Vier Gegentore nach der Pause: Bregenz in St. Pölten ohne Punkt

Bei Standards anfällige Bregenzer kassieren in St. Pölten eine verdiente Niederlage. Ein Angreifer tut sich hervor, in Summe gibt es aber noch Baustellen bei Schwarz-Weiß.
St. Pölten SW Bregenz muss in der niederösterreichischen Landeshauptstadt am zweiten Spieltag die erste Niederlage der Saison hinnehmen. Beim 2:4 gegen den SKN St. Pölten ist Bregenz über weite Strecken unterlegen – und kassiert gleich vier billige Gegentore in Hälfte zwei. Ein Doppelpack von Neuzugang Atsushi Zaizen reicht so nicht zu Punkten.
Die Startelf von SW Bregenz war im Vergleich zum 1:1 gegen Rapid II zum Auftakt nur auf einer Position verändert, und das gezwungenermaßen: Daniel Nussbaumer fehlte krank, für ihn rückte Nicolas Rossi in die erste Elf. Auf dem Platz dirigierte zunächdst St. Pölten das Geschehen, die “Wölfe” hatten ihr erstes Ligaspiel souverän mit 4:1 gegen die Young Violets gewonnen. Die erste Chance zur Führung gab es bereits drei Minuten nach der für den verstorbenen ÖFB-Präsidenten Leo Windtner abgehaltenen Schweigeminute. Dass die Zuordnung bei einem Eckball nicht passte, blieb aus Sicht der Schwarz-Weißen aber unbestraft (3.). St. Pölten war auch in der Folge die Mannschaft mit mehr Drang nach vorne und auch der nötigen Genauigkeit knapp bis vor das Tor. Die zweite Top-Chance legte Furkan Dursun nur Zentimeter neben das lange Eck.

Bregenz tauchte maximal aus der Distanz auf, der bis dahin komplett blass gebliebene Rossi setzte den Ball vom Sechzehner daneben (27.), Levan Eloshvili brachte SKN-Torhüter Christopher Knett mit einem eigentlich recht zentralen Schuss in Bedrängnis (31.). Spielerisch waren die Schwarz-Weißen gar nicht schlecht, dabei aber zu ungefährlich. Am ehesten ließen sich die Angriffsbemühungen vor der Pause (in der Nachspielzeit wurde ein Standard fast noch gefährlich) aber mit Regi Van Ackers Reaktion nach einem Lupfer ins Nichts in Minute 35 zusammenfassen: Er breitete demonstrativ die Arme aus. Hinzu kam, dass sich gerade über die rechte Angriffsseite der Niederösterreicher unerwartete Wege für die “Wölfe” auftaten, Winfred Amoah setzte den Ball in Minute 42 aus einer solchen Gelegenheit knapp vorbei.
Doppelter Zaizen reicht nicht
Zur Pause tauschte Van Acker den Stürmer, für den schwachen Rossi kam Jan Stefanon in die Partie. Den Führungstreffer besorgte ein anderer Offensivspieler – und das durchaus überraschend. Mit einem weiten Ball nach einem gegnerischen Eckball wurde Atsushi Zaizen auf die Reise geschickt, der mit Amoah seinen einzigen Gegenspieler eiskalt aussteigen ließ und den Ball schön ins Eck zirkelte (51.). Der Neuzugang ließ sich zu Recht von den Mitspielern herzen.

Einzig sollte die Führung nicht lange Bestand haben. Johannes Schriebl nahm gegen David Riegler die Hände etwas zu offensichtlich zu Hilfe, den Schubser erkannte Schiedsrichter Alain Sadikovski und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Routinier Marc Stendera verwandelte sicher zum 1:1 (54.). Bregenz war unsicher, das zeigte sich weiter, und bei zwei aufeinanderfolgenden Eckbällen auf das kurze Eck wurde es besonders deutlich. Mit dem ersten hatte Torhüter Kilian Kretschmer Probleme, den zweiten verlängerte Dursun an die Latte, vom Fünfereck jagte Marco Hausjell den Ball zum 2:1 unter die Latte (60.). Damit hatten die beiden St. Pöltner Torschützen aus Runde eins auch gegen Bregenz getroffen. Die nächste Ecke führte zum 3:1, SKN-Kapitän Stefan Thesker konnte den Kopfball unbedrängt setzen, Dragan Marceta lenkt ihn beim Rettungsversuch noch mit der Brust ins Tor (63.).
Dass man in Minute 69 aus einem eigenen Einwurf das 4:1 kassierte – erneut ging es über rechts – passte ins Bild, Hausjell brauchte den Ball nur mehr über die Linie zu stolpern. Regi Van Acker zuckte ratlos mit den Armen. Die Schwäche bei gegnerischen Standards blieb ein Kernelement im Bregenzer Spiel, Riegler verfehlte per Kopf, Gegenwehr hatte er keine (77.). Ausgerechnet ein Standard – dieses Mal ein offensiver – brachte Bregenz noch einmal auf 4:2 heran, Zaizen stand bei einem Tartarotti-Freistoß am zweiten Pfosten richtig (81.). Torhüter Kretschmer parierte in der Schlussphase gegen Amoah zweimal stark, es blieb beim 4:2 für die “Wölfe”.

Durch die verdiente Niederlage verpasst SW Bregenz die Chance, in der Tabelle in den positiven Bereich zu rutschen. Die Schwarz-Weißen halten weiter bei -2 Punkten, St. Pölten beim Punktemaximum nach zwei Spielen.
Admiral 2. Liga, 2. Spieltag
SKN St. Pölten – SW Bregenz 4:2 (0:0)
St. Pölten, NV Arena; 1.259 Zuschauer; SR Alain Sadikovski
Torfolge: 51. 0:1 Atsushi Zaizen, 54. 1:1 Marc Stendera (Strafstoß), 60. 2:1 Marco Hausjell, 63. 3:1 Stefan Thesker, 69. 4:1 Marco Hausjell, 81. 4:2 Atsushi Zaizen
Gelbe Karten: Krasniqi, Kurt bzw. Marceta, Schriebl
SW Bregenz (4-1-2-3): Kretschmer – Vojic (68. Nussbaumer), Dirnberger, Marceta, Cotter (82. Rottensteiner) – Schriebl – Lüchinger (68. Umjenovic), Tartarotti – Eloshvili (68. Maksimovic), Rossi (46. Stefanon), Zaizen