Vorarlberg wird zur Hochburg der Weitspringer

ÖM-Gold bei U-20-Heimtitelkämpfen für Ayodeji – Rupp und Maringgele holen Bronze.
Dornbirn Erstmals in der Geschichte wurde in der VLV-Trainingshalle in Dornbirn eine österreichische Meisterschaft ausgetragen. Nach den Laufbewerben (200, 400, 800 und 3000 m) am vorangegangenen Wochenende in Linz ging es beim zweiten Teil der U-20-Titelkämpfe die Titel, Medaillen und Platzierungen in den technischen Disziplinen und in den Sprintbewerben über 60 m und die Hürden. „Durch den Abriss bzw. Neubau des Dusika-Stadions in Wien hat sich die Möglichkeit ergeben“, erklärt VLV-Präsidentin Helene Pflüger. „Wir haben dann nicht lange überlegt und uns um die Austragung beworben. Trotz der ungewohnt langen Anreise für die Athleten aus Innerösterreich gab es am Ende nur positive Reaktionen von allen Beteiligten. Gleichzeitig wurde uns in Aussicht gestellt, dass wir die U-20-Hallenmeisterschaft in dieser Form auch in den nächsten drei Jahren ausrichten können.“
U-20-Jahresweltbestleistung von Enzo Diessl
Sportlich? Da sorgte der 17-jährige Steirer Enzo Diessl (SU Leibnitz) für den Höhepunkt und stellte mit 7,73 Sekunden im 60-m-Hürdensprint nicht nur einen neuen ÖLV-U-20-Hallenrekord auf, sondern markierte gleichzeitig eine U-20-Jahresweltbestleistung.

Seiner Favoritenrolle gerecht wurde auch Lokalmatador Oluwatosin Ayodeji. Nach Platz drei mit 7,40 m vor einer Woche bei der Balkan-U20-Meisterschaft in Belgrad sicherte sich der 19-jährige Fußacher bei den Heimtitelkämpfen Gold im Weitsprung. Der EYOF-Sieger von 2019 sprang im zweiten Versuch 6,93 m und steigerte sich im sechsten und letzten Versuch auf 7,06 m. Für den Paradeathleten des TS Höchst war es seit 2018 bereits die achte ÖM-Goldene in verschieden Altersklassen in seiner Paradedisziplin. Erklärtes Saisonziel von „Tosin“ ist die Teilnahme im August an der U-20-WM in Kolumbien. Das ÖLV-Limit für eine WM-Nominierung liegt bei 7,55 m und die Bestleistung von Ayodeji lautet 7,71 m.
Bronze für Nachwuchsduo
Mit einer Weite von 6,44 m sicherte sich Trainingspartner Alexander Maringgele (SV Lochau) die bronzene Auszeichnung. Für den 16-Jährigen, der eine persönliche Bestmarke von 6,65 m hat, war es nach der Bronzenen letzten Sommer bei der U-18-Freiluftmeisterschaft die zweite ÖM-Medaille.

Dass Vorarlberg aktuell ein Erfolgsboden für die Weitspringer ist, bestätigte auch Angelina Rupp (TS Hörbranz). Zwei Wochen nach der Bronzemedaille im U-20-Fünfkampf blieb die 17-Jährige mit einer Weite von 5,36 m lediglich um drei Zentimeter unter ihrer Freiluftbestmarke und sicherte sich die achte ÖM-Medaille in ihrer noch jungen Karriere. Im Hochsprung wurde Rupp zudem Fünfte.

Amelie Denifl (ULC Dornbirn) 
Lena Röser (TS Bregenz-Vorkloster) 
Lisa Obwegeser (Raiffeisen TS Gisingen)
Als Jahrgangjüngere jeweils Platz fünf belegten Amelie Denifl (ULC Dornbirn) über 60 m Hürden, Lena Röser (TS Bregenz-Vorkloster) im Hochsprung und Lisa Obwegeser (TS Gisingen) im Kugelstoßen.
Letzte Hallentitelkämpfe in Linz
Bereits kommendes Wochenende steht mit der Staats- und U-18-Meisterschaft in Linz der finale Akt in der Hallenmeisterschaft auf dem Programm. Insgesamt 20 VLV-Aktive haben ihre Nennung dafür abgegeben. Aussichtsreichste Medaillenkandidatin bei den Frauen ist Chiara-Belinda Schuler, die in vier Bewerben an den Start gehen will. Bei den Männern ruhen die Hoffnungen auf Titelverteidiger Ayodeji und Mehrkämpfer Daniel Bertschler, der in fünf Bewerben gemeldet ist.
In der Kategorie der Unter-18-Jährigen darf man auf die Starts von Mia-Sophie Kammerer, Lena Röser bzw. Maringgele, Julian Elender, Lukas Stegmüller und Leonhard Elbs gespannt sein.
Ungewisse Zukunft der VLV-Trainingshalle
Seit 2007 ist die Halle 3 auf dem Messegelände eine ideale Trainingstätte für Vorarlbergs Leichtathleten in den Wintermonaten. Im Jänner 2023 läuft der zunächst auf einen Zeitraum auf 15 Jahren befristete Kooperationsvertrag als Untermieter aus und im Hintergrund laufen die Verhandlungen für eine Verlängerung. VLV-Präsidentin Helene Pflüger: „Bisher war es so, dass wir für die Benützung von Oktober bis Mitte März die Betriebskosten bezahlen mussten.“
Ab Jänner 2023 soll nun zu den Betriebskosten auch eine Miete bezahlt werden.
„Für uns als Verband ist es nicht möglich, diesen ersten Forderungen gerecht zu werden. Im Sinne des Sportes hoffe ich, dass bis Herbst 2022 bei den Verhandlungen mit dem Land, der Stadt Dornbirn und der Messe noch eine praktikable Lösung für alle Parteien gefunden wird und die einzige adäquate Trainingsstätte im Land in den Wintermonaten dem Leichtathletiksport weiter zur Verfügung steht.“