Zwei “Endspiele” und ein Traum

Sport / 02.03.2026 • 15:35 Uhr
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Der Jubel war groß, als Yann Massombo in seinem 20. Ligaspiel erstmals traf. gepa

Altach vor historischen Tagen: Cup-Halbfinale und Entscheidungsspiel um Platz im Meister-Play-off.

Altach Es war mehr als nur ein Tor, es war auch weit mehr als nur ein Punktgewinn – das 1:1-Heimremis gegen Rapid dank des Liga-Debüttreffers von Yann Massombo eröffnet dem SCR Altach eine geschichtsträchtige Woche. Erstmals kämpft der Bundesligist am Mittwoch um die Möglichkeit eines Endspiels im Uniqa-ÖFB-Cup und wenige Tage später um einen erstmaligen Einzug in das Meister-Play-off in der Admiral Bundesliga.

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Altach lebt – und wie: Dabei war der Start alles andere als ideal. Kapitän Lukas Jäger (32) sprach von fehlendem Zugriff in der ersten Halbzeit: “Wir haben in der ersten Halbzeit nicht den Zugriff entwickelt, den wir uns gewünscht und vorgenommen haben.” Erst nach taktischen Anpassungen sei man besser ins Spiel gekommen. Umso größer sein Respekt vor der Reaktion der Mannschaft nach dem 0:1: “Chapeau vor dieser Mannschaft, wie wir dann zurückgekommen sind. Wenn das Spiel fünf Minuten länger geht, dann gewinnen wir.”

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Als Kapitän geht Lukas Jäger voran. VN

Regeneration im Vordergrund

Die Endspiel-Woche ist für den SCR Altach nach vielen Jahren quasi wieder Neuland. Zuletzt war man 2017 international vertreten und damit in puncto Spiele im “Dreitages-Rhythmus” unterwegs. Dessen ist sich auch Cheftrainer Ognjen Zaric bewusst. Deshalb begann die Vorbereitung auf das Salzburg-Spiel praktisch mit dem Schlusspfiff am Sonntag: Regeneration, Pflege und der Fokus auf Salzburg gerichtet. Oder wie es Jäger pragmatisch auf den Punkt brachte: “Alle auf die Fahrräder und in die Kältebecken, damit wir am Mittwoch wieder frisch sind.”
Für Zaric hatte das Spiel gegen Rapid neben zwei unterschiedlichen Hälften noch weitere wichtige Aspekte aufgezeigt. “Dass man nach einem Unentschieden gegen Rapid enttäuscht ist, zeigt auch, dass man in den vergangenen Wochen vieles richtig gemacht hat”, so der 37-Jährige. “In der ersten Halbzeit hat Rapid seine Qualität auf den Platz gebracht. Vielleicht hatten wir auch zu viel Respekt. Wir haben gewusst: Wenn das passiert, werden wir leiden müssen.” Positiv: Trotz allem habe man es “gut wegverteidigt”. Nach dem Gegentreffer präsentierte sich seine Mannschaft dann wie verwandelt: “Da haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt.”

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Kann die Situation gut einordnen, SCRA-Coach Ognjen Zaric. gepa

Zwei dicke Bretter . . .

Zaric ordnet den Punktgewinn zudem in weit größerem Kontext ein. Denn Altach werde mittlerweile von den Gegnern anders wahrgenommen, auch in Bezug auf Analyse und Respekt. Das, so Zaric, sei sicherlich nicht nur ein Verdienst der letzten Woche, sondern vielmehr der Entwicklung der vergangenen Monate geschuldet. Und so steht der Club plötzlich vor einer historischen Woche: “Unsere Einstellung muss sein, dass wir zweimal etwas gewinnen können, auch wenn zwei Bretter auf uns warten. Dass wir überhaupt in dieser Situation sind, ist privilegiert.”

Annehmen und genießen

Patrick Greil indes machte die starke Defensivleistung der Rapidler für die mangelnde Durchschlagskraft des eigenen Teams verantwortlich. Trotzdem überwiegt bei ihm der Optimismus. Zumal er das Sturm-Spiel als “Riesenbonus” bezeichnet, denn: “Die Meisterschaft ist danach ja nicht vorbei.” Und mit Blick auf das Cup-Halbfinale in Salzburg wird er deutlich: “Klar, es ist ein Endspiel.” Seine Herangehensweise deshalb für die sportlich herausfordernde Woche: “Genießen, alles reinhauen, was wir haben, alle Energie auf dem Platz lassen – dann kann es eine coole Woche werden.”

Zwei "Endspiele" und ein Traum
Positiver Blick auf die kommenden Aufgaben, Patrick Greil. VN-Stiplovsek

Für den Verein selbst bringt das Halbfinale eine ÖFB-Prämie von 55.000 Euro. Damit ist zumindest die Auswärtsfahrt gedeckt, doch wirklich verdient hätte man nur mit einem Heimspiel.