Vom Kart-Talent zum Junior-Profivertrag in der GT3-Serie

Kiano Blum erwischte im Ford Mustang GT3 einen perfekten Start in die neue Saison.
Fußach Es war ein emotionaler Jahresbeginn, in jeglicher Hinsicht. Nicht nur, dass Kiano Blum seinen ersten Profivertrag unterschreiben durfte, sondern vielmehr, weil der Vorarlberger gleich bei seinem ersten Auftritt im Ford Mustang GT3 eine mehr als coole Performance ablieferte.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Erst die Vertragsunterzeichnung in den USA, im Hauptquartier von Ford, dann die ersten Runden im Rahmen der GT Winter Series 2026 im Autódromo Internacional do Algarve in Portimão – der 18-Jährige überzeugte. Der verdiente Lohn dafür ist die Aufnahme in das Ford Racing Driver Development Team, das weltweit nur 14 Fahrer umfasst – zehn US-Amerikaner und vier Europäer. Ausschlaggebend dafür war seine Performance beim Autohersteller, wo Kiano Blum neben einem Fitnesstest noch seine mentale Stärke bzw. Reaktionszeit unter Beweis stellen und auch am Simulator sein Können zeigen musste.


“Vor drei Jahren bin ich noch Kart gefahren und wusste nicht wirklich, wie es weitergeht”, erzählt er nach seiner Rückkehr aus Portugal. “Irgendwie ist jetzt alles so schnell gegangen, dass ich es kaum realisieren kann. Aber es fühlt sich einfach nur cool an.” Nach zwei Jahren im Porsche folgt also nun die Saison in einem Ford Mustang. Ein Auto, das leichter ist, mehr PS aufweist und laut Blum auch “leichter zu handeln” ist. “Weil es über ABS und all die Sachen verfügt.”
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Dennoch ist erneut vieles Neuland für den talentierten Motorsportler, der seinen Weg akribisch ging, sich körperlich und menschlich weiterentwickelte und dabei nie das Wesentliche aus den Augen verlor. Die Zeit im Auto, die Zeit hinter dem Lenkrad, die Duelle auf der Strecke und die volle Konzentration auf das eigene Tun. All das kommt ihm nun zugute, wie er bei seinen ersten Fahrten in Portimão zeigen konnte.


Mit der schnellsten Runde im gesamten Feld holte der Vorarlberger in seinem Ford Mustang GT3 des Haupt Racing Teams seine erste Poleposition. Gleich im ersten Rennen bestätigte er mit Platz zwei hinter einem Ferrari seine Leistung in einem großen Fahrerfeld. Am zweiten Tag wartete das erste Einstunden-Endurance-Rennen auf den Fußacher. Heißt, eine halbe Stunde auf der Strecke, dann ein Fahrerwechsel. Blum war mit seinem norwegischen Teamkollegen Emil Gjerdrum unterwegs, wobei er die erste halbe Stunde im Auto saß. Nach Platz zwei in der kombinierten Qualifying-Wertung holte er sich die Spitzenposition und übergab das Auto schließlich auf Rang zwei liegend. Ein Ergebnis, das sein Teamkollege souverän ins Ziel brachte.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
“Die Tage waren gar nicht so einfach”, erzählt Blum, der im November bei ersten Testfahrten in Barcelona das Interesse seines Teams – HRT & Ford Racing – geweckt hatte. “Es hat viel geregnet und so waren die Streckenverhältnisse sehr wechselnd. Dementsprechend gab es viele Ausrutscher.” Der Vorarlberger zeigte bei seinen Runden, dass er nicht nur schnell unterwegs ist, sondern auch über taktisches Gespür verfügt.


Anfang Februar wartet noch ein Rennwochenende in Valencia, ehe Anfang April auf dem Red-Bull-Ring in der Steiermark der Auftakt der GT-Masters-Serie startet. Diese umfasst sechs Rennen, u. a. im September am Salzburgring oder der Abschluss im Oktober am Hockenheimring. Bleibt also auch Zeit für weitere Einsätze? “Ja, die 24 Stunden am Nürburgring oder in Spa wären reizvoll”, erzählt Blum, wohl wissend, dass die Voraussetzung dafür weitere Sponsorengelder wären.