Kampfrichter lässt Medaillentraum von Anna-Lena Schuchter platzen

Sport / 06.11.2020 • 14:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kampfrichter lässt Medaillentraum von Anna-Lena Schuchter platzen
Eine fragwürde Entscheidung nach einem Hebel bei einer Fußtechnik von Anna-Lena Schuchter (blau) führte zum Hansoku-make (direkte Disqualifikation). ÖJV

19-jährige Bludenzerin wird Fünfte bei Unter-21-EM in Kroatien.

Porec „Die entscheidende Szene im Bronze-Kampf war aus meinem Blickwinkel eine fragwürdige Entscheidung. De Fußtechnik von Anna-Lena kann man so sehen, muss es aber nicht. Doch die Kampfrichter haben es als verbotene Technik ausgelegt und mit der Disqualifikation den Kampf vorzeitig beendet“, erklärt Frauen-Nationaltrainer Matthias Karnik.

Die noch 19 Jahre alte Bludenzerin Anna-Lena Schuchter lieferte bei der Judo-EM der Unter-21-Jährigen im kroatischen Porec. Die beim Leistungszentrum Vorarlberg gemeldete Kämpferin siegte bei ihrem zweiten Antreten bei einem EJU-Großevents in der 70-kg-Klasse (24 TN) nach einem Freilos in der zweiten Runde gegen die Spanierin Begona Sotillo Gomez nach voller Kampfzeit mit Waza-Ari, musste sich anschließend aber im Duell um den Finaleinzug gegen die später zweitplatzierte Portugiesin Joana Crisostomo nach 51 Sekunden durch Ippon geschlagen geben.

Keine Wertung bis zur Disqualifikation

In der Hoffnungsrunde setzte sich die Absolventin des Sportgymnasiums Dornbirn gegen Evelina Kleinyte aus Litauen nach 2:25 Minuten mit Ippon durch. Im Bronzeduell gegen die um ein Jahr ältere Israelin Shaked Amihai, die zuvor die regierende U-21-Vizeeuropameisterin und U-18-Weltmeisterin Ai Tsunoda Roustant aus Spanien eliminierte, lieferten sich beide Kämpferinnen ein Duell auf Augenhöhe, in der es bis zur eingangs erwähnten Aktion keine Wertung gab. „Eigentlich wäre die Aktion ein Waza-Ari für Anna-Lena gewesen“, erklärt Michael Greiter. Der 27-jährige Dorbirner, Sportkoordinator beim Vorarlberger Landesverband, hatte den Kampf im Internet verfolgt. Greiter selbst war es, der 2009 mit Bronze bei der Junioren-WM die letzte Vorarlberger Medaille auf internationaler Ebene geholt hatte. „ Ich bin trotzdem sehr stolz auf Anna-Lena, sie hätte sich die Medaille wirklich verdient. Ein kleiner und bitterer Wermutstropfen ist der fünfte Rang dennoch. Anna-Lena hat gezeigt, dass sie einen großen Schritt nach vorne gemacht hat und sich vor keiner Gegnerin fürchten muss“, betont Greiter.

Nach einer kleinen Phase der Enttäuschung überwog dann auch bei Schuchter die Freude über das Spitzenresultat: „Ich kann mir keinen Vorwurf machen, habe alles gegeben und akzeptiere die Entscheidung. Bereits nächste Woche heißt es bei der U-23-EM an selber Stelle den Aufwärstrend und die Leistung zu bestätigen.“

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.