Frankfurts Höhenflug endet bei Hütters künftigem Klub

Sport / 17.04.2021 • 18:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Frankfurts Höhenflug endet bei Hütters künftigem Klub
Adi Hütter musste mit der Eintracht bei Mönchengladabch einen Dämpfer im Rennen um die Champions League hinnehmen. APA

Adi Hütter hat mit Eintracht Frankfurt bei seinem künftigen Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach mit 0:4 eine deftige Niederlage kassiert.

Mönchengladbach Adi Hütter klatschte mit grimmiger Miene seine Spieler ab, nahm Marco Rose kurz in den Arm und verschwand dann flugs in der Kabine. Bei seinem künftigen Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach hat der Trainer mit Eintracht Frankfurt eine deftige 0:4 (0:1)-Niederlage kassiert. Für die Hessen war es nach einer Woche voller Enttäuschungen ein Dämpfer im Kampf um die erstmalige Qualifikation für die Champions League.

Hütters Entscheidung nicht als Ausrede

“Wir haben kaum die erste Linie überspielt, da wir nicht schnell genug gespielt haben. In der zweiten Halbzeit sind wir gut rausgekommen, mein Fehler killt dann das Spiel”, sagte Nationaltorhüter Kevin Trapp bei Sky über seinen Patzer beim vorentscheidenden Gegentreffer von Jonas Hofmann (60.).

Die Niederlage stehe aber in “keinem Zusammenhang” zu Hütters Entscheidung, betonte Trapp. “Das wäre zu einfach, es daran festzumachen”, sagte auch Sebastian Rode. Am Sonntag kann Borussia Dortmund den Rückstand auf den Tabellenvierten auf vier Punkte verkürzen. “Gegen Augsburg müssen wir am Dienstag wieder ein anderes Gesicht zeigen”, forderte Rode daher.

Wolf trifft für Gladbach

Der Grazer Hannes Wolf erzielte das 4:0 für Gladbach gegen Frankfurt.<span class="copyright">ap</span><span class="copyright">a</span>
Der Grazer Hannes Wolf erzielte das 4:0 für Gladbach gegen Frankfurt.apa

Neben Hofmann trafen auch Matthias Ginter (10.), Ramy Bensebaini (67.) und Hannes Wolf für die Borussia, die ihre Europapokal-Ambitionen unterstrich. Die Eintracht enttäuschte nach drei Siegen in Folge dagegen vor allem nach der Pause, wenige Tage nach den verkündeten Abgängen von Hütter und Sportvorstand Fredi Bobic nach Berlin gab es auch auf dem Rasen einen Rückschlag.

“Wir wollen Geschichte schreiben”, hatte Hütter vor dem Beginn seiner Abschiedstournee angesichts der historischen Chance auf die Champions League gesagt. Sein Team überließ aber zunächst der Borussia das Feld, die in der Offensive mit variablem Spiel die Eintracht vor Probleme stellte. Hütter hielt es kaum auf der Bank, der Coach stand meist mit verschränkten Armen am Spielfeldrand und gab lautstark Anweisungen.

Hütters Laune wurde nach zehn Minuten noch schlechter: Nach einer Ecke des von einer Coronapause zurückgekehrten Hofmann durfte Ersatz-Kapitän Ginter völlig unbedrängt zur Führung einköpfen. Für die Borussia war es das 20. Saisontor nach einem ruhenden Ball – Ligabestwert. Ginter führte das Team an, weil sowohl Torjäger Lars Stindl (Muskelfaserriss) als auch Torhüter Yann Sommer (Rotsperre) fehlten.

Sommers Ersatz Tobias Sippel konnte sich wenig später in dem nun rasanten Spiel erstmals auszeichnen. Diesmal durfte Stefan Ilsanker nach einer Ecke ungehindert köpfen, Sippel lenkte den Ball mit einer starken Reaktion an die Latte (24.). Ähnlich wie beim 3:3 im Hinspiel ging es nun hin und her, Zeit zum Durchatmen blieb kaum.

Bis zur Pause gewann die Eintracht sogar die Oberhand. Mit der gleichen Elf wie beim spektakulären 4:3 gegen Wolfsburg eine Woche zuvor hielten die Hessen das Tempo hoch, hatten aber auch Glück, als Schiedsrichter Deniz Aytekin nach einem Handspiel von Ilsanker keinen Elfmeter gab (39.).

Nach der Pause rutschte Hofmanns Schuss unter dem Körper von Trapp ins Tor, dann köpfte Bensebaini zum 3:0 ein. Wolf setzte den Schlusspunkt.