Dopingsünder Baldauf muss sich vor Gericht verantworten

Sport / 10.10.2019 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dominik Baldauf muss sich vor Gericht wegen schwerem gewerbsmäßigem Betrug verantworten. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. APA

Ex-Langläufer drohen bis zu fünf Jahre Haft und saftige Rückzahlungsforderungen von Fördergeldern.

Bregenz Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat in der sogenannten Operation Aderlass nun auch gegen den 27-jährigen Sulzberger Dominik Baldauf Anklage erhoben. Gewerbsmäßig schwerer Sportbetrug lautet der Vorwurf, der von der Staatsanwaltschaft erhoben wird. Die Anklageschrift ist noch nicht rechtskräftig, ein Verhandlungstermin steht deswegen auch noch nicht fest, erklärte Staatsanwaltschaftssprecher Hansjörg Mayr. Baldauf hat sich umfassend geständig gezeigt.

50.000 Euro Rückzahlungen?

Dem Sulzberger wird vorgeworfen, in den Jahren zwischen 2016 bis zur Nordischen WM in Seefeld Ende Februar 2019 Blutdoping praktiziert zu haben. Bei der Durchführung wurde er vom deutschen Arzt Mark S. und dessen Helfern behandelt. In Seefeld nahm die Polizei Dominik Baldauf und dessen Mannschaftskollegen Max Hauke vorübergehend fest. Gegen Hauke wurde bereits ebenfalls wegen gewerbsmäßigem schwerem Betrug Anklage erhoben.

Baldauf drohten nicht nur eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren, sondern laut APA auch Rückzahlungen von zu Unrecht bezogenen Leistungen in Höhe von 50.000 Euro.

Land definiert Forderungen

Wie die VN im April dieses Jahres recherchierten, erhielt Baldauf während seiner gesamten Langlaufkarriere allein vom Land Vorarlberg insgesamt 26.900 Euro an Förderungen. Einen Teil davon wird er zurückzahlen müssen. „Wir sind gerade dran, festzulegen, wie viel wir von Baldauf zurückfordern werden“, gab der Sportreferatsleiter des Landes, Michael Zangerl (55), gegenüber den VN bekannt. In etwa einem Monat will man die exakte Summe definiert haben, erklärte Zangerl weiter. Gleichzeitg betont der oberste Beamte für den Bereich Sport: „Diese Forderung hat nichts mit der strafrechtlichen Relevanz des Falles zu tun.“

„Er war ein Idol“

Mit wenig Freude, aber gefasst hat man beim Vorarlberger Skiverband die nun erhobene Klage gegen das ehemalige Aushängeschild im Langlauf aufgenommen. „Wir sind froh, dass wir unmittelbar nach Auffliegen der Affäre von uns aus mit Eltern und Vereinen Kontakt aufgenommen haben, um klar aufzuzeigen, dass wir mit solchen Machenschaften nichts am Hut haben“, kommentiert Christoph Kraxner (39), Verantwortlicher für den Nordischen Bereich im VSV, die jüngsten Entwicklungen. Und weiter: „Baldauf war ein Idol für unsere Jungen und für sie auch immer greifbar, wenn er sich in Vorarlberg zum Training befand. Die aktuellen Ereignisse kommen für uns nicht überraschend, aber sie sind natürlich trotzdem nicht unbedingt förderlich für unser Image.“