Zwei Titel, ein Championherz

Sport / 06.06.2025 • 17:19 Uhr
Tennis French Open Paris 2025 Roland Garros
Der Sand von Roland Garros – für Maxi Taucher erneut eine große Bühne und Belohnung zugleich. Der 17-jährige Hohenemser triumphiert bei den French Open erneut im Einzel und Doppel und ist zum zweiten Mal in seiner noch jungen Karriere Grand-Slam-Sieger im Doppelpack. Philipp Montigny/FFT

Rollstuhltennis-Ass Maxi Taucher triumphiert in Roland Garros im Einzel und Doppel.

Paris Der Moment, in dem Träume Wirklichkeit werden, war auf Court 12 in Roland Garros zum Greifen nah. Und Maximilian Taucher aus Hohenems – erst 17 Jahre alt, aber längst ein Großer – hat zugegriffen. Mit einer Mischung aus taktischer Reife, mentaler Stärke und spielerischer Brillanz holte sich das Rollstuhltennis-Talent nicht nur seinen zweiten Einzeltitel bei den French Open, sondern legte im Doppel gleich nach. Ein perfekter Tag auf dem legendären Pariser Sand.

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Der Weltranglistenerste der ITF-Junioren (U18) ließ im Einzel-Finale gegen den viertgereihten US-Amerikaner Charlie Cooper nichts anbrennen. Nach 1:37 Stunden Spielzeit stand ein 6:2, 7:6(3)-Sieg zu Buche – souverän im ersten, kontrolliert im zweiten Satz. „Ich konnte meinen Matchplan, speziell im ersten Satz, durchziehen“, analysierte Taucher abgeklärt. „Im zweiten Satz kam Charlie besser ins Spiel. Doch ich bin ruhig geblieben, war nie im Rückstand – auch nicht im Tiebreak.“

Tennis French Open Paris 2025 Roland Garros
Der 17-jährige Hohenemser mit der Siegertrophäe im Einzel. Philipp Montigny/FFT
Tennis French Open Paris 2025 Roland Garros
Gemeinsam mit Finalgegner Charlie Cooper holte sich Maxi Taucher anschließend auch den Titel im Doppel. Philipp Montigny/FFT

Überragende Statistik

Die Zahlen unterstreichen das Bild eines überlegenen Champions: Taucher glänzte mit weniger Doppelfehlern (4 zu 9), höherer Quote an Punkten nach dem ersten Service (65 zu 51 %) und die bessere Ausbeute beim zweiten Aufschlag (41 zu 38 %). Er spielte 35 Winner, Cooper 31 – bei den unerzwungenen Fehlern (21 zu 24) und den Gesamtpunkten (84 zu 73) hatte der Hohenemser ebenso die Nase vorn und war bei den Netzangriffe (88 zu 77) effektiver als der US-Boy.

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Taucher verbuchte eine grandiose Statistik im Einzelfinale. Philipp Montigny/FFT

Doch der Tag war damit noch nicht vorbei. Knapp zwei Stunde nach dem Finalerfolg im Einzel kehrte Taucher auf Court 12 zurück – nun mit Cooper an seiner Seite. Im Doppel standen sie dem brasilianisch-belgischen Duo Luiz Calixto und Alexander Lautermann gegenüber. Was nach einem Kraftakt roch, entwickelte sich zum Glanzstück: Nach einem umkämpften 6:4 im ersten Satz legten Taucher/Cooper im zweiten noch eine Schaufel darauf. Das 6:0 war ein Statement – und die Vollendung eines historischen Tages.

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Perfekte Vorhand des alten und neuen French-Open-Siegers. GEPA

Zweiter Doppelpack in Folge

Bereits 2024 hatte Taucher in Paris Geschichte geschrieben. Damals triumphierte er im Doppel mit dem Briten Ruben Harris. Jetzt, nur ein Jahr später, stemmt er erneut zwei Pokale in die Höhe. Ein Titel-Doppelpack, der seine Ausnahmestellung eindrucksvoll bestätigt.

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Auch beim traditionellen Siegerinterview in englischer Sprache agierte Taucher souverän – so wie zuvor auf dem roten Sand von Roland Garros. GEPA

Maximilian Taucher – der Name steht nicht nur für Talent, sondern für Hingabe, Leidenschaft und Erfolg. Und Paris? Wird für ihn mehr und mehr zum zweiten Wohnzimmer.