Sturm mit dem Rücken zur Wand

Grazer verloren Drittrunden-Quali-Hinspiel beim niederländischen Cupsieger Eindhoven 1:4.
Eindhoven Das Ergebnis war für die Grazer daher fast noch etwas schmeichelhaft, die Niederlage hätte empfindlicher ausfallen können. Der 18-jährige Niederländer Isaac Babadi mit seinem ersten Europacup-Treffer (4.) und Luuk de Jong mit einem Doppelpack (22., 32.) in seinem 100. Europacupspiel münzten die klare Überlegenheit der Hausherren früh auch in einen komfortablen Vorsprung um. Für den Schlusspunkt sorgte Ibrahim Sangaré (73.). Ilzer hatte den Club aus der Eredivisie im Vorfeld als „echtes Kaliber“ bezeichnet. Das stellte der niederländische Vizemeister auch eindrucksvoll unter Beweis. Johan Bakayoko wurde im Strafraum zu wenig attackiert und bediente Babadi, der schnell abzog und ins Eck traf. Nicht einmal vier Minuten waren da gespielt. Patrick van Aanholt hätte mit einem Weitschuss beinahe nachgelegt, da fehlte nicht viel (10.).
Die Grazer, bei denen Alexander Prass in der Startelf stand, brachten die trickreichen Außenstürmer Noa Lang und Bakayoko bei starkem Regen nicht in den Griff, was auch beim zweiten Gegentreffer deutlich wurde. Bakayoko setzte sich auf der Seite mit seiner Schnelligkeit gegen den heranrutschenden David Affengruber durch und seine Hereingabe köpfelte De Jong mit dem Hinterkopf ins lange Eck. Dem nicht genug konnte Kjell Scherpen zwar einen Lang-Schuss parieren, war dann gegen den Abstauber des am schnellsten reagierenden De Jong aber machtlos. Die ohne Philipp Mwene angetretenen Niederländer waren extrem ballsicher, schneller, trickreicher und hatten mit dem System der Grazer mit deren Mittelfeldraute leichtes Spiel. Eine Abfuhr lag in der Luft, doch fast aus dem Nichts folgte nach einer Standardsituation ein Lebenszeichen der Gäste. Gorenc-Stankovic stieg nach einem Böving-Eckball am höchsten und traf wuchtig per Kopf.
PSV kombinierte sich auch nach der Pause nach Belieben durch die Sturm-Abwehr, ließ aber einige Chancen zum Teil leichtfertig aus. Doch die Partie, in der der Ex-Lustenauer Bryan Teixeira sein CL-Debüt feierte, endete genauso wie das erste direkte Duell in der Europa League vor zwei Jahren mit einem 1:4.