Cham sei Dank

Sport / 20.02.2022 • 20:05 Uhr
Geschafft: Austria Lustenaus Trainer Markus Mader musste nach Schlusspfiff erst mal richtig tief durchatmen. Lafnitz machte es seiner Mannschaft richtig schwer.gepa
Geschafft: Austria Lustenaus Trainer Markus Mader musste nach Schlusspfiff erst mal richtig tief durchatmen. Lafnitz machte es seiner Mannschaft richtig schwer.gepa

Doppelpack des Spielmachers bescherte Austria den Auftaktsieg.

Lustenau Der Stein, der den 2000 Zuschauern im Reichshofstadion nach Schlusspfiff vom Herzen fiel, war definitiv ein großer. Die 90 vorangegangenen Minuten im Auftaktmatch der Lustenauer Austria gegen den SV Lafnitz waren nämlich alles andere als Schonkost für die Anhänger der Grün-Weißen. Man merkte dem Tabellenführer der zweiten Liga deutlich an, dass man noch weit weg ist von der Klasse aus dem Herbst. Dies bestätigte auch Trainer Markus Mader, der nach Spielende zugab, jetzt richtig fertig zu sein. „Die letzten Minuten waren nicht leicht für mich. Ich bin heilfroh, dass wir die drei Punkte einfahren konnten.“ Die Anspannung konnte man im Gesicht des 53-Jährigen ablesen, der zudem dem Auftaktsieg gegen ein starkes Lafnitz eine hohe Wertigkeit abringt: „Nicht auszudenken, wenn wir uns am Ende noch die Butter vom Brot nehmen lassen. Dann wäre, in Anbetracht der Ergebnisse der Konkurrenten, das Jammern riesig gewesen. Lafnitz hat es uns halt wie erwartet richtig schwer gemacht.“

Weniger Egoismus

Dabei verhehlte Mader auch nicht, dass das Offensiv-Werkl noch nicht läuft, forderte für die anstehenden Aufgaben mehr Teamfähigkeit seiner Akteure. „In vielen Teilen des Spiels waren die Jungs auch zu egoistisch, das darf so nicht sein. Es war offensichtlich, dass da noch einiges an Sand im Getriebe war. Wir wissen jetzt genau, woran wir arbeiten müssen“, stellt der Coach seiner Mannschaft die Rute ins Fenster.

Auf den Spuren Tabakovics

Einer, auf den man sich bereits im ersten Pflichtspiel 2022 voll verlassen konnte, war Muhammed Cham. Der Spielmacher kurbelte unermüdlich, war sich um keinen Meter zu schade und ließ vor allem beim wunderbaren 1:0 (13.) erneut seine Klasse aufblitzen. Nach Traumpass von Hakim Guenouche umkurvte er elegant Lafnitz-Goalie Zingl und schob seelenruhig ein. Der zweite Treffer fiel dafür unter die Rubrik Abstauber. Nach Stangenschuss von Michael Cheukoua fand die Kugel den Weg über den Goalie auf das Schienbein des 21-Jährigen. „Solche Tore macht normalerweise Haris Tabakovic, diesmal war ich dran. Am Ende war ich überglücklich, dass es zum Sieg gereicht hat“, erklärt Cham, der aufgrund von Leistenproblemen die letzten Wochen nicht voll trainieren konnte, „daher war ich zum Schluss richtig müde“.

Kapitän Pius Grabher strahlte nach dem Sieg viel Selbstvertrauen aus, erzählte, „dass ich eigentlich am Platz nie das Gefühl hatte, dass wir die Partie nicht gewinnen. Es hat sich gut angefühlt, obwohl vielleicht einiges noch nicht ganz gepasst hat. Aber es war eben das erste Match“.

Nichts für schwache Nerven

Für den verletzt fehlenden Routiniers Matthias Maak, die Wade macht noch immer Probleme, war das Zusehen eindeutig zu nervenaufreibend. „Zuschauen geht gar nicht, das hat überhaupt keinen Spaß gemacht. Am Ende haben wir es viel spannender als nötig gemacht. Ich muss schleunigst schauen, dass ich wieder auflaufen kann“, so der Innenverteidiger. Ob es sich zum absoluten Spitzenspiel nächsten Freitag (20.25 Uhr, live ORF Sport plus) gegen den Tabellenzweiten FC Liefering ausgeht, bleibt aber noch abzuwarten.

„Solche Tore wie mein zweites macht normal Haris Tabakovic. Diesmal war ich dran.“

Geschafft: Austria Lustenaus Trainer Markus Mader musste nach Schlusspfiff erst mal richtig tief durchatmen. Lafnitz machte es seiner Mannschaft richtig schwer.gepa
Geschafft: Austria Lustenaus Trainer Markus Mader musste nach Schlusspfiff erst mal richtig tief durchatmen. Lafnitz machte es seiner Mannschaft richtig schwer.gepa