Rund-Um-Langstreckenregatta: Nervenkitzel bis zur Ziellinie

Sport / 23.06.2019 • 21:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Fritz Trippolt und seine Skinfitcrew in voller Fahrt und bei der Siegerehrung nach dem Triumph bei der 69. Rund-Um-Nachtlangstreckenregatta am Bodensee. LINDAUDER SEGLERCLUB

Lindau „Eigentlich war ich der Meinung, dass so ein Nervenkitzel in meinem Alter nicht mehr notwendig ist. Als wir wenige Kilometer vor dem Ziel in Führung liegend ein Flautenloch erwischten, kamen die Gedanken an die letztjährige Auflage in Erinnerung. Ich dachte mir, das darf doch nicht wahr sein und wir werden erneut auf der Zielgeraden abgefangen“, beschreibt Fritz Trippolt die Gedanken im Finish der Rund-Um-Nachtlangstreckenregatta.

Fritz Trippolt (l.) mit seiner Skinfitcrew, bestehend aus Matthias Luger, Julius und Max Trippolt, Jeroen Veraar, Reto Waeffler und Felix Ertel, bei der Siegerehrung. Ober-Schäffler

Doch dann griff der vor wenigen Tagen 62 Jahre alt gewordende Skipper des YC Bregenz noch einmal ganz tief in die Trickkiste, erkannte eine leichte Brise und sicherte sich mit seiner Skinfit-Crew mit einem Herzschlagfinale den Sieg bei der prestigeträchtigen Regatta mit Start und Ziel vor Lindau. Auf den letzten 600 Metern der rund 100 km langen Strecke überflügelte Trippolt mit seinem Highspeedkatamaran die Konkurrenz und überquerte mit 1:12 Minuten Vorsprung die Ziellinie. Für den YC-Bregenz-Skipper und seine Crew, bestehend aus Matthias Luger, Julius und Max Trippolt, Jeroen Veraar, Reto Waeffler und Felix Ertel, war es nach 2004 und 2017 der dritte Triumph bei der Rund Um und ganz sicher einer der emotionalsten Momente. „Einerseits liegt es daran, dass meine Söhne Max und Julius dabei waren. Anderseits aber auch deshalb, weil es vielleicht die letzte Chance war, mit der Skinfit zu gewinnen. Ende des Jahres endet die Sponsorvereinbarung und von ihr hängt es ab, ob ich den Highspeedkatamaran weiterverwenden kann oder verkaufen muss.“

Vorarlberger Top-3-Plätze in den Klassenwertungen

In den Klassenwertungen gab es für die heimischen Segler zahlreiche Podestpätze. Wolfgang Mähr (YC Bregenz), Vater von Olympiakandidat Lukas Mähr, gewann die 8mR-Klasse, Dietmar Lenz (YC Rheindelta) entschied die ORC-2-Klasse für sich, und Klubkollege Dietmar Salzmann war Schnellster in der Klasse der unvermessenen Yachten. Walter Kathan (MBSV Rheindelta) holte Rang eins in der Yardstick-3-Wertung. Jeweils Zweite wurden Michael Ewart (ORC 1), Horst Zimmermann (Seascap 27), Felix Bachmeister (Yardstick 2). Komplettiert werden die Top-3-Plätze durch Thomas Hackspiel als Dritten in der ORC-2-Klasse.