Zwei Experten, zwei unterschiedliche Meinungen

Sport / 29.05.2020 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zwei Experten, zwei unterschiedliche Meinungen
Abschlusstraining der Lustenauer Austria im Wörtherseestadion. GEPA

VN-Sportredakteur Markus Krautberger und sein Salzburger Kollege Alexander Bischof (SN) finden Argumente für einen Lustenauer bzw. Salzburger Cupsieg.

Schwarzach Nur noch wenige Stunden bis zum Anpfiff des ÖFB-Uniqa-Cupfinals 2020. VN.at lässt zwei Experten zu Wort kommen. Ihre Argumente für einen Sieg des Favoriten bzw. des Underdogs finden Sie hier:

True Romance

Ich soll also meinem Kollegen, nach so vielen Bullen-Siege der letzten Jahre, erklären, warum der Cupsieger 2020 Austria Lustenau heißen wird. Um ehrlich zu sein, viele Argumente dafür fallen mir ad hoc gerade nicht ein. Denn, ohne mich selbst in ein besseres Licht zu stellen, ein wenig Ahnung habe ich auch vom Fußball. Und mir ist auch nicht verborgen geblieben, zu welchem Kaliber sich die Bullen in den letzten Jahren fußballerisch entwickelt haben. Somit muss ich zugeben: Alles andere als ein Sieg des haushohen Favoriten aus der Mozartstadt wäre nicht nur eine Überraschung, sondern eine unglaubliche, riesige Sensation. Aber: Ich bin ein sogenannter Fußballromantiker. Allein der Gedanke an einen Sieg der Austria über Salzburg treibt meinen Pulsschlag spürbar in die Höhe. Der ganz Kleine schlägt den ganz Großen. Herrlich.
Die Grabhers, Feyrers, Lageders, Ranachers und Ronivaldos mit dem grün-weißen Herz auf der Brust besiegen die Junuzovics, Ramahlos, Ulmers, Dakas und Stankovics. Grandios. Das im ÖFB-Cupfinale. Unbeschreiblich. Beim ersten Fußballspiel in Österreich nach einer weltweiten Pandemie. Sagenhaft. In einem Geisterspiel. Nicht auszudenken. Und dann der Einzug in die Europa League. Nur mehr kitschig. Aber romantisch.

Der Titel ist wichtig

Wer glaubt, dass für Österreichs Meister Red Bull Salzburg nur der Gewinn der Meisterschaft zählt und die damit verbundene mögliche Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League, irrt gewaltig. Die Bullen sind heiß auf jeden Titel und wollen sich mit dem Cuperfolg weiteres Selbstvertrauen für den Kampf um den Ligatitel holen. Trainer Jesse Marsch wird seinen Profis sicher die richtigen Worte mit auf das Feld geben, denn auch der US-Amerikaner will endlich einen großen Titel gewinnen. Und: Ein Finale ist ein Finale, gleichgültig ob mit oder ohne Zuschauer. In den Gesprächen mit den Bullen-Kickern wurde in den letzten Tagen deutlich, dass Kapitän Andreas Ulmer und Co. wissen, um was es geht. Alle wirken überaus fokussiert und wollen unter keinen Umständen mit einem Negativerlebnis in die Saison starten. Es entspricht nicht dem Naturell der Salzburger, einen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen und einen Zweitligisten zu unterschätzen. RBS machte es auch in den vergangenen Jahren stark, in jedem Spiel an die Leistungsgrenze gegangen zu sein. Und dass die Bullen über den qualitativ und quantitativ weit höher einzuschätzenden Kader verfügen, ist ohnehin klar.

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