Hütter sagt Ja zur „Mission Titel“

Sport / 09.11.2017 • 23:07 Uhr
Der Schweizer Tabellenführer YB Bern veröffentlichte ein Interview mit Adi Hütter.
Der Schweizer Tabellenführer YB Bern veröffentlichte ein Interview mit Adi Hütter.

Vorarlberger verlängert vorzeitig seinen Vertrag bei Young Boys Bern bis Juni 2019.

Bern Medial, so sagt Adi Hütter im VN-Gespräch, seien die vergangenen Wochen mit der Berichterstattung um seine Person sehr intensiv gewesen. Deshalb habe er bewusst jetzt ein Zeichen setzen wollen. „Der Klub und ich haben große Ziele, die wir gemeinsam verfolgen.“ Vor allem der Gewinn des Meistertitels wäre wohl die Krönung der bisherigen Trainerkarriere des 47-Jährigen. „Die ganze Stadt sehnt sich danach“, weiß Hütter, der sich in der Schweizer Hauptstadt, wo Fußball und Eishockey bei Heimspielen jeweils weit mehr als 10.000 Fans in die Stadion locken, sehr wohl.

Zuletzt war der Name des Vorarlbergers sowohl bei der Suche nach einem österreichischen Nationaltrainer als auch in der Nachfolgeregelung beim deutschen Bundesligaklub SV Werder Bremen gefallen. „Es ist sehr erfreulich, wenn meine Arbeit wahrgenommen wird“, will Hütter gar nicht auf Details eingehen. Für ihn ist wichtig, eingeschlagene Wege zu Ende zu gehen. Drei Jahre baute er in Altach eine völlig neue Mannschaft, aus der mit Philipp Netzer, Martin Kobras und Andreas Lienhart noch heute ein Trio eine starke Rolle spielt. Danach führte er Grödig zum Meistertitel, nahm die Herausforderung Salzburg an und ging nach dem Doublegewinn von selber, weil er kein „Ausbildungstrainer“ mehr sein wollte.

In Bern hat Vorarlbergs Trainer des Jahres 2016 in den knapp über zwei Jahren, die er nun tätig ist, das Team kontinuierlich umgebaut. Junge, hungrige Spieler wurden geholt. So konnte selbst der langzeitverletzte Topstürmer Guillaume Hoarau (33) – Hütter: „Vielleicht kann er noch ein, zwei Spiele im Herbst machen“ – ersetzt werden. Fünf Neue hat der Coach in dieser Saison in die Stammelf integriert, darunter auch den Ex-Altacher Nicolas Moumi Ngamaleu (23). Erfolgreich, wie die bislang 25 Saisonspiele zeigen, denn die Young Boys führen die Tabelle der Schweizer Super League mit sieben Punkten Vorsprung auf Abonnementmeister Basel an. Insgesamt zehn Teamspieler stehen im Kader von YB, gerade mal zehn verbleiben derzeit im Training in der Länderspielpause. All das ist mit ein Grund, dass ab heute über das Wochenende trainingsfrei ist.

Nach acht Jahren im Trainergeschäft sagt Hütter über sich selbst: „Ich habe das Handwerk von der Pike auf gelernt. Der Job macht mir Riesenspaß.“ In all den Jahren habe er viel reflektiert, analysiert und sich weiterentwickelt. „Ich mache heute weniger Fehler, bin sicherlich ein Stück gelassener.“ Die nunmehr schon 370 Pflichtspiele im Profibereich sowie 30 internationale Auftritte haben dazu beigetragen.

„Nach den unruhigen letzten Wochen war es mir wichtig, ein Zeichen zu setzen.“