
Hoffnung für die Spielerinnen
Nach Skandal um Funktionär tun sich die nächsten Baustellen bei SPG FC Lustenau/FC Dornbirn auf.
Dornbirn, Lustenau Die Vorarlberger Nachrichten berichteten exklusiv über Vorwürfe gegen einen Dornbirner Fußballfunktionär, er habe Spielerinnen der SPG FC Lustenau/FC Dornbirn während einer Besprechung bedroht. Diese Angelegenheit hat sportlich nunmehr große Auswirkungen – positiver Art für die Fußballerinnen des Bundesligaclubs.
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Ab sofort übernimmt der FC Lustenau operativ die Weiterführung der ehemaligen Spielgemeinschaft, wie dessen Obmann Julian Regittnig gegenüber den VN bestätigt. „Wir werden alles dafür tun, um den Fortbestand der Bundesligamannschaft zu sichern“, so der 33-Jährige.
„Seitens des FC Lustenau werden wir alles dafür tun, das Bundesligateam zu erhalten.“
Julian Regittnig
Obmann FC Lustenau

Anlässlich einer Vorstandssitzung am Mittwochabend hat sich der FCL klar dafür ausgesprochen, seine Philosophie Frauenfußball auch in das Bundesligateam einfließen zu lassen. Damit wird sich Thomas Sperger, bei den Lustenauern für den Frauenfußballbereich zuständig, um die Fragen rund um das Team kümmern. Mit zwei Nachwuchsteams sowie einer Landesliga-Mannschaft und dem Future Team ist der FC Lustenau in diesem Bereich bereits gut aufgestellt.
Auch die Finanzierung ist laut Regittnig („Die Übernahme erfolgt somit ein halbes Jahr früher als geplant“) gesichert. Als neuer Spielort ist das Stadion an der Holzstraße geplant, allerdings, so der FCL-Obmann, benötige man auch ein Ausweichstadion. „Unser Fokus gilt allein dem Sportlichen“, bestätigt Regittnig. „Da haben wir nicht mehr viel Zeit. Bald ist Weihnachten und Neujahr. Unser Ziel ist es, noch mit allen Spielerinnen ein Gespräch zu führen und sie im Club zu behalten.“
Krisenablaufplan des ÖFB
Fakt ist, dass das Ermittlungsverfahren unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Feldkirch von der Polizeiinspektion Dornbirn geführt wird und am Laufen ist. Laut Polizeiinspektion Dornbirn sind weitere Einvernahmen und Befragungen im Umfeld des Vereins geplant.
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Dazu arbeitet auch der Österreichische Fußball Bund (ÖFB) nach deren Ablaufplan bei Krisen die Geschehnisse rund um den Vorarlberger Bundesligaclub Punkt für Punkt ab. Thomas Hollerer, Geschäftsführer des ÖFB erklärt dazu, „dass der Sachverhalt bis ins kleinste Detail für uns aufgeklärt und evaluiert wird und danach wird sich der ÖFB anschauen, gegen welche Personen man verbandsrechtlich vorgehen kann. Alles darüber hinaus – für den Fall, dass handelnde Personen nicht mehr im Verein tätig sind – wird dann die öffentliche Hand übernehmen.“ Zur Info: Ein Verdächtigter wurde kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe von seinen Aufgaben bei der SPG FC Lustenau/FC Dornbirn von seinen Ämtern entbunden.
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Auf glühenden Kohlen
Neben den Vereinsverantwortlichen sitzen aktuell Mannschaft, Trainer und Staff auf glühenden Kohlen. Seit dem letzten Wochenende ist die Herbstrunde Geschichte, die erste Partie im neuen Jahr ist just das große Ländlederby zwischen den Frauen des SCR Altach und der SPG FC Lustenau/FC Dornbirn (9. Februar). Von der Vereinigung der Fußballer kommt diesbezüglich ein klares „Pro“ für das Weiterbestehen. „Für die verbliebenen Spielerinnen ist es wichtig, dass der Spielbetrieb im Frühling gesichert ist. Wir sind diesbezüglich im Austausch mit dem Verein und unterstützen die Spielerinnen bei ihren rechtlichen Fragen“, so VdF-Vorsitzender Gernot Baumgartner.
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Während also die Frauen-Bundesliga-Mannschaft in den FC Lustenau eingegliedert wird, gibt es in personeller Hinsicht noch keine Klarheit. „Dafür ist die Entscheidung noch zu frisch“, sagt Regittnig. Neben den Gesprächen mit den Spielerinnen will man seitens des FCL auch alsbald mit dem Trainerteam sprechen. „Wir haben seit Jahren eine klare Philosophie für den Frauenfußball entwickelt und setzen dabei stark auf junge Spielerinnen. Dies wollen wir fortsetzen. Sportlich ist natürlich das große Ziel, den Verbleib in der Bundesliga zu sichern.“
Mit dieser clubinternen Entscheidung eröffnet der FC Lustenau den Spielerinnen nicht nur eine Fußballzukunft, sondern auch für eine kontinuierliche Arbeit in Blau-Weiß. VN-MKR/CHA