Deshalb griff Forer nicht ganz in seine Trickkiste

Sport / 16.02.2026 • 15:34 Uhr
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Nach dem Slopestylebewerb war für Julius Forer auch beim Big Air in der Qualifikation Endstation. gepa

Für Vorarlbergs Freeskier sind nach der verpassten Big-Air-Quali die Winterspiele nun beendet.

Livigno Noch bis zum 19. Februar will er das olympische Flair aufsaugen, auch wenn für ihn die Wettkämpfe nun vorbei sind. Im Nachthimmel von Livigno blieb Julius Forer unter seinen eigenen Erwartungen, verpasste den Einzug ins Big-Air-Finale. “Irgendwie ist es ein komisches Gefühl”, verrät er am Tag danach, “weil ich nicht das gemacht habe, was ich mir vorgenommen habe.” Damit meint Forer seine besten Tricks auf der mächtigen Schanze. Darauf hat der in Dornbirn geborene und für den SC Mühlebach startende Freeskier jedoch verzichtet.

Deshalb griff Forer nicht ganz in seine Trickkiste
Im Nachthimmel von Livigno zeigte Julius Forer eine mehr als ansprechende Leistung. gepa
Deshalb griff Forer nicht ganz in seine Trickkiste
Das Warten auf die Bewertung. gepa

Weil das an den ersten Trainingstagen aufgebaute gute Gefühl auf der Schanze mehr und mehr dahinschmolz und “weil ich nichts mache, wenn ich mir nicht sicher bin”. Anfang Dezember des Vorjahres hatte er beim Weltcup in China diesbezüglich eine schmerzhafte Erfahrung machen müssen. “Das ist mir Olympia nicht wert”, blickt er zurück und verspürt dabei eine zwiegespaltene Gefühlswelt. Da ist zum einen die so große Unterstützung aus der Heimat, zum anderen auch die eigene Erwartungshaltung, die er nicht ganz erfüllen konnte. “Ich habe schon gewusst, dass ich ans Limit gehen muss, wenn ich ins Finale will. Ich hätte natürlich gerne gezeigt, was ich kann, aber es fehlte mir einfach das gute Gefühl.”

Olympische Winterspiele 2026
Der Blick vom Start.
Olympische Winterspiele 2026
Julius Forer mit seinen Eltern Brigitte und Rudolf.
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Auf dem Weg nach oben: Julius Forer (l.) und Matej Svancer, der im Big-Air-Finale steht. gepa

Nicht alles zeigen können

In zwei Bewerben ist der 25-Jährige gestartet. Im Slopestyle verpasste Forer als 27. in der Qualifikation das Finale der Besten ebenso wie im Big-Air-Bewerb, wo er schließlich Rang 18 in der Quali belegte. Dabei hatte er mit einem “ambitionierten 16er” im ersten Durchgang noch 83,00 Punkte erhalten. Letztendlich verabschiedete sich der Vorarlberger mit einem stylischen doppelten Vorwärtssalto von der Olympiabühne.

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Julius Forer inmitten seines Fanclubs. gepa
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Julius Forer mit Matthias Schenk, dem Sportlichen Leiter Freestyle. gepa

Wenn es sportlich für Forer auch nicht optimal gelaufen ist, so nimmt er doch weit mehr als nur Erfahrung mit von seinen ersten Olympischen Wettkämpfen. Er spricht von den guten Bedingungen ebenso wie von den extrem großen Rails im Slopestyle-Bewerb (“Das sieht man so im Weltcup nicht”), aber auch von der gemeinsam verbrachten Zeit mit den anderen Sportler:innen. Und nicht zuletzt von dem guten Gefühl, dass Freunde und Familie vor Ort mitgefiebert haben.

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Julius Forer und Lara Wolf. gepa
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“Letztendlich nehme ich doch mehr Positives mit. Die Tage hier in Livigno waren insgesamt schon mega-cool.” Nun jedoch, so gibt er gerne zu, freue er sich auf eine sportliche Pause. “Ich fühle mich leer, Körper und Kopf brauchen jetzt eine Auszeit.” Deshalb wird er auch nicht bei beiden noch verbleibenden Weltcups – Tignes (FRA) und Silvaplana (SUI) – an den Start gehen.