Bettina Plank hat nach Feierlichkeiten und Ehrungen Fokus wieder auf Karate gelenkt

Sport / 20.09.2021 • 22:15 Uhr
Bettina Plank hat nach Feierlichkeiten und Ehrungen Fokus wieder auf Karate gelenkt
Als erste weibliche Sportlerin holte Karatekämpferin Bettina Plank in Tokio mit Bronze eine Medaille bei Olympischen Sommerspielen. GEPA

Karate-Ass steigt zwei Monate vor der WM wieder in den Trainingsalltag ein.

Bregenz Wer etwas Besonderes geleistet hat, sollte dafür auch geehrt werden. Als Geste der Anerkennung und Wertschätzung für die Leistungen bei den Olympischen Sommerspielen und Paralympics in Tokio übergaben Landeshauptmann Markus Wallner und Sportlandesrätin Martina Rüscher an Vorarlbergs Olympioniken einen Scheck und Pralinen. Mit dabei beim Festakt Karate-Bronzemedaillengewinnerin Bettina Plank, Segler David Hussl und Rollstuhltennisspieler Thomas Flax. Aufgrund von Auslandsaufenthalten fehlten Kunstturnerin Elisa Hämmerle, 49er-Steuermann Benjamin Bildstein und Tennis-Ass Philipp Oswald. Neben den Sportlern wurden auch die Trainer und Betreuer Wolfram Waibel, Joachim Kretz und Max Bodensteiner für ihre Arbeit gewürdigt.

“Der Wechsel vom Urlaubs- in den
Trainingsmodus
wird sicher nicht
schmerzfrei werden.”

Bettina Plank

„Nach den unzähligen Feierlichkeiten und Ehrungen blicke ich der Rückkehr auf die Tatami mit viel Respekt entgegen. Ich denke, ich werde nach den ersten Trainingseinheiten sicher einen ordentlichen Muskelkater haben“, betont Bettina Plank mit dem selben verschmitzten Lächeln im Gesicht wie schon so oft nach dem Gewinn der Bronzemedaille in Tokio. Vorarlbergs erste weibliche Medaillengewinnerin bei Sommerspielen macht keinen Hehl daraus, dass sie die Annehmlichkeiten und die Zeit nach der Erfüllung ihres sportlichen Traumes richtig genossen hat. „Jede Ehrung, jede Auszeichnung und jeder Empfang hatten ihren ganz eigenen Stellenwert für mich und waren eine große Ehre. Ich habe mich riesig über alle Aufmerksamkeiten und Anerkennungen über meinen Erfolg gefreut.“

Dass die 29-jährige Feldkircherin trotz der „längsten Trainingspause“ ihrer Karriere bestens im Schwung ist, stellte sie beim Sporthilfe-Zehnkampf in Graz unter Beweis. Gemeinsam mit den hochdekorierten Skisprung-Legenden Thomas Morgenstern und Andreas Goldberger sowie Kombinierer-Größe Mario Stecher stellte Plank ihr Geschick beim Aufstellen von Domino-Steinen oder Reifenwechsel und anderen Gaudispielen unter Beweis und holte sich die Siegertrophäe. „Es war eine extreme Gaudi im Team, und ich muss sagen, dass es auch für uns Aktive richtig fordernd war, weil oft ganz andere Talente und Fähigkeiten gefragt waren als jene, die man Tag für Tag trainiert.“

Bettina Plank hat nach Feierlichkeiten und Ehrungen Fokus wieder auf Karate gelenkt
Vier Monate nach dem Gewinn von Olympia-Bronze will Bettina Plank Mitte November auch bei der WM in Dubai für Schlagzeilen sorgen. AFP

Als letzter Saisonhöhepunkt wartet Mitte November die Weltmeisterschaft in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Nicht zuletzt wegen der Erfolge, die ich dort schon feiern konnte, ist Dubai eine Lieblingsdestination von mir. Jetzt hoffe ich natürlich, dass diese Erfolgsserie anhält“, so die Heeressportlerin. „Da werde ich wieder in meiner angestammten Klasse bis 50 kg an den Start gehen.“
Dass der Erfolgshunger von Plank trotz ihres Coups in Tokio ungebrochen ist, verdeutlicht der Ausblick ins neue Jahr. „Bereits Ende Jänner startet in Salzburg die Serie an Premier-League-Turnieren. Im Mai warten die EM in der Türkei und im Juni die World Games in Birmingham (Alabama). Da will ich mich von meiner besten Seite präsentieren und um die Medaillen mitkämpfen.“

Olympia 2028 kein Thema mehr

Weniger optimistisch zeigt sich Plank, dass die Streichung des Karatesports aus dem Programm bei den Sommerspielen 2024 in Paris noch rückgängig gemacht wird. „Laut meinen Infos soll es im Weltverband Bestrebungen geben, die Entscheidung zu revidieren. Unabhängig davon kann ich aber jetzt schon klar sagen, dass 2028 in Los Angeles als Sportlerin sicher kein Thema für mich ist.“