Sportliches Meisterstück abgeliefert beim Familienausflug auf Sardinien

Philipp Oswald jubelt über elften ATP-Titel und Premierenerfolg mit Marcus Daniell.
Dornbirn Tennis-Ass Philipp Oswald und sein neuseeländischer Doppelpartner Marcus Daniell haben beim ATP-250-Turnier von Santa Margherita auf Sardinien ihr Meisterstück abgeliefert. Nach dem erstmaligen Einzug ins Achtelfinale bei den US Open in New York und der Viertelfinalteilnahme bei den Generali Open in Kitzbühel (ATP 500) können sich der 34-jährige Dornbirner und sein um vier Jahre jüngerer Doppelpartner beim Sandplatzturnier auf der italienischen Mittelmeerinsel ohne Satzverlust in die Bestenliste eintragen.

Die Konkurrenz war hochkarätig, die Oswald bei seinem elften Titelgewinn sowie dem ersten Triumph an der Seite von Daniell aus dem Weg räumte. Im Kampf um das Finalticket gab es gegen die auf Position sechs im ATP-Ranking gereihten John Peers/Michael Venus (Aus/Nzl) einen 6:4-, 6:3-Erfolg, und im Endspiel wurden die topgesetzten Kolumbianer Juan Sebastian Cabal/Robert Farah, ihres Zeichens die aktuelle Nummer eins in der weltweiten Doppelrangliste, mit 6:3, 6:4 bezwungen. „Sie haben 2019 u. a. die US Open und Wimbledon gewonnen und gehören seit einigen Jahren zu den Top-3-Teams der Welt. Wir wussten, dass sie uns den Sieg nicht kampflos überlassen werden und wir ein absolutes Topniveau abrufen müssen, wenn wir sie bezwingen wollen“, blickt Oswald zurück.
Dem Triumph eine besondere Bedeutung verleiht auch der Umstand, dass beide Spieler von ihren Ehefrauen und Oswald zudem von Sohn Leopold Arthur begleitet wurden. „Bei der Siegerehrung habe ich gar nicht gewusst, ob ich mich mehr über den Siegerscheck oder die Anwesenheit meiner Frau und unseres Sohnes freuen soll. Es ist einfach unbeschreiblich schön, wenn man solche Glücksmomente mit seinen Liebsten teilen kann“, betont Oswald voller Stolz.
Via Dornbirn direkt nach Köln
Für eine gemeinsame Siegesfeier blieb aber nur wenig Zeit. „Nach dem Finale sind wir alle zusammen essen gegangen. Doch danach hat uns schon wieder die Gegenwart eingeholt. Da weder Marcus noch ich einen Manager haben, müssen wir alle Aktivitäten bei Turnierbesuchen selbst organisieren und regeln. Zunächst galt es, den nächsten freien Flug nach Mailand zu buchen“, erklärt Oswald.

Da die frischgekürten Turniersieger bereits am Montag beim ATP-250-Hallenturnier in Köln zum obligaten Coronatest erwartet werden, verlief die Rückreise hektisch. „Wir sind am frühen Nachmittag in Mailand gelandet und sofort mit demAuto nach Vorarlberg gefahren. Nachdem wir unsere Frauen und Leopold Arthur bei mir zu Hause abgeliefert hatten, ging es zu einer Trainingseinheit im VTV-Campus in Dornbirn. In Köln wird auf Hardcourt und in der Halle gespielt, und da wir zuletzt nur auf Sand gespielt haben, wollten wir die letzte Trainingsmöglichkeit nützen, zumal wir wegen des PCR-Schnelltestes bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses das Hotel nicht verlassen dürfen.“
Keine Wildcard bei Stadthallenturnier in Wien
Nach Köln wäre eigentlich geplant, beim ATP-500-Turnier in der Wiener Stadthalle (23. bis 31. Oktober) aufzuschlagen. Trotz der guten Weltranglistenposition bleibt Oswald/Daniell der Weg in die Qualifikation nicht erspart. „Leider wurde uns mitgeteilt, dass die Wildcards an Jürgen Melzer/Edouard Roger-Vasselin bzw. Dominic Thiem/Dennis Novak erhalten. Sollte sich durch ein Weiterkommen in Köln die Qualifikation in Wien nicht ausgehen, wäre als Plan B ein Turnierteilnahme in Nur-Sultan (Kazachstan) möglich. Egal wie es kommt, wir sind bereit und wollen beim Saisonfinale den Aufwärtstrend bestätigen”, so Oswald abschließend.
