Austria knöpft Rapid einen Punkt ab

Die Lustenauer zeigen ihre beste Saisonleistung und dürfen sich am Ende sogar darüber ärgern, keinen Sieg eingefahren zu haben. Der Auftritt gibt Mut für die Qualigruppe.
Wien Gleich acht Neue schickte Andreas Heraf im Vergleich zur Salzburg-Pleite ins Rennen, nur Schierl, Berger und Anderson blieben in der Startelf. Auch taktisch stellte Heraf um, ließ mit Viererkette spielen. Angeführt wurde diese von Matthias Maak, erstmals seit 26. September stand der Kapitän wieder in der Startelf.
Die erste Hälfte war aus Lustenauer Sicht vor allem eines: überraschend gut. So hatte Rapid eine zwingende Chance über Christoph Lang, der den Ball dann aber am Tor vorbeilegte (3.). Anfangs noch mit Schwierigkeiten, fand Lustenau in weiterer Folge aber deutlich besser ins Spiel. Das lag auch daran, dass sich bei Rapid zunehmend Schlampigkeitsfehler einschlichen, die Austria so wiederholt zu guten Ballgewinnen kam.

Und über Lukas Fridrikas hatte Lustenau auch die Chance zur Führung. Der Angreifer leitete einen Konter nach einer Rapid-Ecke selbst ein, bekam den Ball von Ben Bobzien dann aber schlecht zugespielt – und nahm einfach Maß. Der Ball hätte wunderbar ins Kreuzeck gepasst, Rapid-Torhüter Niklas Hedl drehte den Ball aber gerade noch um die Stange (27.). Wenig später schwächte sich Rapid dann selbst. Terence Kongolo – bereits nach einem harten Einsteigen im Kopfballduell mit Gelb verwarnt – stellte sich gegen Bobzien ungeschickt an, räumte diesen auf dem Weg zum Tor um und sah Gelb-Rot (34.). Der Ausschluss war nicht unumstritten, für Kongolo ist es bereits die dritte Rote nach sieben Bundesligaspielen für Rapid.
Treffer auf beiden Seiten, Rot für Grabher
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte gehörte die erste Chance Rapid: Seidl hatte im Zentrum zu viel Platz, seinen Abschluss rettete Schierl zur Ecke (49.). Schierl ist es auch, der wenig später erneut eine zentrale Rolle einnimmt: Einen weiten Abschlag von ihm lässt Kasanwirjo nämlich aufprallen, dadurch kann sich Bobzien dann gegen ihn durchsetzen – und setzt den Ball zum 0:1 ins lange Eck (50.).

Lustenau war in weiterer Folge bemüht, die Führung zu verwalten – Rapid war bemüht, dieses Unterfangen zu verhindern. Bei einem von Bobzien abgefälschten Abschluss des eingewechselten Jansson waren die Gastgeber beinahe erfolgreich (68.), auch Burgstaller verpasst nur um eine Schuhspitze (71.).
Der Ausgleich in Unterzahl gelang Rapid schließlich vom Elfmeterpunkt. Zuvor bekam Lustenau einen Eckball nicht wegverteidigt, Seidl spitzelte den Ball schließlich aus kurzer Distanz aufs Tor – wo Grabher den Ball mit dem Oberarm auf der Torlinie abwehrte (76.). Grabher sah dafür eine Rote Karte, die ebenfalls umstritten war. Den fälligen Elfmeter verwandelte Marco Grüll sicher (78.).

Rapid hatte anschließend das Momentum auf seiner Seite, Lustenau hatte Glück – und einen überragenden Schierl. So traf Burgstaller in Minute 87 erst nur die Stange, den Nachschuss von Seidl parierte Schierl sensationell auf der Linie.
Mit viel Zittern brachte Lustenau den Punktgewinn über die Zeit – das war auch verdient, über weite Phasen zeigte die Austria ihre beste Saisonleistung. Der Rückstand auf die WSG Tirol in der Tabelle erhöht sich trotz des Remis – die Wattener siegten in Überzahl gegen Hartberg (1:0).
Admiral Bundesliga, 21. Runde
SK Rapid – SC Austria Lustenau 1:1 (0:0)
Wien, Allianz-Stadion, 18.700 Zuschauer; SR Markus Hameter (NÖ)
Torfolge: 50. 0:1 Ben Bobzien, 78. 1:1 Marco Grüll (Handelfmeter)
Gelbe Karten: 21. Kongolo (Foulspiel), 51. Kasanwirjo (beide Rapid/Kritik), 53. Bobzien (Foulspiel), 56. Schierl (beide Lustenau/Unsportlichkeit), 61. Kerschbaum (Rapid/Foulspiel), 82. Gorzel (Unsportlichkeit), 85. Meisl (beide Lustenau/Foulspiel), 88. Grgic (Rapid/Unsportlichkeit), 90./+1 Anderson (Lustenau/Foulspiel)
SK Rapid (4-2-3-1): Hedl – Kasanwirjo (57. Kerschbaum), Querfeld, Kongolo, Auer (57. Jansson) – Sattlberger, Grgic – Lang (90./+3 Zivkovic), Seidl, Grüll – Burgstaller
SC Austria Lustenau (4-1-4-1): Schierl – Berger (79. Boateng), Grujcic, Maak, Anderson – Chato – Bobzien (69. Tiefenbach), Gorzel, Grabher, Diaby (69. Meisl) – Fridrikas (90./+5 Cissé)