Ranking der Skimarken – so erfolgreich war Head

Sport / 27.03.2019 • 13:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit Lindsey Vonn und Aksel Lund Svindal hat Head-Rennsportchef Rainer Salzgeber zwei Zugpferde verloren. GEPA

Head-Rennsportleiter Rainer Salzgeber kritisiert das Weltcupprogramm.

Kennelbach Head bleibt im alpinen Skiweltcup die Nummer eins unter den Skiherstellern. Die Mannschaft von Rennsportleiter Rainer Salzgeber gewann die Gesamtwertung mit 7200 Punkten vor Rossignol (6740) und Atomic (6055). Auch bei den Herren hatten die Kennelbacher die Nase vorne, bei den Damen musste man Rossignol den Vortritt lassen. „Viel Luft haben wir nicht“, weiß Salzgeber. Rossignol steht in den technischen Disziplinen sehr gut da, wir im schnellen Bereich.“ Zum achten Mal in den vergangenen neun Jahren beendet Head die Saison als Branchenführer.

Den Markt anschauen

An die zehn Läuferinnen und Läufer „auf gutem Niveau“ musste der 51-Jährige in der abgelaufenen Skisaison vorgeben. „Das ist auf jeden Fall zu viel. Die Ausfälle von Anna Veith, Stephanie Brunner oder Cornelia Hütter haben uns weh getan, auch Lindsey Vonn war ja nicht voll auf Touren“, war Salzgebers Equipe von der Verletzungsmisere besonders betroffen. Bitter gestaltete sich das Saisonfinale in Soldeu: Mit der ehemaligen Weltcupsiegerin Gut-Behrami und Ragnhild Mowinckel zogen sich die nächsten zwei Topfahrerinnen schwere Knieverletzungen zu, die sie wohl auch in der nächsten Saison belasten werden.

„Gerade bei den Damen war das Programm am Rand des Machbaren“, sieht Salzgeber Handlungsbedarf, was den Terminkalender betrifft. Stockholm, Crans Montana, Sotschi, Spindlermühle und das Weltcupfinale in Soldeu seien nach der WM in Aare fünf Stationen innerhalb eines Monats mit einem großen Reisefaktor gewesen. Ähnlich bei den Herren: „Ein Läufer wie Alexis Pinturault, der alle Disziplinen fährt, muss am Wochenende in Garmisch fahren, sitzt dann wegen eines Schneesturms in München fest und soll am Mittwoch bei der Hangbefahrung für den WM-Super-G in Aare dabei sein. Diese Planung ist haarsträubend. Für einen Funktionär mit Reisegepäck geht es vielleicht.“

Im Head-Rennstall haben die Technikerinnen den Speed-Damen den Rang abgelaufen. „Es war wirklich eine dürftige Saison in den schnellen Disziplinen“, gibt Salzgeber zu. „Der Start war nicht schlecht, aber dann fiel Hütter aus, Gut war nicht in Form, Tina Weirather nur im Super-G vorne dabei.“ Das verlorene Terrain konnte von Wendy Holdener und Anna Swenn Larsson wettgemacht werden.
Mit den Rücktritten von Vonn und Aksel Lund Svindal sind bei Head zwei Toppositionen neu zu besetzen. Salzgeber: „Es kommt jetzt eine Saison ohne Großereignis. Interessante Läufer sind in laufenden Verträgen, im nächsten Jahr könnte sich da vielleicht etwas tun. Ich bin aber über diese Situation nicht unglücklich, wir können uns den Markt in Ruhe anschauen. Außerdem sind wir in vielen Bereichen ausgereizt, teilweise verliert man sich.“

Mit Pinturault und Holdener habe man Athleten, die im Gesamtweltcup vorne mitmischen können. „Wenn die Protagonisten Hirscher und Shiffrin schwächeln sollten, wollen wir unsere Chance nutzen“, sagt Salzgeber. Bei Head werde man sich vermehrt auch der zweiten Ebene und der Talentesichtung widmen. „Unser Jugendprogramm in Österreich, der Schweiz, Deutschland oder Norwegen, teilweise auch in Italien, ist sehr gut. In Vorarlberg haben wir mit Nina Ortlieb, Ariane Rädler, Magdalena Egger und Amanda Salzgeber Zukunftshoffnungen mit großem Potenzial. Es wird unser Ziel sein, den jungen Leuten im Europacup ganzheitlich Betreuung zu bieten. Oft bleibt zu wenig Zeit, um den Athleten auf der zweiten Ebene das Gesamtpaket mit Ski, Schuh, Bindung, Platte abzustimmen. Da wollen wir mehr Hilfestellung geben.“ Umstrukturierungen wird Salzgeber im Service vornehmen, so wird u. a. der bisherige Vonn-Betreuer Heinz Hämmerle eine neue Aufgabe bekommen.