Riesentorläufer suchen Hirscher-Nachfolger auf Gran Risa

Sport / 21.12.2019 • 13:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

alta badia Ski-Phänomen Marcel Hirscher hat den Riesentorlauf-Klassiker von Alta Badia sechs Mal in Folge beherrscht. Am Sonntag (10.00/13.30 Uhr, live ORF 1) werden die Österreicher mit den Spitzenplätzen wohl wenig zu tun haben. „Ich glaube nicht, dass wir Podestfavoriten sind“, sagte ÖSV-Coach Andreas Puelacher. Auch international hat sich noch niemand als Hirscher-Nachfolger aufgedrängt.

Beim Auftakt in Sölden hatte noch Alexis Pinturault triumphiert, zuletzt in Beaver Creek musste sich der Franzose jedoch mit Rang 17 begnügen – sein schlechtestes RTL-Resultat seit März 2018, als er in Aare ausgeschieden war. Riesentorlauf-Weltmeister Henrik Kristoffersen aus Norwegen ist noch ohne RTL-Sieg im diesem Winter – zwischen den beiden Technikern war vor der Saison ein Match um den Gesamtweltcup prognostiziert worden.

In Beaver Creek gelang dem US-Amerikaner Tommy Ford mit dem Heimsieg eine regelrechte Sensation. Bis zu seinem 31. Lebensjahr hatte der Mann aus Oregon auf diesen Erfolg warten müssen. Der norwegische Routinier Leif Kristian Nestvold-Haugen scheint mit 32 nahe dran, ebenfalls seinen ersten Sieg einsacken zu können. Der Slowene Zan Kranjec, vor einem Jahr Sieger in Saalbach, schaffte es in den jüngsten drei Rennen immer in die Top vier.

Viele Namen, viele Kandidaten – doch der eine Athlet, der im Riesentorlauf das Vakuum nach dem Hirscher-Rücktritt ausfüllen könnte, lässt sich zumindest vorerst nicht ausmachen. Das Rennen am Sonntag könnte in dieser Hinsicht aber ein Fingerzeig sein, zumal die Gran-Risa-Piste eine der schwierigsten RTL-Strecken im Weltcup ist.

Für die ÖSV-Riesentorläufer, allen voran die Spezialisten Roland Leitinger und Stefan Brennsteiner, geht es mehr darum, mit guten Ergebnissen wieder Selbstvertrauen aufzubauen. „Da erwarten wir eine Steigerung“, stellte Puelacher klar. „Ein Top-Ten-Platz muss unser Ziel sein. Ich glaube, vom Skifahrerischen haben einige die Fähigkeit dazu. Aber jetzt gilt es, das auch einmal zu zeigen.“

Eine Leistungsexplosion wie bei Ford, der zuvor noch nie aufs Podest gefahren war, sei auch bei einigen ÖSV-Läufern vorstellbar, sagte Puelacher. Wobei er sich beim US-Boy die Ursache auch nicht ganz erklären kann. „Vielleicht ist er verliebt und fährt frisch und frei drauf los“, scherzte der Tiroler. Zu möglichen Gründen, warum sich im Riesentorlauf derzeit auch aus der zweiten Reihe kein Österreicher wirklich aufdrängt, wollte sich der Herren-Chef nicht äußern. Manuel Feller fehlt weiter wegen seines Bandscheibenvorfalls.

Von Speedpilot Matthias Mayer erwartet niemand, dass er die Kohlen aus dem Feuer holt. Doch mache ihm der Bewerb nach einem gelungenen Trainingsblock vor Sölden derzeit viel Spaß, erklärte der Kärntner zuletzt wieder. In der Disziplinwertung ist er nach den Platzierungen 15 und 19 als 18. sogar bester ÖSV-Vertreter. „Das Ziel ist, dass ich im Riesentorlauf wirklich einmal wieder unter die 15 fahre“, erklärte Mayer. Am Montag will er auch den Parallel-RTL mit Flutlicht-Entscheidung am Abend fahren.