Gladbach und Hütter nach Niederlage gegen Union tief in der Krise

Sport / 22.01.2022 • 19:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gladbach und Hütter nach Niederlage gegen Union tief in der Krise
Adi Hütter und Mönchengladbach kassierten nun schon die dritte Niederlage in Folge. apa

Die Leistung stimmt, doch Borussia Mönchengladbach verliert auch gegen Union Berlin – für Adi Hütter wird die Lage langsam brenzlig.

Mönchengladbach Adi Hütter bewahrte die Fassung. Nach dem nächsten Tiefschlag für Borussia Mönchengladbach presste der stark angekratzte Trainer die Lippen aufeinander, klatschte seine Spieler ab und verließ den Rasen. Die Gladbacher Stimmungslage nach diesem höchst unglücklichen 1:2 (1:1) gegen Union Berlin fasste dann aber Jonas Hofmann eindrücklich zusammen.

“Wir schenken es zum Schluss wieder her, und das kotzt einen an

Jonas Hiffman, Spieler Mönchengladbach

“Wir schenken es zum Schluss wieder her, und das kotzt einen an”, sagte der Nationalspieler bei Sky: “Wir haben geackert, gekämpft, uns reingeworfen, wir hätten den Sieg verdient. Aber im entscheidenden Moment waren wir nicht wach und stehen wieder mit leeren Händen da. Das ist nicht gut genug, was wir momentan als gesamte Mannschaft defensiv machen.”

Abstiegskampf für Hütter

Am Ende stand die vierte Heimpleite in Folge, der Druck auf den zu Saisonbeginn geholten Hütter wächst, die Borussia befindet sich endgültig im Abstiegskampf. Die Köpenicker dürfen dagegen von der Champions League träumen.

Der Ex-Gladbacher Max Kruse (18./Handelfmeter, 84.) traf doppelt für die seit sechs Pflichtspielen ungeschlagenen Berliner. Die mit großen Zielen angetretene Borussia kassierte dagegen drei Tage nach der Pokal-Blamage bei Zweitligist Hannover 96 den nächsten Rückschlag, der zwischenzeitliche Ausgleich durch Kouadio “Manu” Kone (40.) war zu wenig.

Von der “schwierigsten Situation in meiner 13-jährigen Tätigkeit” hatte Hütter vor dem Spiel gesprochen und personelle Wechsel angekündigt. Das einst so treffsichere Sturm-Duo Marcus Thuram und Alassane Plea nahm dann auch auf der Bank Platz, zudem verletzte sich Kapitän Lars Stindl im Abschlusstraining und fällt mehrere Wochen aus.

Ausfall von Spielmacher

Stindls Fehlen machte sich zunächst aber nicht bemerkbar. Die 750 Zuschauer sahen eine um Kontrolle bemühte Borussia, die Union früh attackierte und mehr Laufbereitschaft als zuletzt an den Tag legte.

Ein Elfmeter stoppte Gladbachs Bemühungen dann jäh: Nach einem Handspiel von Denis Zakaria zeigte Schiedsrichter Felix Brych nach Ansicht der Videobilder auf den Punkt. Kruse ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte sicher. Die Borussia verursachte damit in den vergangenen drei Pflichtspielen vier Strafstöße.

Union zog sich nun noch tiefer zurück. Über Hofmann, der nach seiner Knie-Operation erstmals in diesem Jahr in der Startelf stand, ließ Gladbach zwar den Ball laufen, von Entschlossenheit war aber wenig zu sehen. Erst kurz vor der Pause nahm Kone nach einem schönen Spielzug Maß und ließ Frederik Rönnow keine Chance.

Nach der Pause entwickelte sich auf dem tiefen Rasen ein intensives, von Zweikämpfen und Unterbrechungen geprägtes Spiel. Die deutlich aktivere Mannschaft war Gladbach, vor allem der laufstarke Kone sorgte mit klugen Pässen für Unruhe. Das Niveau blieb allerdings überschaubar, Chancen gab es trotz des hohen Drucks der Hütter-Elf kaum. Luca Netz (77.) vergab die beste – und dann war doch noch einmal Kruse zur Stelle.