
Viele Namen, erste persönliche Gespräche
Bis 7. Jänner soll der neue Altach-Trainer feststehen. Am Tag danach steigt das erste öffentliche Training.
Altach Schon am Sonntag ist es vorbei mit der Weihnachtsruhe, dann wird es für die ersten Spieler ernst: Die Testungen nach der Pause beginnen. Allein von Ruhe ist am Campus Schnabelholz aktuell wenig zu spüren. Die Telefonleitungen sind blockiert und Sportchef Philipp Netzer sowie Sportkoordinator Eric Orie sind in Gesprächen. Kein Wunder, schon am 8. Jänner will man auch den Fans den Trainer präsentieren. Bei der ersten öffentlichen Trainingseinheit im Jahr 2026 soll der Neue bereits die Truppe leiten.
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Es ist allerdings anzunehmen, dass sich der Bundesligist nach dem Abgang von Fabio Ingolitsch schon zuvor auf einen neuen Chefcoach einigt. Zumal auch die Spieler schon voller Neugier der Entscheidung entgegenblicken. Viel Zeit ist also nicht, um “Mr. X” zu finden. Auf dem Weg dorthin bleibt eine Frage noch unbeantwortet: Will Altach Zeit gewinnen und denkt an eine große Lösung im Sommer, oder soll die Zukunft mit “dem richtigen Kandidaten” geplant werden? Zwei durchaus überlegenswerte Herangehensweisen, möglicherweise jedoch mit unterschiedlichen Konsequenzen.

Eine sehr interessante Personalie
Ein Name, der beim SCR Altach in der Vergangenheit immer wieder bei Trainerbestellungen aufgetaucht ist, ist jener von Mitja Mörec. Der 42-jährige Slowene, der als Spieler u. a. 60 Bundesligaspiele für den SK Sturm absolviert hat und Erfahrungen in Israel, den Niederlanden oder Bulgarien sammelte, steht nach seiner Entlassung bei BW Linz aktuell ohne Verein da. Zwar führte Mörec, der im Sommer 2025 nach einer erfolgreichen Zeit beim FAC zu den Blau-Weißen wechselte, die Linzer ins Cup-Viertelfinale, doch nach sechs Niederlagen in Folge wurde er nach der 1:3-Pleite gegen den GAK Ende November beurlaubt. Pikant: Einen seiner drei Ligaerfolge mit BW Linz feierte er ausgerechnet gegen Altach, als die Rheindörfler Ende September des Vorjahres in Linz mit 0:1 den Kürzeren zogen. Sollte Mörec ein Thema beim heimischen Bundesligaclub werden, dann würde sein Ligadebüt ausgerechnet gegen seinen Ex-Club passieren.

Kein Thema ist hingegen Philipp Semlic, hat sich der 42-Jährige doch klar für die WSG Tirol entschieden – zumindest bis Sommer. Spannende Aktien sind jedoch weiterhin Patrick Enengl (31), der Zweitligist Amstetten zu einem Aufstiegsaspiranten formte, sowie Daniel Beichler (37), der wie sein SCRA-Vorgänger Fabio Ingolitsch die Red-Bull-Schule durchläuft. Seit April 2024 ist der ehemalige Nationalspieler für den FC Liefering verantwortlich. Namen wie Thomas Silberberger (52/Admira) und Gernot Messner (45/GC Zürich U21) sind wohl ebenfalls auf der Liste zu finden. Zumal WSG-Legende und Sky-Experte Silberberger in Altach großes Ansehen besitzt. Fraglich jedoch, ob er den Aufstiegsaspiranten so kurz vor der Ziellinie verlassen wird.

In Gesprächen ist man in Altach zudem mit Ognjen Zaric. Der 36-jährige Tiroler mit serbischen Wurzeln hat bereits eine 16-jährige Berufserfahrung, trainierte den Nachwuchs des FC Kufstein ebenso wie zuletzt den Schweizer Super-League-Klub FC Winterthur, wo er vor einem Jahr von seiner Aufgabe entbunden wurde. Seither ist der UEFA-Pro-Lizenz-Inhaber, der zuvor auch beim FC Basel arbeitete, ohne Verein. Interessant: Zaric absolvierte den Trainerkurs mit Kollegen wie Jürgen Säumel, Joachim Standfest, Maximilian Senft, Stephan Helm, Roman Wallner, Thomas Sageder oder Rene Poms.

Eine emotionale Bindung innerhalb des Clubs besteht in Altach zudem mit Manu Hervás. Der Spanier war 2020 als Cotrainer mit Damir Canadi ins Rheindorf gekommen und hatte 2022 mit dem damaligen Coach Ludovic Magnin den Schritt zu Lausanne-Sport gewagt. Nach Magnins Abschied Richtung FC Basel ist der 39-Jährige in Lausanne für die zweite Mannschaft verantwortlich. Aktuell belegt er mit seinem Team in der Promotion League Platz elf.

Noch keinen Favoriten
Eine große Konstante und damit möglicherweise der Mann für die nahe Zukunft könnte Atdhe Nuhiu sein. Der 36-Jährige hatte sich zuletzt ja explizit für den Verbleib beim SCR Altach entschieden und das Angebot, als Cotrainer zu Sturm Graz zu wechseln, abgelehnt. Nuhiu ist bereits in der Ausbildung für die UEFA-Pro-Lizenz, allerdings kämpft er im Frühjahr mit dem kosovarischen Nationalteam – als Cotrainer von Teamchef Franco Foda – noch um die WM-Teilnahme. So könnte die Variable für das Frühjahr Chef Alex Pastoor und Nuhiu als Co lauten. Zumal der Niederländer nach seinem “Abenteuer” als Co-Teamchef von Indonesien ohne Job ist und er vor allem sehr aktiv auf Instagram seinen Kanal mit seinem Podcast bedient. Somit ist also unklar, ob der 59-Jährige, der in seiner Heimat sehr gut vernetzt ist und auch als Buchautor einen Namen hat, noch einmal einen Chefposten im Ausland annehmen wird. Doch für ein halbes Jahr zurück nach Vorarlberg, um Altach zu helfen? Das könnte er sich sicherlich vorstellen.
