Mit viel Moral zum Remis

Sport / 18.03.2022 • 21:39 Uhr
Lange Zeit gab es für Austria Lustenau gegen Rapids Amateure keine Durchkommen. Anderson und Co. bissen sich über 90 Minuten die Zähne an den Wienern aus.Gepa
Lange Zeit gab es für Austria Lustenau gegen Rapids Amateure keine Durchkommen. Anderson und Co. bissen sich über 90 Minuten die Zähne an den Wienern aus.Gepa

Muhammed Cham erzielt in der 90. Minute den Treffer zum 1:1-Ausgleich gegen Rapid Wiens Amateure.

Lustenau Die 2300 Zuschauer im Reichshofstadion mussten lange zittern, um gegen die Amateure von Österreichs Rekordmeister zumindest über einen Punkt jubeln zu können. Nach dem frühen 0:1 durch Nicolas Binder (6.) steckten die Grün-Weißen aus dem Ländle aber nie auf und kamen durch das Tor von Muhammed Cham (90.) zum verdienten Ausgleich. Nach zwei Niederlagen in Folge ein Punkt, der mit viel Moral gewonnen wurde und im Hinblick auf das Rennen um den Meistertitel noch wichtig sein könnte.

Sand im Getriebe

Das Match begann aus Sicht der Heimischen wie auch schon in Innsbruck mit einem frühen Rückschlag. Rapids Moritz Oswald tankte sich auf der rechten Seite durch, Austrias Leo Mätzler, Ersatz für den gelbgesperrten Jean Hugonet in der Innenverteidigung, sah beim Klärungsversuch nicht gut aus, von ihm sprang der Ball zum völlig alleinstehenden Binder (6.), der keine Mühe hatte zur Führung einzuschieben. Die Austria suchte sofort die passende Antwort, doch ein Kopfball von Haris Tabakovic (9.) nach Flanke von Michael Cheukoua verpasste haarscharf das Gehäuse. Bitter, weil es in Durchgang eins die einzig klare Großchance der Grün-Weißen aus dem Ländle war. Zwar erarbeitete man sich mit einem starken Brandon Baiye in der Zentrale das Übergewicht, doch zu mehr als Halbchancen kam man nicht. So verfehlte Anderson (15.) zuerst nach Eckball von Cham knapp. In der 35. Minute drosch der Brasilianer nach einem wunderbaren Konter den Ball in Richtung Glashaus. Der 24-Jährige, einer der auffälligsten Akteure am Feld, hatte aber kurz vor der Pause Glück, dass er nach einem Foul am durchbrechenden Oswald nicht die rote Karte sah. Schiedsrichter Arnes Talic sah zum Vorteil der Lustenauer kein Vergehen. Mit einem 0:1 ging es in die Kabinen, den Grün-Weißen war klar anzusehen, dass aktuell viel Sand im Getriebe ist.

Glaube bis zum Schluss

Zum Start der zweiten Halbzeit konnte man sich bei Austria-Tormann Domenik Schierl bedanken, dass die Wiener durch Benjamin Kanuric nicht mit 2:0-in Führung gingen. Der 27-Jährige parierte dessen Versuch glänzend. Seine Vorderleute taten sich weiterhin schwer, Torchancen zu kreieren. Dazu hing das Damokles-Schwert über den Austria-Köpfen, durch einen Konter höher in Rückstand zu geraten. Chancen dazu hatten die Gäste. Lukas Sulzbacher (64.) verfehlte per Weitschuss, Leo Querfeld (66.) per Kopf nach Corner. Die wohl größte Möglichkeit auf den Ausgleich hatte Austrias bester Mann am Feld, Bryan Teixeira (75.). Der Franzose brachte den Ball nach einer herrlichen Kombination und Vorlage von Hakim Guenouche nicht am Rapid-Tormann Benjamin Göschl vorbei. So blieb es Cham, der über weite Strecken mit seinen Dribblings glücklos blieb, vorbehalten, die Austria noch zum Punktgewinn zu führen. Der U21-Nationalspieler Österreichs versuchte sich erneut im Dribbling, setzte sich mit viel Willen durch und traf von der Strafraumgrenze. Da konnte auch Austrias Cheftrainer Markus Mader tief durchatmen: „Der Zähler geht auf die Moral der Truppe, die bis zum Schluss an den Ausgleich geglaubt hat“, so der 53-Jährige. Weniger erfreut ist Mader darüber, „wie leicht wir es derzeit unseren Gegnern machen, gegen uns zu punkten. Wir tun uns derzeit einfach schwer, offensiv gefährlich zu werden. Und wenn wir einmal Chancen haben, nutzen wir sie nicht“. Kapitän Maak schlägt in dieselbe Kerbe wie sein Coach: „Ich weiß nicht, warum das Werkl nicht läuft, aber die Einstellung der Mannschaft war heute top. Wir haben nicht aufgegeben und nur so kommst du nach zwei Niederlagen wieder in die Spur.“

„Der Zähler geht auf die Moral der Truppe, die bis zum Schluss an den Ausgleich geglaubt hat.“