Dornbirn mit Debakel in Leoben: “Nicht ligatauglich”

Sport / 11.11.2023 • 17:50 Uhr
Die Ernüchterung war groß, Dornbirn ging am Monte Schlacko unter. <span class="copyright">GEPA</span>
Die Ernüchterung war groß, Dornbirn ging am Monte Schlacko unter. GEPA

Der FC Dornbirn wird von Aufsteiger DSV Leoben deklassiert. Bereits zur Halbzeit liegen die Rothosen mit 0:5 hinten. Ex-Rapidler Deni Alar gelingt ein Hattrick, Janeschitz wird deutlich.

Leoben “Es ist ernüchternd. Die erste Hälfte war katastrophal. Man muss sagen, dass wir derzeit in allen Teilbereichen nicht ligatauglich sind. Das ist das Resümee von heute. Die Qualität, so wie sie jetzt ist, reicht nicht.” Thomas Janeschitz findet klare Worte, wenn er über den Auftritt beim DSV Leoben spricht. Seine Rothosen kassierten dort die sechste Ligapleite in Folge, schlitterten schon früh in ein 0:6-Debakel.

Spielbeginn verschlafen

Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge wollte der FC Dornbirn bei Aufsteiger Leoben wieder anschreiben – und so wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg sammeln. Die Donawitzer holten in ihren letzten fünf Spielen drei Remis und zwei Siege, warfen zudem Bundesligist Wolfsberger AC aus dem ÖFB-Cup.

Die Vorzeichen waren klar, ebenso klar das Ergebnis nach nicht einmal einer Viertelstunde. Ernüchterung machte sich im Lager der Rothosen breit, die Köpfe gingen nach unten. Bereits in der dritten Spielminute säbelte Cavafe Kevin Friesenbichler im Strafraum um, den fälligen Elfmeter verwandelte er selbst zum 1:0 (5.). “Wir haben Spielprinzipien, sprechen es vor dem Spiel an. Ein Beispiel: Wir sagen: Auf den Beinen bleiben. Erste Aktion – eine völlig unmotivierte Grätsche im Strafraum”, so Janeschitz. Nur zwei Minuten später legte Leoben nach, die Dornbirner Hintermannschaft zeigte sich im Kollektiv zaghaft, in der Mitte köpfte Deni Alar ins leere Tor ein.

Auch beim 3:0 ging es – wie bei allen Gegentreffern – über die rechte Dornbirner Abwehrseite (Janeschitz: “Nicht vorhanden”), eine Hereingabe von der Grundlinie konnte Alar wieder seelenruhig aus kurzer Distanz einschieben (14.). “Wir reden immer davon, dass die direkte Linie die gefährlichste ist – und dann machen wir die auf”, ärgerte sich der Trainer. “Die ersten zehn Minuten waren wir nicht anwesend”, sagte Kapitän Sebastian Santin.

Ein Bild, das sich wiederholte: Leoben jubelte, Dornbirn schaute zu. <span class="copyright">GEPA</span>
Ein Bild, das sich wiederholte: Leoben jubelte, Dornbirn schaute zu. GEPA

War bei den Leobenern jeder Schuss ein Treffer, bedeutete jeder Pass der Dornbirner Gefahr – für den Mitspieler. Vom “cleveren Spiel”, das Trainer Janeschitz im Vorfeld forderte, war nichts zu sehen. Dornbirn spielte zu ungenau, brauchte zu lange, war stets den einen Schritt zu spät. DSV-Kapitän Pichler aus der Distanz (28.), Heinrich (29.) und Alar (35.) fanden in weiterer Folge noch Chancen vor, den FC Dornbirn noch weiter vorzuführen.

Abermals Friesenbichler nach einem einfachen Doppelpass über links (41.) und Alar per Hattrick (44.) nutzten sie, stellten den 5:0-Halbzeitstand her.

Janeschitz wechselte bereits in Minute 38 dreifach, brachte Brilhante, Mischitz und Krnjic für Cavafe, Mandl und Rusch. Mehr als Einzelaktionen schauten aber nicht heraus. Die besten Halbchancen vergaben Lars Nussbaumer (40.) und Sebastian Santin (43.). “Dass wir nicht die großen Möglichkeiten haben, ist bekannt. Ich habe versucht, rasch zu reagieren. Aber wie man sieht, ist es relativ egal, wen wir zurzeit aufstellen. Weil es in vielen Bereichen – sei es technisch, taktisch, mental, auch vom Umfeld her – nicht ligatauglich ist. Das müssen wir schleunigst in den Griff kriegen”, sagte Janeschitz.

“Man muss sagen, dass wir derzeit in allen Teilbereichen nicht ligatauglich sind. Das ist das Resümee von heute. Die Qualität, so wie sie jetzt ist, reicht nicht.

Thomas Janeschitz, nach der 0:6-Niederlage

Nur ein Punktelieferant

Nach der Pause ließ es Leoben gemütlicher angehen. Odehnal sorgte in Minute 49 zwar für einen Spannungsmoment, ließ einen Schuss prallen – den zweiten Versuch durch Alar wehrte er aber gut ab. Mit dem 5:0 im Rücken erwachte auch der Leobener Fanblock, stimmte bereits in Minute 50 “Oh wie ist das schön!” und “Den Donawitzer Walzer tanzen wir!” an. Das Tanzen war auch bitter nötig, bei eisigem Wind fühlten sich die sieben Grad in der Steiermark nach deutlich weniger an, die fehlende Spannung tat ihr Übriges. Dass die Fans dann auch noch “Ihr seid nur ein Punktelieferant!” anstimmten, war zwar gemein, hatte an diesem Tag aber seine Berechtigung. Zehn Minuten vor dem Schluss setzte der eingewechselte Thomas Hirschhofer per Handelfmeter den Schlusspunkt zum 6:0.

Schon zur Halbzeit stand es 5:0 für die Gastgeber. <span class="copyright">GEPA</span>
Schon zur Halbzeit stand es 5:0 für die Gastgeber. GEPA

“So darf man sich nicht präsentieren, wir müssen uns alle hinterfragen. So darf man nicht in ein Spiel gehen”, brachte es auch Santin auf den Punkt. Er wusste aber auch: “In so einer Situation ist alles doppelt schwer, es ist ein Teufelskreis.”  

“Vom Mentalen haben wir individuell, was Wettkampfbereitschaft, Fighten, Professionalität, Dagegenhalten betrifft, absolut Probleme. Wenn wir Dinge hundertmal ansprechen, man sie aber nicht ausführen kann – dann ist der Schluss relativ einfach”, so Janeschitz. Den Gedanken zu Ende gedacht: Aktuell reicht es für den FC Dornbirn bei weitem nicht für Liga zwei. Fabian Beer aus Leoben

Admiral 2. Liga, 14. Runde

DSV Leoben GGMT Revolution – FC Mohren Dornbirn 1913 6:0 (5:0)

Monte Schlacko Arena; 1.550 Zuschauer; SR Emil Ristoskov

Torfolge: 5. 1:0 Kevin Friesenbichler (Foulelfmeter), 7. 2:0 Deni Alar, 14. 3:0 Deni Alar, 41. 4:0 Kevin Friesenbichler, 44. 5:0 Deni Alar, 81. 6:0 Thomas Hirschhofer (Handelfmeter)

Gelbe Karten: 24. Pichler (Leoben), 37. Bitsche, 65. Brilhante (beide Dornbirn/alle Foulspiel)

DSV Leoben (3-4-3): Wiegele – Brkic (78. Untergrabner), Horvat, Turi – Heinrich, Pichler, Eskinja (78. Michael), Halili (78. Weberbauer) – Amoah (78. Halper), Alar (78. Hirschhofer), Friesenbichler

FC Mohren Dornbirn 1913 (3-4-3): Odehnal – Gaßner, Cavafe (38. Cavafe), Marceta – Rusch (38. Mischitz), Nussbaumer, Bitsche (46. Mayr), Marte – Santin, Sato (75. Fetahu), Mandl (38. Krnjic)