Der Meister von Zahlen, Daten und Fakten

Sport / 12.12.2023 • 21:15 Uhr
Die technischen Disziplinen waren schon als Aktiver die große Leidenschaft von Alexander Razen. Bis vor Kurzem war der Götzner mit 4,63 m Landesrekordhalter im Stabhochsprung. <span class="copyright">VLV</span>
Die technischen Disziplinen waren schon als Aktiver die große Leidenschaft von Alexander Razen. Bis vor Kurzem war der Götzner mit 4,63 m Landesrekordhalter im Stabhochsprung. VLV

Alexander Razen arbeitet seit August als Technical Service Manager beim Leichtathletik-Weltverband.

Götzis „Ich bin in der glücklichen Lage, mein liebstes Hobby jeden Tag beruflich ausüben zu dürfen.“ Alexander Razen ist die Begeisterung und Freude für die eigene Arbeit, das Unternehmen und seinen Aufgabenbereich in jeder Silbe anzuhören. Seit August arbeitet der gebürtige Götzner beim Leichtathletik-Weltverband im Headquarter in Monaco und hat damit nicht nur sein Hobby zum Beruf gemacht, sondern sich nach eigener Angaben einen Jugendtraum erfüllt. Seit seinem Einstieg in die Leichtathletik zu Beginn der 90er-Jahre ist er vom Leichtathletikfieber gepackt. „Was mir als Sportler verwehrt blieb, gehört jetzt zu meinem täglichen Aufgabenbereich und bestimmt meinen Tagesablauf“, betont der 39-Jährige stolz.

Alexander Razen bei der Weltmeisterschaft in Budapest.<span class="copyright">Privat</span>
Alexander Razen bei der Weltmeisterschaft in Budapest.Privat
Alexander Razen mit ÖLV-Präsidentin Sonja Spendelhofer.
Alexander Razen mit ÖLV-Präsidentin Sonja Spendelhofer.
Der Meister von Zahlen, Daten und Fakten
Alexander Razen und Thomas Eckel gehörten bei der Abschlussprüfung zum internationalen Kampfrichter zu den Punktebesten.

25 ÖM-Medaillen

Seine ersten größeren Wettkämpfe absolvierte der Absolvent des Gymnasiums Feldkirch-Rebbergasse (Notendurchschnitt 1,1) mit 16 Jahren. Im Verlauf seiner Sportlerkarriere holte Razen insgesamt 25 Medaillen bei österreichischen Meisterschaften, brachte es als Mehrkämpfer auf vier Einsätze im Europacup und holte ÖM-Gold 2005 und 2006 im Zehnkampf der U23-Klasse.

Im Verlauf seiner aktiven Karriere holte Alexander Razen 25 ÖM-Medaillen. <span class="copyright">GEPA</span>
Im Verlauf seiner aktiven Karriere holte Alexander Razen 25 ÖM-Medaillen. GEPA

Vier Studien mit Auszeichnung

Doch nicht nur in der Leichtathletik stellte Razen seine Vielseitigkeit in beeindruckender Manier unter Beweis. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten für Zahlen und die mathematischen Fähigkeiten waren es auch, die beim Studium nicht nur einmal im Vordergrund standen. Zwischen 2003 und 2018 schloss der Götzner an der Universität Innsbruck die Studiengänge Technische Mathematik, Betriebswirtschaftslehre, Politische Ökonomie und das Doktoratsstudium der Wirtschaftswissenschaften jeweils mit Auszeichnung ab. Parallel zu seinen Studien arbeitete Razen als Lehrbeauftragter und Assistent an der Uni Innsbruck.
Bereits während seiner aktiven Karriere, speziell nach Beendigung im Sommer 2016, widmete sich Razen weiter der Leichtathletik. „Die Vorliebe und Begeisterung wird mich wahrscheinlich immer begleiten. Ich kann mir im Moment, nicht nur wegen des beruflichen Werdeganges, ein Leben ohne Leichtathletik nur schwer vorstellen.“

Der Meister von Zahlen, Daten und Fakten
Bei der Graduierung im Jänner 2018 erhielt Alexander Razen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in Innsbruck den Ring für die sub-auspiciis-Promotion überreicht.
Der Meister von Zahlen, Daten und Fakten

Nach den Ausbildungen zum Kampfrichter auf nationaler Ebene folgte ab 2015 die Ausbildung zum Nationalen Technischen Offiziellen (NTO) und anschließend zum Internationalen Technical Official Education and Certification System (TOECS) und der Einstieg in die weltweite Kampfrichterszene.

Jobanfrage bei der WM in Budapest

Neben zahlreichen Einsätzen auf nationaler Ebene, darunter natürlich seit über 20 Jahren als Kampfrichter beim Hypomeeting in seiner Heimatgemeinde, feierte Razen bei der U20-EM 2021 in Tallinn seine „Feuertaufe“ als technischer Delegierter. Ein Jahr später war Razen im Auftrag von European Athletics beim EYOF-Festival in der Slowakei und von da an ging es Schlag auf Schlag. Zu Beginn des Jahres war der Götzner bei der Hallen-EM in Istanbul und im Sommer bei der Weltmeisterschaft in Budapest dabei. „In Budapest hat mich ein Funktionär von World Athletics gefragt, ob ich Interesse an einer Tätigkeit im Weltverband hätte. Nach Rücksprache mit meiner Lebensgefährtin und den Gesprächen mit den handelnden Personen habe ich mich dann dazu entschlossen, die Stelle als Technical Service Manager bei World Athletics in Monaco anzunehmen.“
Der Aufgabebereich ist breit gefächert und betrifft die Überwachung der örtlichen Gegebenheiten am Wettkampfort, die Zertifizierung und Prüfung des Equipments und der in technischen Geräte. „Das Spektrum ist so immens groß, umfasst sowohl Theorie und Praxis, und ist genau jener Bereich, der mir besonders am Herzen liegt und in dem ich mich gut auskenne.“

Heimvorteil in Paris 2024

Obwohl die neue Tätigkeit enorm zeitintensiv und extrem verantwortungsvoll ist, freut sich Razen auf die kommenden Aufgaben. Ganz besonders groß ist die Vorfreude auf die Olympischen Sommerspiele kommendes Jahr in Paris. „Als Aktiver träumt man von einer Olympiateilnahme. Jetzt kann ich mir verspätet meinen Jugendtraum auf einer anderen Ebene erfüllen.“