Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Ein Gesicht, das gefällt

Sport / 10.09.2019 • 20:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Österreichs Fußballer haben sich Respekt verschafft. Nicht mit Sprüchen haben sie überzeugt, sondern mit Leistung. Die Foda-Schützlinge zeigen aktuell ein neues Gesicht und wirken dabei erfrischend geeint. In den Katakomben des Nationalstadions war das neue Selbstverständnis dann auch greifbar. Ob im Gespräch mit Polens Teamchef Jerzy Brzęczek, der in höchsten Tönen über die ÖFB-Elf referierte. In Polen, so sagte er, sei die Relation zwischen Anspruch und Wirklichkeit inzwischen überdimensional groß. Österreich hingegen, so meinte der 48-Jährige, sei seiner Heimat in fußballerischer Hinsicht voraus.

Schöne Worte aus dem Munde des ehemaligen Österreich-Legionärs. Immerhin ist Polen dreimaliger EM-Teilnehmer und war bei acht WM-Endrunden dabei. Dass seine Worte treffend waren, hatten die 90 Minuten zuvor gezeigt. Dominant wie selten zuvor, selbstbewusst und am Ende auch, ob der fehlenden Effizienz, selbstkritisch. Das ist das neue Gesicht des rot-weiß-roten Teams – und das gefällt. Was zudem auffiel? Franco Foda hat es geschafft, die Spieler ihre Stärken in ihren angestammten Klub-Positionen einbringen zu lassen und so dem Team eine Spieldominanz inhaliert, die die Hoffnung auf eine dritte EM-Teilnahme nährt. Zumal mit den verletzten Xaver Schlager und Hannes Wolf dann auch zwei weitere Stützen eine Rolle spielen könnten. Bleibt allein Marko Arnautovic als brodelnder Vulkan. Zuweilen aufreizend, als Fußballer genial, aber nur bedingt teamfähig. Hier wird Foda auf dem EM-Weg ein besonders gutes Händchen und Feingefühl abverlangt werden.

Christian Adam

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