Zu Ehren des doppelten Hämmerle

Sport / 17.02.2026 • 21:48 Uhr
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Erlebte eine emotionale Medaillenfeier anlässlich des Vorarlberg-Abends im Austria House: Alessandro Hämmerle. gepa

SBX-Olympiasieger Alessandro „Izzi“ Hämmerle wurde für seine Leistung im Austria House gewürdigt.

Cortina D‘ampezzo Er war vorzeitig aus Livigno abgereist, hatte die letzten Tage zu Hause im Bett verbracht. Nun aber durfte sich Snowboardcross-Doppel-Olympiasieger Alessandro Hämmerle verdientermaßen feiern lassen. Im Austria House stand der 32-jährige Ausnahmeathlet im Mittelpunkt und ließ noch einmal die Tage und die Stunden von Livigno Revue passieren. Allzu lang wurde schließlich nicht gefeiert, wie er verriet. „Recht verhalten leider noch“, sagte er noch mit hörbar angeschlagener Stimme. „Ich würde gerne mehr machen, aber mein Bruder ist Arzt – der würde sagen, es wäre gescheiter, wenn ich mich zurückhalte. Und auch meine Frau zu Hause.“

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Familie als größte Motivation

Dabei verriet Hämmerle dass das Ergebnis für ihn gar nicht alles bedeutete. „Ich wäre auch mit einem sechsten Platz zufrieden gewesen“, sagt er. „Es waren mein vierten Winterspiele, aber das erste Mal, dass wirklich ganz viele Freunde und die Familie da waren. Meine Eltern waren, glaube ich, zum ersten Mal beide gemeinsam beim Rennen. Das war für mich schon etwas ganz Spezielles.“
Diese Momente seien zur großen Motivation geworden. „Wenn man vor dem Rennen steht, muss man die Momente genießen. Natürlich geht man ins Training und will eine Medaille. Aber am Ende muss man sich vom mentalen Ergebnis ein bisschen befreien und sagen: Ich lege jetzt alles in die Waagschale, riskiere alles. Es kann schnell schiefgehen – das hat man gesehen. Ich hatte das Glück, dass es gut gegangen ist.“

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Egal wie es ausgegangen wäre – den Moment mit der Familie teilen zu können, „das war mein großes Ziel. Das hat mir den Rücken gestärkt.“

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Noch immer unwirklich

Mit dem Sieg hängt nun die zweite olympische Goldmedaille um seinen Hals. „Ich glaube noch nicht wirklich, dass ich weiß, was das bedeutet“, sagt Hämmerle. „Das ist ein Rennen alle vier Jahre. In unserem Sport kann man sich das eigentlich gar nicht als Ziel vornehmen, weil so viel zusammenpassen muss.“
Er betont vor allem, dass es keine Einzelleistung sei: „Wir haben eine super Mannschaft – vom Olympiazentrum in Vorarlberg bis zum ÖSV. Die Coaches, die Serviceleute – wir hatten mitunter die schnellsten Bretter an dem Tag. Wenn das nicht alles top passt, hat man keine Chance.“ Schon allein deshalb fühle sich der Empfang an, wie ein Heimkomen. So viele bekannte Gesichter, so viel Unterstützung aus der Heimat. Das bedeutet mir unglaublich viel.“

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Heim-WM als großes Ziel

Ganz satt ist der Doppel-Olympiasieger noch nicht. „WM-Gold fehlt noch“, sagt er. „Ich war Zweiter, Dritter, Vierter, Fünfter, Sechster – einmal bin ich kein großes Finale gefahren, sonst immer. Aber irgendwas war immer dazwischen.“
Somit könnte die Heim-WM der perfekte Abschluss sein. „Das wäre natürlich ein schöner Abschluss für eine tolle Karriere. Aber ich lebe von Saison zu Saison. Grundsätzlich ist es schon noch mein Ziel – was danach kommt, lasse ich offen.“ Worte, die auch Manuel Bitschnau freuten. Der Geschäftsführer von Montafon Tourismus präsentierte im Rahmen des Abend die FIS Snowboard, Freestyle und Freeski-WM 2027 im Montafon – und versprach: „Sie wird ein Meilenstein.“

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Illustre Gästeschar

Unter den Gästen war mit Thomas Steu auch einer der so erfolgreichen Vorarlberger Rodler. Zweimal Silber durfte sich der 32-Jährige, der während der Winterspiele seinen Geburtstag gefeiert hat, umhängen lassen. Teamkollege Jonas Müller, der auch im Einzelbewerb Silber gewann, fehlte aufgrund eines kurzen Städtetrips mit seiner Partnerin nach London. Dafür war Jürgen Klopp, Head of Global Soccer bei Red Bull, von Antholz nach Cortina gekommen. Beim Biathlon hatte er zuvor mit Ole-Einar Björndalen noch die Schlussrunde eingeleitet.

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