Badminton: Bühne frei für die aufstrebende Generation

Sport / 26.09.2019 • 19:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Zwei Leistungsträger im Team des Raiffeisen UBSC Wolfurt: Spielertrainer René Nichterwitz-Erath (l.) und Youngster Kilian Meusburger. VN/STIPLOVSEK

Nach Verjüngungskur starten Wolfurt und Feldkirch mit Derby in Badminton-Bundesliga.

Wolfurt, Feldkirch Die am Samstag mit dem Ländle-Derby in Feldkirch (15 Uhr, Oberauhalle) beginnende und seit 1969 zum 32. Mal ausgetragene Badminton-Bundesliga wird aus Vorarlberger Sicht zur großen Bühne für die aufstrebende Generation. Sowohl beim Raiffeisen UBSC Wolfurt als auch beim BC Montfort Feldkirch wird nach zahlreichen personellen Veränderungen die junge Garde forciert.

Neuorientierung durch Rückzüge

Nach den Titelgewinnen in den Jahren 2016 und 2017, den Vizemeistertiteln 2012, 2013 und 2018 und insgesamt acht Top-3-Plätzen in Serie werden beim Raiffeisen UBSC Wolfurt die Karten neu gemischt. Leihspieler Leon Seiwald aus Graz wechselte zum TSV 1906 Freystadt in die erste Deutsche Bundesliga, die beiden Routiniers Jan Sedlmayr (30) und Matthias Bertsch (29) werden sich in kleinen Schritten zurückziehen und nur noch im Notfall aushelfen. Dazu kommt, dass 2016-Olympiastarter David Obernosterer (30) nun definitiv das Racket in die Ecke gestellt hat und seinen Fokus primär auf seinen beruflichen Werdegang und daneben auf die Agenden als Sportkoordinator im Vorarlberger Fachverband richtet. Aus diesem Grund waren Spielertrainer René Nichterwitz-Erath und Teammanager Michael Vonmetz gezwungen, die Abgänge zu kompensieren. Mit dem Slowenen Andraz Krapez (22) wurde eine neue Nummer eins verpflichtet, zudem wechselt ÖBV-Teamspieler Philip Birker von Vizemeister Pressbaum zu Wolfurt. „Um vorne mitspielen zu können, waren wir gezwungen, die Verpflichtungen zu tätigen. Primäres Vorhaben des Vereins ist es aber weiter, die Eigenbauspieler mit Kilian Meusburger an der Spitze zu entwickeln und an die nationale Spitze heranzuführen“, betont Vonmetz.

Auch in der Damenfraktion der Equipe aus der Hofsteiggemeinde kam es zu einem Umbruch: Alexandra Mathis (27) steht nur als Back up zur Verfügung und Raphaela Winkler wird aus Ausbildungsgründen diese Saison nur sporadisch zur Verfügung stehen. Dafür feiert die mittlerweile wieder in ihrer Heimat lebende Tina Adler (vormals Kodric) nach ihrer zweijährigen Babypause ihr Comeback. Allerdings wird Adler so wie 2016-Olympiastarterin Elisabeth Obernosterer (aufgrund einer familiären Verpflichtung) im Derby gegen Feldkirch fehlen.

Als primäres Ziel hat man sich bei Wolfurt das Errreichen des Halbfinales gesetzt. „Wenn es am Ende mehr wird, sind wir sicher nicht traurig“, so Spielertrainer Nichterwitz-Erath abschließend.

Michael Giesinger nun Spielertrainer

Zumindest von der Vorgabe nicht so hoch angesiedelt ist das Saisonziel des BC Montfort Feldkirch. „Nach der Zitterpartie im Kampf um den Klassenerhalt in der letzten Saison blicken wir nach vorne und wollen uns nicht verschlechtern“, erklärt Mannschaftsführerin Verena Fastenbauer. Die täglichen Agenden im Trainingsbetrieb leitet seit Sommer Michael Giesinger. Nach drei Jahren im ÖBV-Stützpunkt in Wien hat der 22-Jährige seine internationale Karriere beendet und will sich auf die Tätigkeit bei seinem Stammverein konzentrieren. Mit Rüdiger Gnedt (29) und Simon Rebhandl (25) wurde der Abgang des Legionärsduos Aljosa und Urban Turk kompensiert.

Das Feldkircher Paradedoppel Sabrina Herbst (l.) und Serena Au Yeong ist Geschichte: Au Yeong wechselte zum TSV Freystadt in die Deutsche Bundesliga. Steurer

Bei den Damen hat Nationalteamspielerin Serena Au Yeong (19) den Verein in Richtung Deutschland verlassen und will in der dortigen Eliteklasse beim TSV Freystadt (Oberpfalz) die notwendige Spielpraxis sammeln, um auf europäischer Ebene den nächsten Schritt nach vorne zu realisieren. Als Ersatz für Au Yeong wurde Urska Polc verpflichtet. Die noch 26-Jährige wurde 2011 und 2012 zusammen mit Tina Kodric slowenische Meisterin im Damendoppel.

So wie in Wolfurt will man sich auch in Feldkirch die seit vielen Jahren ausgezeichnete Nachwuchsarbeit im Vorarlberger Verband zunutze machen und hat Lena Rumpold (14) und Simon Bailoni (15) in den Kader genommen. Ebenfalls neu im Feldkircher Bundesligakader steht der Bludenzer Emanuel Schöpf, einer der weltbesten Racketlonspieler.

Kader Raiffeisen UBSC Wolfurt
Damen:
Elisabeth Obernosterer (3. 8. 1990), Tina Adler (SLO, 7. 5. 1991), Anna Hagspiel (19. 8. 2001), Lena Kremmel (3. 4. 2001), Alexandra Mathis (5. 2. 1992), Raphaela Winkler (5. 3. 2000)
Herren: Andraz Krapez (SLO, 12. 1. 1997), Matevz Bajuk (SLO, 29. 9. 1990), Kilian Meusburger (4. 12. 2000), Philip Birker (8. 5., 1998), René Nichterwitz (GER, 19. 9. 1985, zugleich Spielertrainer), Jan Sedlmayr (26. 5. 1989), Matthias Bertsch (12. 3. 1990)

Kader BC Montfort Feldkirch
Damen:
Urska Polc (SLO, 28. 10. 1992), Natalie Herbst (23. 3. 1998), Sabrina Herbst (8. 7. 2000), Lena Rumpold (8. 12. 2004), Leonie Tanriöver (29. 12. 1985)
Herren: Michael Giesinger (2. 11. 1996, zugleich Spielertrainer), Rüdiger Gnedt (4. 9. 1990), Fabian Steurer (16. 9. 1991), Simon Rebhandl (22. 4. 1994), Andreas Bittner (3. 10. 1999), Julian Schmid (30. 8. 1995), Simon Bailoni (4. 5. 2004), Luca Dobler (15. 9. 2000), Emanuel Schöpf (29. 8. 1997)