Fridrikas lässt Austria tanzen

Grün-Weiße knöpfen dem großen Favoriten LASK ein 1:1 ab.
Lustenau Am Ende war das Tänzchen, das der Torschütze zum 1:1-Endstand Lukas Fridrikas (82.) auf dem Feld zum Besten gab, die perfekte Einladung für die 4277 Zuschauer im ausverkauften Reichshofstadion zur großen Party. Denn die Mannschaft von Austrias Cheftrainer Markus Mader knöpfte niemand Geringerem als dem in der Liga noch unbesiegten LASK Linz einen Punkt ab. Dazu lagen die Grün-Weißen nach dem Treffer von Keita Nakamura (23.) bereits zum siebten Mal in Folge mit 0:1 zurück. Doch das Wort „Aufgeben“ gibt es im Lager von Austria Lustenau scheinbar nicht. Mit unbändigem Glauben und toller Mentalität schafften es Kapitän Matthias Maak und Co. noch, einen Zähler ins Trockene zu bringen.
Temporeiche erste Halbzeit
In der ersten Halbzeit lieferten sich beide Teams einen tollen Fight, beide suchten ihr Heil in der Offensive. Wahrlich ein Leckerbissen für die Fans, denn die Austria zeigte trotz Feldüberlegenheit der Linzer, ihr gewohnt freches und mutiges Spiel. Wobei der Rückstand durch Nakamura naturgemäß nicht schmeckte. Der Japaner stand nach Stanglpass von Thomas Goiginger goldrichtig und drückte den Ball über die Linie. Doch die Austria schüttelte sich nur kurz und kam durch einen Kopfball von Anderson (29.) nach Flanke des stark spielenden Fabian Gmeiner zur nächsten Chance.
Fehlentscheidung
Große Aufregung dann in der 30. Minute. Nach einem langen Ball hielt der Linzer Verteidiger Filip Stojkovic den durchbrechenden Bryan Teixeira zurück. Schiedsrichter Andreas Heiss zückte aber nur die gelbe Karte, obwohl Stojkovic letzter Mann der Linzer war. Eine klare Fehlentscheidung, Stojkovic hätte mit roter Karte vom Platz gemusst. Beim darauffolgenden Freistoß durch Lukas Fridrikas hatte Linz-Rückhalt Schlager alle Hände bzw. Fäuste zu tun, um den Ausgleich zu verhindern. Der lag kurz vor Pausenpfiff nochmals in der Luft, doch Teixeira scheiterte aus spitzem Winkel am Tormann.
In die Defensive gezwungen
Zur zweiten Halbzeit änderte Lustenaus Cheftrainer Markus Mader die Anordnung im Offensivspiel seiner Mannschaft. Diaby als Spitze, Fridrikas dahinter und Teixeira kam über seine geliebte linke Seite. Doch die erste gute Möglichkeit ergab sich für den Linzer Innenverteidiger Philipp Ziereis (49.) nach einem Corner. Sein Kopfball verfehlte das Ziel nur knapp. Gleichzeitig ein Zeichen der Gäste aus Linz, die fortan mehr Druck ausübten und das Heft des Handelns klar in die Hand nahmen. Die Austria war zu enorm viel Defensivarbeit gezwungen, sah das gegnerische Gehäuse lange Zeit nur aus der Ferne.
Mit Glauben zum Remis
Erst als Mader mit Yulliwes Bellache und Henri Koudossou zwei weitere Neuzugänge ins Spiel brachte, keimte noch etwas Hoffnung auf. Auch weil der LASK plötzlich die Zügel locker ließ. Die Austria witterte die nächste Sensation, die dann in Person von Fridrikas (82.) auch folgen sollte. Nach einer wunderbaren Kombination über die rechte Seite spielte Anderson Teixeira frei, dessen Flanke fand genau Austrias Stürmer, der den Ball via Stange zum Ausgleich ins Tor bugsierte. Die Nordtribüne brodelte, eine Minute gleich noch ein Stück mehr, denn der Linzer Stojkovic sah wegen Kritik die gelb-rote Karte. Genau wie Gäste-Coach Dietmar Kühbauer, der nach Spielende Richtung Schiedsrichterkabine stürmte und seinem Unmut Luft machte. Zu dem Spiel seiner Mannschaft, die zwar weiter ungeschlagen blieb, fand er aber harsche Worte: „Das war eine Arbeitsverweigerung meiner Mannschaft.“ Sein Pendant auf Lustenauer Seite konnte mit dem Punkt naturgemäß gut leben. „Ich bin richtig stolz auf die Mentalität der Mannschaft, die trotz Rückstand gegen einen schweren und guten Gegner noch an sich geglaubt hat. Aufgrund der guten letzten Viertelstunde hat sich das die Mannschaft auch verdient“, so Chefcoach Mader über den mittlerweile zwölften Punkt nach acht Runden.
„Ich bin happy über mein Tor und den Punkt – wie man beim Tänzchen sehen konnte.“


