Die Leichtigkeit ist weg

Desolater Tabellenführer verliert bei Wacker Innsbruck mit 0:3.
Innsbruck Austria Lustenau wurde von Wacker Innsbruck brutal auf den Boden der Realität zurückgeholt. Der Schock nach der 1:2-Heimniederlage gegen den FAC schien tiefer zu sitzen als gedacht. Über 90 Minuten lang zeigten die Kicker rund um Kapitän Matthias Maak die schwächste Saisonleistung und mussten sich verdient geschlagen geben.
Experiment misslungen
Die Austria, bei der Cheftrainer Markus Mader auf ein 3-5-2-System mit Adriel als drittem Verteidiger neben Matthias Maak und Jean Hugonet umstellte, startete alles andere als aus einem Guss. Bereits nach vier Minuten lief man einem Rückstand nach. Wackers Jong-min Seo mit einem Freistoß auf Marco Holz, der sich drehen konnte und die Kugel durch die Beine von Austrias Tobias Berger versenkte. Geweckt wurden die Grün-Weißen dadurch aber nicht. Die Gastgeber waren es, die nachlegen wollten. Doch Ex-Austrianer Ronivaldo vergab zweimal (9./10.). So war es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Treffer für Wacker fiel. Den besorgte mit Seo (17.) der beste Spieler am Feld. Nach Doppelpass mit Soares ließ er Austria-Goalie Domenik Schierl keine Chance. Vier Minuten später hätte er sogar nachdoppeln können, doch Schierl war im Duell für einmal der Sieger und parierte. Erst danach stellte Austria-Trainer Mader um, hatte genug von dem Experiment der Dreierkette, stellte Adriel als Bewacher von Seo ins Zentrum und ließ ein 4-1-4-1 spielen. Besser wurde es aber nicht. Die Austria hatte weiterhin keine Idee in der Offensive und offenbarte große Lücken sowohl im Mittelfeld als auch in der Abwehr.
Das dritte Gegentor fiel unglücklich. Nach Eckball für Wacker verlängerte Haris Tabakovic die Kugel direkt auf Ronivaldo (29.), der humorlos verwertete. Die Hausherren hatten aber immer noch nicht genug. Seo (34.) aus spitzem Winkel, und Maak (45+1.) rettete in extremis. Mit dem 0:3 zur Halbzeit war man noch gut bedient.
Offenbarung
Im zweiten Durchgang sah man zumindest ein Aufbäumen der Grün-Weißen, spielerisch blieb es eine Offenbarung. Wackers Bertaccini (54./59.), Seo (59.) und Ramir Tekir (90.) ließen Möglichkeiten auf einen höheren Sieg aus. Einzige nennenswerte Lustenauer Aktion: Teixeiras (59.) Schuss ging knapp am langen Eck vorbei. Zumindest konnte man sich auf Schlussmann Schierl verlassen, der sich gegen eine höhere Niederlage wehrte.
Nach Spielende musste sich Trainer Mader eingestehen, dass das Experiment mit der Dreierkette in die Hose ging, „obwohl wir dieses System in der Vorbereitung gut hinbekommen haben. Aber heute hat von vorne bis hinten gar nichts gepasst. Wir waren über 90 Minuten unterlegen, haben völlig verdient verloren.“ Dass die Austria erstmals in der Saison zwei Mal hintereinander verloren hat, ist für den Cheftrainer ein mentales Problem. „Der Hype um einige Spieler in den letzten Wochen hat nicht gutgetan. Das ist immer noch eine junge Mannschaft, die nun schnell lernen muss, mit der Drucksituation umzugehen“. Die Devise für das nächste Heimspiel gegen Rapids Amateure ist klar: Pflichtsieg, um zumindest auf dem ersten Tabellenplatz in die Länderspielpause zu gehen. Leicht wird das aber nicht.
„Es hat von vorne bis hinten gar nichts gepasst. Wir waren 90 Minuten klar unterlegen.“