtlich hoher Wert, der aufzeigt, dass die Austria in Sachen Spielaufbau klar die spielbestimmende Mannschaft war. Und dennoch verlor man im Reichshofstadion mit 2:3. Fußball kann gnadenlos sein. Denn am Ende waren es individuelle Fehler, die die zweite Heimpleite in Folge auslösten. Beim Ausgleichstreffer zum 1:1 durch Hamdi Salihi (11.) waren Stellungsfehler von Martin Grasegger und Christoph Kobleder schuld, dass der Neustadt-Goalgetter unbedrängt innerhalb des Fünf-Meter-Raumes einnetzen konnte. Dem Treffer zum 1:2 durch einen Elfmeter von Salihi ging ein Patzer von Tormann Nicolas Mohr voraus, der einen sicher geglaubten Ball fallen ließ, und darauf die Notbremse zog. Und beim 1:3 ließ Austrias brasilianischer Abwehrrecke William Neustadts Stefan Hager nach einer Ecke ohne große Gegenwehr einköpfen.
Schmerzhafter Spielverlauf
Bitter, weil gerade Kobleder am Freitag eine mehr als tadellose Partie lieferte. Mit 93 Ballaktionen die meisten am ganzen Spielfeld, dazu eine Zweikampfquote von 89 Prozent. Topwerte für den Kapitän, aber eben im entscheidenden Moment nicht am gegnerischen Stürmer dran. Genauso wie William, der in den letzten Partien immer Zweikampfquoten über 80 Prozent aufweisen konnte, beim Hager-Kopfball aber nicht am Mann war. Austria-Coach Andi Lipa, früher selbst Abwehrspieler, haderte nach dem Neustadt-Spiel etwas mit dem Schicksal: „Natürlich tut es weh, wenn man das Match in der Hand hat und es durch individuelle Fehler hergibt. Aber ich mache niemandem einen Vorwurf. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich, als Abwehrspieler darfst du eben keine Fehler machen, sonst klingelt es. Es ist nur schade, dass sich die Spieler nicht belohnt haben für ihre gute Leistung.“
Lipa blickt dennoch positiv in die Zukunft, ist von seinem Team überzeugt. Die Offensiv-Abteilung konnte in drei Spielen immerhin schon sieben Tore erzielen, „und wenn wir die individuellen Fehler in Zukunft abstellen, werden wir mit Sicherheit unsere Spiele wieder gewinnen“, so der Austria-Trainer. Am Dienstag gegen Wacker Innsbruck gibt es bereits die nächste Chance dazu.
Es ist schade, dass sich die Spieler nicht selbst belohnt haben.
andreas lipa
Fußball
Die Zahlen zum Spiel
SC Austria Lustenau SC Wr. Neustadt
16 Schüsse gesamt 9
3 Schüsse auf das Tor 5
71 % Ballbesitz 29 %
6 Ecken 5
13 Flanken aus dem Spiel 8
50 % Zweikampfquote 50 %
3 Abseits 2
82 % Passquote 60 %
13 Fouls 22