Von Äulen, Bettlern und Hausgemachtem

Sport / 25.10.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kein Vollbad, aber ein Badsanierer gleichen Namens ist seit Jahren Unterstützer beim FC Götzis. VN-Stiplovsek
Kein Vollbad, aber ein Badsanierer gleichen Namens ist seit Jahren Unterstützer beim FC Götzis. VN-Stiplovsek

Die VN-Sportredaktion hat sich im Fußball-Unterhaus die Klubnamen angeschaut und eine Hitliste erstellt.

Schwarzach Gut drei Viertel der fast 70 heimischen Amateurfußballklubs haben einen eigenen Namenssponsor. Dabei wird nicht immer nur die Kampfmannschaft unterstützt, vielfach ist es auch die gute Nachwuchsarbeit, die dem Klub in einer Gemeinde den Sponsor beschert. Aufgrund finanzieller Zuwendungen scheuen die Klubfunktionäre dann auch nicht vor teilweise skurrilen Namensgebungen zurück. Schon ein wenig Kultstatus hat der 1972, angeblich aus einer Bierlaune heraus, gegründete Bettler Äule Stars, heute FC Beschling Bettler Äule. Seit Jahren spielt der Verein in der 5. Landesklasse Oberland. „Unser Vereinsname wurde im Land schon mehrfach ausgezeichnet. Im Oberland haben wir Kultstatus“, erzählt Obmannstellvertreter Peter Koch nicht ganz ohne Stolz. Der Name ist etwas Besonderes, doch wie ist er entstanden? „Die sechs Gründungsmitglieder sind bei ihrem ersten Match, einem Spiel im Galina Wald (Anm. d. Red.: Ortsteil von Nenzing) wie Bettler aufgelaufen“, weiß Koch. Stolz sei man beim Hobbyklub nunmehr auch auf das klubeigene Vereinshaus.

Das Firmenlogo von Reini’s Hausgemachtes ist voll lustig. Und die finanzielle Zuwendung für uns Gold wert.

Patrick Schuchter, Kennelbach-Kassier und Sportchef

Appetithappen

Für Schmunzeln sorgen auch Namen wie Bock‘s Restaurant by Drissner Klostertal oder Reini‘s Hausgemachtes Kennelbach. „Das Firmenlogo ist lustig und die finanzielle Unterstützung für unseren Klub ist Gold wert“, sagt Kennelbach-Kassier Patrick Schuchter. Erst vor wenigen Wochen hat der Sponsor ein Knödelfest organisiert, das eine beträchtliche Summe in die Klubkasse spülte. Zustandegekommen ist die Zusammenarbeit durch Patrick Simma, Sohn des Geschäftsführers und Spieler in Kennelbach. Im Klostertal hat sich ausgerechnet Tischler Martin Drißner den Traum eines Restaurant erfüllt. „Für uns war es nicht leicht, einen Sponsor zu finden“, erzählt Klostertal-Obmann Florian Seher. Jetzt habe man doppelt reüssiert: Einen Sponsor und ein Gasthaus für Klubfeiern. „Unser Vereinsname macht Lust und Appetit auf mehr“, so Seher.

Die fieberhafte Suche hat sich für uns gelohnt. Die Zusammenarbeit wurde vorerst auf drei Jahre vereinbart. Wir werden Vereinsfeiern bei unserem neuen Hauptsponsor austragen.

Florian Seher, Obmann Bock’s Restaurant by Drißner FC Klostertal

Im Grenzort Meiningen hat man sich in die Schweiz orientiert. Die Firma CHT Austria mit ihrer Filiale direkt neben dem Fußballplatz angesiedelt, unterstützt den Klub schon mehr als zehn Jahre. Laut Prokurist Walter Anton war es der Geschäftsleitung ein besonderes Anliegen, den SK Meiningen in seiner Nachwuchsarbeit zu unterstützen. Im Skital Montafon haben sich gleich zwei Orte, Gaschurn und St. Gallenkirch, unter dem Namen Gargellner Bergbahnen zusammengeschlossen. In Hohenweiler sind es die Töchter des Geschäftsführers von Dietrich Luft&Klima, die dem Vereinen einen neuen Sponsor bescherten. „Eigentlich ist der Sitz der Firma in Lauterach, aber dank der beiden Spielerinnen ist diese Zusammenarbeit zustande gekommen“, sagt Obmann Reinold Lässer. VN-tk

Fussball

Die Top 10 der skurrilsten Sponsornamen im Vorarlberger Amateurfußball*

1. FC Beschling Bettler Äule

2. Bock‘s Restaurant by Drißner FC Klostertal

3. Reini‘s Hausgemachtes FC Kennelbach

4. SPG Gargellner Bergbahnen Hochmontafon

5. Schnitzelhaus SC Tisis

6. Vollbad FC Götzis

7. SK CHT Austria Meiningen

8. Dietrich Luft&Klima SC Hohenweiler

9. Holzig SPG FC Krumbach

10. SPG Burtscher Großwalsertal

Legende: *=für die VN-Sportredaktion ausgewählt von Thomas Knobel und Christian Adam