Für mich absolut positiv

Sport / 12.02.2026 • 14:48 Uhr
Für mich absolut positiv

Marc Girardelli mit einer Halbzeitbilanz zu den Alpinen bei den Olympischen Winterspielen 2026.

Was die Herren im Super-G mit zahlreichen Fehlern und vor allem übertriebener Vorsicht aus der Hand gaben, korrigierten die Damen gestern eindrucksvoll. Conny Hütter raste auf Rang drei, praktisch ex aequo mit Ariane Rädler, die nur um eine Hundertstelsekunde geschlagen wurde und Vierte wurde.

Der Super-G war anspruchsvoll gesetzt, die Wellen forderten ihren hohen Tribut in Form zahlreicher Ausfälle. Wer seine Linie nicht taktisch klug wählte, hatte keine Chance. Das bekam auch Sofia Goggia zu spüren, die einmal mehr versuchte, alles mit der Brechstange zu erzwingen. Ähnlich erging es Nina Ortlieb, die sehr verhalten und sichtbar verunsichert auf den Skiern stand – dieses Mal glücklicherweise ohne Verletzungsfolgen.
Eine Klasse für sich war Federica Brignone. Trotz der schweren Verletzung im vergangenen Frühjahr und anhaltender Schmerzen präsentierte sich die Italienerin in beeindruckender Form. Erfahrung und Killerinstinkt sind bei ihr ungebrochen – Qualitäten, die auch im Riesenslalom noch eine entscheidende Rolle spielen dürften.
Was mich bei dieser Olympiade jedoch besonders überrascht hat, waren die beiden Kombinationsbewerbe. Nie hätte ich erwartet, dass diese Disziplin derart spannend verlaufen würde. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren blieb die Entscheidung bis zur letzten Sekunde offen. Feller und Kriechmayr sicherten sich hochverdient die Silbermedaille – und selbst die Schweizer zeigten sich diesmal nicht neidisch, sondern gönnten den beiden den Erfolg. Bei den Damen bleibt für mich bis heute unverständlich, wie Mikaela Shiffrin den Slalom derart verpatzen konnte. Drei Zehntel Rückstand auf eine Argentinierin – und das ohne einen klar erkennbaren Fehler – sind nahezu einzigartig. Seien wir froh darüber, sonst hätten Rädler und Huber lediglich mit Silber die Heimreise angetreten.

Auch wenn wir vor den abschließenden technischen Bewerben – insbesondere durch den überragenden Franjo von Allmen – nicht ganz mit den Schweizern mithalten konnten, fällt das bisherige Olympia-Fazit durchaus positiv aus. Und für die kommenden Tage bleiben uns noch einige realistische Medaillenchancen.