So zitterten sich die Pioneers zum Sieg im Westderby

Erster Saisonerfolg (6:4) gegen Innsbruck geriet am Ende mächtig ins Wanken.
Feldkirch Zwei Drittel lang spielten die Pioneers Vorarlberg wie aus einem Guss, doch im Schlussabschnitt wurde das Westderby am Montagabend zur Zitterpartie. Trotz einer komfortablen 5:2-Führung mussten die Hausherren bis zur letzten Minute bangen, ehe ein Schuss ins leere Tor die Erlösung brachte. Der 6:4-Erfolg über Innsbruck war nicht nur der erste Derbysieg der Saison, sondern auch ein Charaktertest, der den Rückstand auf die Pre-Playoff-Plätze auf elf Zähler schmelzen ließ. Der Abend spiegelte die aktuelle Verfassung der Feldkircher wider: zu allem fähig, aber immer wieder am Abgrund taumelnd.

Schmaler Grat
Pioneers-Manager Michael Lampert nahm sich nach der Schlusssirene kein Blatt vor den Mund: “Das war fast arrogant.” Die Mannschaft habe am Ende Glück gehabt, den Sieg über die Zeit zu retten. Gleichzeitig betonte Lampert den Charakter der Pioneers: “Wir sind eine Kampftruppe. Wenn der Einsatz stimmt, können wir jeden ärgern.”
Ice Hockey League 2025/26
Pioneers Vorarlberg – HC Innsbruck 6:4 (3:2, 2:0, 1:2)
Vorarlberghalle, 1912 Zuschauer
Torfolge: 3. 0:1 Klassek, 6. 1:1 Maier, 12. 2:1 Macierzynski, 16. 2:2 Corbeil (5:4-Überzahl), 18. 3:2 Bukarts, 28. 4:2 Dornbach, 34. 5:2 Maier (4:5-Unterzahl), 44. 5:3 Moberg, 55. 5:4 Rappold, 60. 6:4 Adams (empty net)
Pioneers Vorarlberg: Caffi; Schnetzer, Roehl, Reini, Kernberger, Korecky, Allen, Wempe; Bukarts, Dornbach, Adams, Maier, Gallant, Florchuk, Macierzynski, Tschofen, Metzler, Woborsky, Summer, Erne
HC Innsbruck: Vernon; Kudla, Stöffler, Kerber, Moberg, Ebner, Steffler, Dobnig, Frimmel; Witting, Corbeil, Benker, Bär, Lajeunesse, Coatta, Lattner, Wilkins, Sproule, Klassek, Mader, Rappold
Verteidiger Ramon Schnetzer erklärte den Einbruch im dritten Abschnitt mit der fehlenden Routine im Siegen. “Uns fehlte die Selbstverständlichkeit, so eine Führung ruhig nach Hause zu spielen”, gab der Routinier zu. Das Team agierte zu passiv, was zwangsläufig zu Fehlern führte. Positiv hob Schnetzer jedoch die körperliche Komponente hervor. Für den Dauerläufer der Feldkircher, der oft mehr als 25 Minuten Eiszeit pro Partie sammelt, kommt die Rückkehr von Stammverteidiger Roni Allén gerade zur rechten Zeit: “Das macht einen riesigen Unterschied. Man ist über 60 Minuten spritziger.”

Steigende Treffsicherheit
Auch wenn die Montfortstädter mit 78 Saisontoren das Ligaschlusslicht sind, war zuletzt in der Offensive ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. 20-mal zappelte der Puck allein in den letzten fünf Spielen im Netz. “Langsam löst sich hier der Knoten”, sagte Stürmer Oskar Maier, der gegen die Tiroler einen Doppelpack schnürte. Beide Erfolgserlebnisse erzielte er nach Sololäufen, einen davon sogar in Unterzahl. “In solchen Situationen schalte ich den Kopf aus und handle rein intuitiv”, so Maier. In der internen Scorerwertung liegt er mit zehn Volltreffern an dritter Stelle. Angeführt wird diese Statistik von Collin Adams (14 Einschüsse), der gegen die Tiroler den Schlusspunkt setzte.
Zumindest die offensive Breite soll sich in den nächsten Spielen weiter verbessern. Mit dem 22-jährigen Wiener Mathias Böhm zogen die Montfortstädter ein weiteres heimisches Talent an Land. Böhm, der von Salzburg für die kommenden Wochen ausgeliehen wurde, stand auf dem Wunschzettel des Tabellenvorletzten. “Wir bemühen uns schon länger um ihn und ich glaube, er passt ganz gut in unser Konzept”, erklärt Lampert.

Nationalteam kehrt zurück
Erfreuliche Nachrichten gibt es auch abseits des Ligabetriebs: Erstmals seit 14 Jahren gastiert das österreichische Nationalteam wieder in Vorarlberg. Im April schlägt die ÖEHV-Auswahl die Zelte für ein mehrtägiges Trainingslager in Feldkirch auf. Den Abschluss dieser Vorbereitung in der Vorarlberghalle bildet am 16. April ein Testspiel gegen Italien. ABR