Nie war er so wertvoll wie in dieser Saison

Deshalb ist Mike Bähre ein wichtiger „Puzzlestein“ im Altacher Kollektiv.
Altach Nein, es ist nicht sein im Sommer auslaufender Vertrag. Und ja, es ist sein Bekenntnis, sich in Altach absolut wohlzufühlen. Die Rede ist von Mike Bähre, dessen Präsenz auf und neben dem Platz beim SCRA so wichtig ist. In Hannover groß geworden, ist der 30-Jährige auch mit Insel-Erfahrung (Anm. d. Red.: Barnsley FC, Championship) ausgestattet und er ist einer, den selbst Fehler oder schlechte Phasen scheinbar nicht aus der Ruhe bringen. Wie zuletzt im Heimspiel gegen Austria Wien, als er sich vor dem Ausgleich der Gäste den Ball abluchsen ließ.

“Fußball ist ein Fehlerspiel”, meinte er danach, redet ob seines Ballverlustes auch nicht um den “heißen Brei” herum und beschreibt die allgemeine Stimmung in der Mannschaft so: “Seit Winter sagen wir, dass jeder für jeden einspringt. Gegen die Austria habe ich einen Fehler gemacht. Aber wir haben gleich gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind. So bin ich sehr dankbar, dass es keine allzu großen Konsequenzen hatte.” Für sich selbst ist in so einem Moment die Erfahrung aus über zehn Profijahren sehr wichtig.

“Ich bin jetzt 30 Jahre alt und weiß damit umzugehen.” Das gilt für den Deutschen auch für die momentane Hochphase des Vereins. Bähre, seit Jänner 2023 im SCRA-Dress, kennt die Drucksituationen, weiß um die Abstiegsängste der letzten Saisonen. Umso mehr genießt der Vater eines kleinen Buben die Situation. “Natürlich macht es aktuell sehr viel Spaß. Zumal Spaß im Fußball immer an Erfolg geknüpft ist. Und den haben wir im Moment so viel, wie in den letzten beiden Saisonen nicht zusammen.” Das Geheimnis dahinter? Ist aus seiner Sicht schnell erzählt: “Das Selbstvertrauen ist ein ganz wichtiger Faktor. Wir haben das Selbstbewusstsein, jedes Spiel gewinnen zu können.”
Keinesfalls Überheblichkeit
Und Bähre ist einer, der zwischen Selbstbewusstsein und Überheblichkeit sehr gut zu unterscheiden weiß. Deshalb kann er auch die Hoffnung vieler Fans auf das Erreichen des Meister-Play-offs realistisch einschätzen, denn: “Es wäre vermessen von mir zu sagen, wir wollen nach oben. Wir wissen genau, wo wir herkommen. Wir sind noch immer der SCR Altach, auch wenn wir im Moment auf Augenhöhe mit Rapid agieren.” Aber natürlich werde man es mitnehmen, wenn die Punkte ausreichen sollten. “Wir schauen einfach, dass wir genügend Punkte sammeln, damit wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Alles andere nehmen wir gerne mit.”
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
In Altach jedenfalls lässt sich die Bedeutung des Mittelfeldspielers auch an nackten Zahlen ablesen, gerade hinsichtlich des Spielaufbaus. 900 Pässe weist seine Statistik auf, deren 57 fallen in die Kategorie “lange Pässe”. Die Genauigkeit liegt aktuell bei 87 Prozent. Allein in Sachen Torerfolg hinkt er diese Saison etwas nach, wartet er doch noch auf seinen ersten Saisontreffer. Wobei die Betonung auf “noch” lautet.
Erste Gespräche
In Anbetracht seiner Aussage in einem Interview, wonach der SCR Altach für ihn “ein Lottosechser” darstellt, beantwortet er die Gegenfrage, was denn Bähre für den SCRA bedeutet, mit einem Lächeln im Gesicht: “Schön, wenn es auf Gegenseitigkeit beruht. Nein ehrlich, ich freue mich, hier zu sein.” Und da jetzt die Familie Bähre nach der Geburt eines Sohnes vor ein paar Monaten “komplett” ist und sich im Ländle sehr wohlfühlt, wundert es kaum, dass schon erste Gespräche bezüglich einer Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags angelaufen sind.