Magische Nacht der Altacher Himmelstürmer

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende geschrieben. Altach lieferte mit dem 1:0 in Salzburg. die nächste Cupsensation.
Wals-Siezenheim Finale! Erstmals in der Clubgeschichte steht der SCR Altach im Endspiel des Uniqa-ÖFB-Cups. Dank eines Treffers von Lukas Jäger feierte man beim haushohen Faoriten RB Salzburg einen 1:0-Erfolg. Zuvor war Altach in zwölf Spielen in Folge gegen die Bullen ohne Sieg geblieben, jetzt triumphierte die Truppe von Cheftrainer Ognjen Zaric ausgerechnet im “Bullenstall”. Und das zurecht, was zwei Aluminiumtreffer untermauern. Für Jäger war es sein erster Treffer im SCRA-Dress seit dem 10. Februar 2024 beim 1:1 gegen BW Linz. Der Kapitän krönte damit nicht nur seine Leistung, sondern versetzte ein ganzes Rheindorf in Ausnahmezustand. Dementsprechend hoch schwappten die Emotionen im Stadion.

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Wie angekündigt, rotierte Trainer Ognjen Zaric das Duo Sandro Ingolitsch/Ousmane Diawara in die Startelf. Der erwünschte Effekt, mehr Geschwindigkeit, höheres Anlaufen, blieb jedoch aus. Vielmehr war Salzburg von Beginn an Herr im eigenen Stadion, auch wenn die SCRA-Fanszene jener der Bullen in puncto Stimmung überlegen war. Vor allem die linke Seite der Bullen mit Kerim Alajbegovic in vorderster Front bereitete der Altacher Defensive Kopfzerbrechen. Da brauchte es dann doch ein wenig Glück, um die Anfangsphase ohne Gegentreffer zu überstehen.
Uniqa ÖFB Cup
Halbfinale
FC Salzburg vs. SCR Altach 0:1 (0:1)
Wals-Siezenheim, Red Bull Arena, 5720 Zuschauer, SR Walter Altmann (T)
Tor: 45./+ 2 0:1 Jäger (Kopfball)
Gelbe Karten: 63. Ouédraogo (Altach), 65. Bidstrup (Salzburg/beide Foulspiel), 90./+ 2 Alexander Schlager (Salzburg), Demaku (Altach/beide Unsportlichkeit), 90./+ 6 Gorgon (Altach/SR-Kritik)
FC Salzburg (4-3-3) Alexander Schlager – Terzic (73. Bischoff), Gadou, Schuster, Krätzig – Bidstrup, Diabaté (73. Onisiwo), Yeo (61. Lukic) – Redzic, Konaté (61. Edmund Baidoo), Alajbegovic
SCR Altach (3–4-3) Altach: Stojanovic – Milojevic, Zech, Jäger – Sandro Ingolitsch, Demaku, Bähre, Ouédraogo – Massombo (85. Gorgon), Diawara (66. Hrstic), Greil (71. Greil)

Gerade einmal acht Minuten waren gespielt, als Milojevic an der Strafraumgrenze im Zweikampf mit Alajbegovic viel riskierte, aber SR Walter Altmann kein Foul sah. 90 Sekunden später klopfte Yeo mit einem Kopfball auf Aluminium an, der zurückprallende Ball wurde im Verbund geklärt. Sichtbares Zeichen einer gelungenen Rettungstat war das gemeinsame Abklatschen von Zech und Co.

Nach gut 20 Minuten befreite sich Altach vom ersten Druck, das Gegenpressing funktionierte nun besser. Für Gefahr im Salzburger Strafraum vermochte man vorerst dennoch nicht zu sorgen. Weil die vorhandenen Räume noch nicht optimal genutzt, weil wichtige Zweikämpfe verloren wurden. Das änderte sich in Minute 39, als Mohamed Ouédraogo sich erst einen wichtigen Ballgewinn im Mittelfeld verschaffte und dann einen kurzen Sololauf mit einem Pfostenkracher abschloss – viel Glück für ÖFB-Teamgoalie Alexander Schlager. Damit nicht genug, legte Diawara einen Lattenschuss aus kurzer Distanz nach. Es wäre nach einem Flankenball von Greil und eine tollen Auflage von Ouédraogo der ideale Zeitpunkt (45.). Doch dieser kam noch in perfekter Form, denn in der Nachspielzeit schlug Lukas Jäger zu. Herrlich, wie er in der Rückwärtsbewegung den von Greil geschlagenen Eckball per Kopf übernahm und den Ball vor den SCRA-Fantribüne wuchtig unter die Querlatte platzierte. Sekunden nach dem Torjubel erfolgte der Pausenpfiff.
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Wilder Bullen-“Ritt”
Zurück auf dem Platz versuchte Salzburg den Schockmoment des Gegentreffers kurz vor der Halbzeit mit intensiven Angriffsversuchen abzuschütteln. Doch die beste Abwehr im Liga-Frühjahr – erst drei Gegentore in fünf Spiele – blieb ruhig und konzentriert. Zugleich rückte auch Torhüter Dejan Stojanovic vermehrt in den Mittelpunkt. Denn der Druck der Bullen steigerte sich minütlich, nur wenige Male gelang ein Befreiungsschlag. Zeitweise brannte es lichterloh im SCRA-Strafraum. Es gab kaum Verschnaufpausen für die Altacher Defensivabteilung.
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Dennoch bot sich plötzlich die Chance auf den zweiten Treffer. Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung profitierte Srdjan Hrstic von einer schlampigen Kopfball-Rückgabe von Yannik Schuster, doch Altachs Stürmer entschied sich trotz genügend Zeit für einen überhasteten Kopfball, den er über das Tor setzte (68.). Die vergebene Möglichkeit war zugleich der Auftakt einer extrem intensiven Schlussphase der Salzburger, die ein zweites Mal einen Doppelwechsel vornahmen (73.). Kurz zuvor hatte Stojanovic einen Alajbegovic-Schuss sensationell pariert (71.).
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Und Altach hielt dagegen, blieb erneut ohne Gegentreffer und belohnte sich mit dem erstmaligen Einzug ins Cupfinale, as am 1. Mai in Klagenfurt ausgetragen wird.