Mit modischem Outfit zu Olympiabronze
Als Topfavoritin 1948 in St. Moritz etwas unter Wert geschlagen.
hirschegg In den ersten Nachkriegsjahren, als noch recht wenige internationale Konkurrenzen ausgetragen wurden, war Resi Hammerer unbestritten eine der weltbesten Skiläuferinnen. Im Verlauf der Saison 1946/47 manövrierte sich die Kleinwalsertalerin aus Hirschegg ungewollt in die Favoritenrolle für die Olympischen Spiele 1948, als sie bei den Rennen um das „Weiße Band“ an gleicher Stelle, sozusagen als olympische Generalprobe, Abfahrt und Kombination gewann.
Wie schon in der vorolympischen Saison bestritt Hammerer, die damals auch häufig durch extravagante modische Outfits auffiel, auch im Olympiawinter nur wenige Rennen. Die 22-Jährige blieb die gesamte Saison hindurch ohne einen großen Sieg, konnte sich aber doch für die österreichische Olympiaauswahl qualifizieren.
Schon der erste Wettbewerb in St. Moritz war für die Kleinwalsertalerin der wichtigste, galt die Abfahrtsspezialistin doch wegen ihres Vorjahreserfolgs auf der anspruchsvollen 2135 m langen Corviglia-Strecke vom Piz Nair als eine der großen Favoritinnen.
Als Erste der Medaillenkandidatinnen startete Trude Beiser, die sich zwar an die Spitze setzte, aber bereits von der nächsten Läuferin Hedy Schlunegger verdrängt wurde. Dann folgte Hammerer, die am Eingang zum Kanonenrohr etwas zu stark bremste und damit ihre Siegchancen vergab. Im Ziel hatte sie auf Platz drei 1,9 Sekunden Rückstand auf die Schweizerin, die sich überraschend Gold sichern konnte. Da die routinierte Celina Seghi und die Schweizerin Lina Mittner nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen konnten, war auch für die Kleinwalsertalerin der Medaillengewinn Gewissheit geworden. Auch wenn es nicht die insgeheim erhoffte Goldene war, nahm sie sportlich fair zur Kenntnis, dass an diesem Tag zwei andere besser waren.
Die Hoffnung auf eine weitere Medaille in der Kombination erfüllte sich zwei Tage später nicht; nach einem schwachen Slalom wurde sie nur enttäuschende Zwölfte. Der siebte Platz im Spezialslalom war gewissermaßen Wiedergutmachung, hatte Hammerer damit doch bewiesen, dass sie auch ganz gut Slalom fahren konnte. OS
Zur Person
resi hammerer
wurde bei den Olympischen Spielen 1948 Dritte in der Abfahrt.
Geboren 18. Februar 1925
Gestorben 14. Juni 2010
Wohnort Hirschegg
größte erfolge
Olympische Spiele:
1948: Dritte Abfahrt, Siebte Slalom, Zwölfte Kombination
Weltmeisterschaften:
1948: Dritte Abfahrt, Siebte Slalom Zwölfte Kombination
1950: Siebte Riesenslalom, Achte Slalom, Zehnte Abfahrt
Wichtige Siege bei FIS-Rennen:
St. Moritz 1947 AL und K („weißes Band“), Kitzbühel 1949 AL, Sugar Bowl 1950 RS