Faustschlag überschattet Wälder Derby

Sport / 09.09.2024 • 17:55 Uhr
Bizaus Uelder Barbosa Mendes, der in dieser Saison schon drei Ligatreffer erzielt hat, will im Cup gegen Egg seine Trefferquote verbessern. VN-Stiplovsek
Uelder Barbosa Mendes erzielte das 1:0 für den FC Bizau. VN-Stiplovsek

FCS-Trainer Batir geht nach Schlag von Bizau-Sportchef Feurstein zu Boden.

Bizau Was als hitziges Wälder-Derby der Vorarlbergliga begann, endete in einem handfesten Eklat. Vor gut 600 Zuschauern sicherte sich der FC Bizau einen knappen 2:1-Sieg gegen den FC Schwarzenberg und bleibt damit auf dem zweiten Tabellenplatz. Doch die sportlichen Leistungen rückten bald in den Hintergrund, als die Emotionen am Spielfeldrand kurz nach Wiederanpfiff überkochten.
In der 55. Minute eskalierte die ohnehin spannungsgeladene Partie. Nach einem harmlosen Foul im Mittelfeld gerieten Metin Batir (35), Trainer des FC Schwarzenberg, und Patrick Feurstein, Sportchef des FC Bizau, an der Auslinie aneinander. Zunächst lieferten sich die beiden ein lautes Wortgefecht. Was zunächst verbal begann, entwickelte sich schnell zu einer körperlichen Auseinandersetzung: Feurstein versetzte Batir erst einen Schubser, dieser ließ sich zunächst theatralisch fallen und stand aber schnell wieder auf. Nur wenig Augenblicke später streckte Feurstein den Schwarzenberg-Trainer per Faustschlag nieder. Batir ging mit einer blutenden Wunde im Gesicht zu Boden und musste mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. „Es war ein Blödsinn, den ich nicht mehr rückgängig machen kann“, konstatierte Feurstein.

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Befürchtungen nicht bestätigt

Die Partie war daraufhin für knapp 20 Minuten unterbrochen, und es stand sogar ein Spielabbruch im Raum. Viele Zuschauer, Spieler und Funktionäre fragten sich, ob das Spiel überhaupt noch fortgesetzt werden würde. Doch nach langen Beratungen entschieden die Schiedsrichter, die Begegnung weiterlaufen zu lassen.
Batir erlitt glücklicherweise „nur“ eine Rissquetschwunde an der Lippe, nachdem sich die anfängliche Befürchtung eines Nasen- und Kieferbruchs nicht bestätigte. Nach intensiven Untersuchungen konnte er das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen.

Patrick Feurstein, der seit 2022 Sportlicher Leiter beim Wälder Traditionsverein war, trat nach dem Vorfall von seinem Posten beim FC Bizau zurück. „Ich hätte ohnehin im Winter aufgehört, das habe ich jetzt vorgezogen. Ich kann nicht von meinen Spielern Disziplin verlangen und dann passiert mir so etwas“, sagte der Übeltäter.

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Der Faustschlag wird aber noch ein weiteres Nachspiel haben: Der Straf- und Meldeausschuss des VFV unter der Leitung von Neo-Vorsitzendem Hannes Bodenlenz wird am Mittwoch über die Konsequenzen für Feurstein beraten und ein Urteil fällen. Feurstein selbst wird nicht vor den Ausschuss treten. Er stehe zu seinem Fehler, über das Strafausmaß sollen aber andere urteilen. „Auf mich hat das ohnehin keine Auswirkung“, sagte der 53-Jährige. VN-TK, VN-EMJ