VN-Fußballexperte Dieter Alge über den FC Dornbirn: Gezielt verstärkt

Nach einer bemerkenswerten Saison mit dem Meistertitel in der Regionalliga West sowie dem VFV-Cupsieg begann für die Kicker des FC Dornbirn am 27. Juni die Vorbereitung auf die heute startende 2.-Liga-Saison. Coach Markus Mader gönnte seiner Meisterelf absichtlich eine längere Pause und plante lediglich drei Testspiele ein. Zwei Niederlagen und ein Sieg standen am Ende zu Buche. Auf dem Transfermarkt hielt der Klub Ausschau auf junge Vorarlberger und mit Torhüter Lucas Bundschuh (23) sowie Maurice Mathis (20) wurde er auch fündig. Weiters konnte mit Egzon Shabani (27) von Rapperswil-Jona ein interessanter Spieler für die Außenbahnen verpflichtet werden. Getrübt wurde die Vorbereitung von der Verletzung von Timo Friedrich (21), der von Ortsrivale Austria Lustenau nach Dornbirn übersiedelte.
Klare Spielanlage
Ansonsten wird beim FC Dornbirn auch eine Etage höher auf viel Bewährtes gesetzt: Eine klare Spielphilosophie im flachen 4-4-2 sowie ein eingeschworenes Mannschaftsgefüge sollen auch in der 2. Liga zum Erfolg führen. Entscheidend für mich: Der Aufsteiger benötigt keine Anlaufzeit. Bereits beim Test gegen Bundesligist Altach habe ich eine kompakte Elf auf dem Platz gesehen, in der die Automatismen passen. Nach Ballverlust wird sofort umgeschaltet, die Spieler kommen schnell hinter den Ball und machen so die Räume für die Gegner eng. Vor der Viererabwehr sorgen Kapitän Aaron Kircher (27) und Christoph Domig (27) im Mittelfeld für Ordnung. Im Angriff bringt Goalgetter Ygor Carvalho (28) viel Wucht mit, sein Sturmpartner Lukas Fridrikas (21) ist mit einer guten Technik sowie viel Geschwindigkeit ausgestattet. Auf einen richtigen Spielmacher wird verzichtet.
Es ist gut zu erkennen, dass beim Spielaufbau des Gegners ein situatives Mittelfeld- bzw. Angriffs-Pressing betrieben wird. Der eigene Spielaufbau wird oft mit hohen Diagonalbällen betrieben, um so das Spiel breit zu machen. Schwächen habe ich bei Ballbesitz erkannt. Unter Druck agiert die Mannschaft zudem noch zu hektisch, das Passspiel wird ungenau und so gehen viele Bälle leichtfertig verloren.
Mein Fazit: Der FC Dornbirn wird meiner Meinung nach eine gute Figur in der 2. Liga machen. Der Vorteil, als eingespieltes Team in die Meisterschaft zu gehen, wird sich positiv bemerkbar machen. Eine große Herausforderung wird für die Spieler, die ja fast alle im Berufsleben stehen, die höhere Intensität der Spiele.