Starkes Altach zwingt den Derbysieger in die Knie

Mit einer Klasseleistung feierte man verdienten 2:1-Sieg über Austria Wien und schnuppert weiter an einem Top-6-Platz.
Altach Die Austria aus Wien war als Derbysieger – gegen Rapid – ins Ländle gereist. Doch in Altach verwelkten die “Veilchen”. Weil die Elf von Cheftrainer Ognjen Zajic bei strömendem Regen nicht nur kämpferisch überzeugte, sondern auch spielerisch Akzente setzte. Das wurde von den Fans mit viel Applaus honoriert, zumal nach dem 2:1 über die Austria die Tür ins Meister-Play-off weiter offen steht. Sieg Nummer 18 im 51. Bundesligaduell gegen die Wiener war jedenfalls verdient – und dank einer couragiert und offensiv ausgerichteten Spielweise auch für die Zuschauer sehenswert.

Der Gästesektor war prall gefüllt, die Anreise der Fans dürfte damit erheblich einfacher gewesen sein, als jene von Manfred Fischer und Co. Der Austria-Kapitän und Ex-Altacher musste zusammen mit der Mannschaft bis in die Abendstunden warten, ehe dann doch ein Flieger Richtung Westen abhob. Zuvor hatten die Schneemassen den Flughafen in Wien lahmgelegt. Nicht dabei war Abwehrchef Aleksandar Dragovic, der krankheitsbedingt zu Hause geblieben war.

Von “lahm” war mit Spielbeginn jedoch nichts mehr zu spüren. Es entwickelte sich eine intensive Auseinandersetzung auf dem durch den Dauerregen sehr tiefen Terrain. Mit Vorteilen für Altach, das sehr früh attackierte und immer wieder in die gefährliche Zone der Austria vorstieß. Vor allem der quirlige Patrick Greil war kaum zu stoppen, zudem suchte man immer wieder den kopfballstarken Hrstic. Allein der letzte Pass viel oft schlampig aus, sodass sich die Rheindörfler selbst um bessere Abschlussmöglichkeiten brachten.
Admiral Bundesliga
SCR Altach – FK Austria Wien 2:1 (2:1)
Altach, Stadion Schnabelholz, 3655 Zuschauer, SR Jakob Semler (ST)
Torfolge: 31. 1:0 Milojevic (Kopfball), 33. 1:1 Eggestein, 34. 2:1 Ouédraogo
Gelbe Karten: 63. Barry, 80. Wiesinger (beide Austria Wien/jeweils Foulspiel), 90./+ 2 Eggestein, Handl (beide Austria), Jäger (Altach/alle Unsportlichkeit)
SCR Altach (3-4-3) Stojanovic – Milojevic, Zech, Jäger – Oswald (75. Yalcin), Demaku, Bähre, Ouédraogo – Massombo (87. Lukas Gugganig), Hrstic (65. Fetahu), Greil (87. Gorgon)
FK Austria Wien (3-4-3) Sahin-Radlinger – Kang-hee Lee (76. Boateng), Wiesinger, Plavotic – Ranftl (84. Österreicher=, Maybach (65. Vucic), Barry, Taeseok Lee – Fischer, Eggestein, Saljic (65. Handl)
Es fehlen: Botic (Knöchel), Sarkaria, El Sheiwi (beide Knie)
Bei den Altachern musste sich Precious Benjamin in Sachen Startelfdebüt doch gedulden, der 19-Jährige saß vorerst auf der Bank. Der Coach vertraute erneut Srdjan Hrstic, zudem kam Mohamed Quédraogo nach seiner Gelbsperre zurück und auf der rechten Außenbahn ersetzte mit Moritz Oswald ein “Rapidler” den verletzten Sandro Ingolitsch.

Magische drei Minuten
Nach etwas mehr als einer halben Stunde belohnte sich Altach für die aktive Spielweise, bezeichnenderweise wieder aus einer Standardsituation heraus. Greil war es, der den Eckball trat und am Fünfter setzte sich Filip Milojevic im Luftkampf überragend durch und platzierte den Ball per Kopf, unhaltbar für Samuel Sahin-Radlinger in die Maschen (31.). Mit seinem Premierentreffer in der Bundesliga beendete der 21-jährige Vorarlberger die Torsperre von Sahin-Radlinger.

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Allein der Jubel im Lager der Heimischen dauerte nicht einmal zwei Minuten, da musste auch SCRA-Schlussmann Dejan Stojanovic erstmals in diesem Jahr in der Liga hinter sich greifen. Altach, noch in Gedanken wohl beim Führungstreffer, ließ sich in der eigenen Hälfte einschnüren, Mike Bähre verlor unvorsichtigerweise den Ball und Austria-Torjäger Johannes Eggestein sagte mit einem schönen Heber über Stojanovic “Danke” (33.). Damit nicht genug, sollten die Fans 60 Sekunden später wieder jubeln, denn Ouédraogo drückte einen perfekten Flankenball von Hrstic aus kurzer Distanz über die Linie (34.). Das 2:1 markierte schließlich den Pausenstand.

Harte Duelle, viel Dramatik
Mit Spielbeginn der zweiten Halbzeit agierten die Gäste wacher, das Spiel wurde ausgeglichener und nach 54 Minuten musste Stojanovic in extremis gegen Eggestein zur Ecke retten. Doch Altachs Dominanz der ersten Spielhälfte war gebrochen, die Gäste drückten auf den Ausgleich.

Die Partie war nun umkämpfter, die spielerische Note rückte in den Hintergrund. Mit schnellen Gegenstößen versucht Altach Nadelstiche zu setzen. Schließlich führt ein Freistoß beinahe zum dritten Treffer, denn nach Greils Flankenball war es Abwehrchef Benedikt Zech, der mit dem Kopf zur Stelle war, aber am gut reagierenden Sahin-Radlinger scheiterte (67.). Der späte Abseitspfiff von SR Josef Semler nahm der Aktion schließlich jegliche Brisanz.

Doch Altach war nun wieder viel präsenter, durch einen scharf getretenen Freistoß von Anteo Fetahu auch dem dritten Treffer näher (81.) als die Austria dem Ausgleich. So blieb es spannend, ehe nach kurzer Nachspielzeit der nächste Heimerfolg feststand. Damit bleibt Altach im Jahr 2026 weiter ungeschlagen.