Ein Paukenschlag

Sport / 23.01.2023 • 15:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
 Katharina Liensberger und Marc Girardelli.
Katharina Liensberger und Marc Girardelli.

VN-Kommentar: Marc Girardelli über Trennung Katharina Liensberger und Trainer Livio Magoni

Das ist wirklich ein Knaller, den man nicht erwartet hat. Wenn ein Trainer mitten in der Saison kündigt, liegen meistens schwerwiegende Probleme vor. Dass es im Team Liensberger schon länger brodelt, ist bekannt. Denn die Resultate könnten im Vergleich zu den vergangenen Wintern nicht schlechter sein. Wo liegt das Problem, oder wohl eher, wo liegen die Probleme?

Will in Zukunft wieder angreifen: Katharina Liensberger. <span class="copyright">GEPA</span>
Will in Zukunft wieder angreifen: Katharina Liensberger. GEPA

Es ist offensichtlich, dass nicht nur Liensberger, sondern alle Damen im ÖSV höchst verunsichert sind. Sie stehen wacklig auf den Skiern. Sie rutschen an Stellen, wo andere carven. Sie laufen dem Ski hinterher, oder allgemein verständlich, sie sitzen hinten ab. Genau das, was jeder Normalverbraucher auf den Skiern tut, wenn es ihm plötzlich zu schnell wird, oder die Sicht schlecht ist.

Sprachprobleme zwischen Liensberger und Magoni sollen keine gute Basis für eine Kommunikation gewesen sein. <span class="copyright">GEPA</span>
Sprachprobleme zwischen Liensberger und Magoni sollen keine gute Basis für eine Kommunikation gewesen sein. GEPA

Ich bin überzeugt, dass Livio Magoni sein Bestes versucht hat, um das Maximum an Leistung zu erreichen. Dass er das kann, hat Magoni schon mehrfach bewiesen. Immerhin war er langjähriger Trainer bei Tina Maze und Petra Vlhova, welche die Szene über Jahre dominieren konnten. Dass Magoni mit seiner Art ab und zu aneckt, ist auch bekannt, aber nichts Außergewöhnliches. So wurde er von Vlhova rausgeworfen, weil er sie als „Bügeleisen“ tituliert hatte. Was immer das auch heißen mag. Im Team Liensberger war das Bügeleisen nicht das Thema, sondern eher die Verständigung an sich. Magoni konnte nur Italienisch und mangelhaft Englisch. Somit war keine gute Basis für ordentliche Kommunikation vorhanden.

In Zagreb konnte Katharina Liensberger mit Mühe den Ausfall vermeiden.<span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab" style="font-family: ui-serif, Georgia, Cambria, &quot;Times New Roman&quot;, Times, serif; font-size: revert; color: initial;"> </span><span style="color: initial;" class="marker"><span class="copyright">ap</span></span>
In Zagreb konnte Katharina Liensberger mit Mühe den Ausfall vermeiden. ap

Doch jetzt so kurz vor der WM wird es schwer einen Top-Trainer zu finden. Eine schnelle Lösung wäre in dieser prekären Situation sicherlich vorhanden. Einer der es auch mehrfach glorreich bewiesen hat, dass er es kann, wäre Karl Frehsner. Der 83-jährige hat momentan keine Engagements und wäre frei. Wenn Karl für die ÖSV-Oberen dafür zu alt wäre, hätte ich noch eine Alternative. Mein Vater wäre fünf Monate jünger und hat zurzeit auch kein Engagement.
Und bei ihm gäbe es garantiert keine Verständigungsprobleme.

Ein Paukenschlag

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