Zwei Titel, ein Championherz

Rollstuhltennis-Ass Maxi Taucher triumphiert in Roland Garros im Einzel und Doppel.
Paris Der Moment, in dem Träume Wirklichkeit werden, war auf Court 12 in Roland Garros zum Greifen nah. Und Maximilian Taucher aus Hohenems – erst 17 Jahre alt, aber längst ein Großer – hat zugegriffen. Mit einer Mischung aus taktischer Reife, mentaler Stärke und spielerischer Brillanz holte sich das Rollstuhltennis-Talent nicht nur seinen zweiten Einzeltitel bei den French Open, sondern legte im Doppel gleich nach. Ein perfekter Tag auf dem legendären Pariser Sand.
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Der Weltranglistenerste der ITF-Junioren (U18) ließ im Einzel-Finale gegen den viertgereihten US-Amerikaner Charlie Cooper nichts anbrennen. Nach 1:37 Stunden Spielzeit stand ein 6:2, 7:6(3)-Sieg zu Buche – souverän im ersten, kontrolliert im zweiten Satz. „Ich konnte meinen Matchplan, speziell im ersten Satz, durchziehen“, analysierte Taucher abgeklärt. „Im zweiten Satz kam Charlie besser ins Spiel. Doch ich bin ruhig geblieben, war nie im Rückstand – auch nicht im Tiebreak.“


Überragende Statistik
Die Zahlen unterstreichen das Bild eines überlegenen Champions: Taucher glänzte mit weniger Doppelfehlern (4 zu 9), höherer Quote an Punkten nach dem ersten Service (65 zu 51 %) und die bessere Ausbeute beim zweiten Aufschlag (41 zu 38 %). Er spielte 35 Winner, Cooper 31 – bei den unerzwungenen Fehlern (21 zu 24) und den Gesamtpunkten (84 zu 73) hatte der Hohenemser ebenso die Nase vorn und war bei den Netzangriffe (88 zu 77) effektiver als der US-Boy.

Doch der Tag war damit noch nicht vorbei. Knapp zwei Stunde nach dem Finalerfolg im Einzel kehrte Taucher auf Court 12 zurück – nun mit Cooper an seiner Seite. Im Doppel standen sie dem brasilianisch-belgischen Duo Luiz Calixto und Alexander Lautermann gegenüber. Was nach einem Kraftakt roch, entwickelte sich zum Glanzstück: Nach einem umkämpften 6:4 im ersten Satz legten Taucher/Cooper im zweiten noch eine Schaufel darauf. Das 6:0 war ein Statement – und die Vollendung eines historischen Tages.

Zweiter Doppelpack in Folge
Bereits 2024 hatte Taucher in Paris Geschichte geschrieben. Damals triumphierte er im Doppel mit dem Briten Ruben Harris. Jetzt, nur ein Jahr später, stemmt er erneut zwei Pokale in die Höhe. Ein Titel-Doppelpack, der seine Ausnahmestellung eindrucksvoll bestätigt.

Maximilian Taucher – der Name steht nicht nur für Talent, sondern für Hingabe, Leidenschaft und Erfolg. Und Paris? Wird für ihn mehr und mehr zum zweiten Wohnzimmer.