“Es ist richtig cool, in Kanada zu spielen”

Sport / 17.03.2026 • 07:40 Uhr
Marco Rossi
Marco Rossi im Gespräch mit VN-Reporter Markus Krautberger in der Rogers Arena, der Heimstätte der Vancouver Canucks. privat

Vancouver-Canucks-Star Marco Rossi im VN-Interview über seine sportlichen Eindrücke in Kanada.

Vancouver Die Vorarlberger Nachrichten waren beim Training der Vancouver Canucks in der Rogers Arena zu Gast und konnten sich mit Vorarlbergs NHL-Export Marco Rossi ausführlich über seine sportlichen Entwicklungen in den letzten Monaten unterhalten. Der 24-Jährige, der aktuell bei 219 Matches in der besten Eishockeyliga der Welt steht, gab dabei tiefe Einblicke in seine Gefühlswelt, was den Blitz-Trade aus Minnesota sowie seine Ziele mit den Canucks betrifft.

Herr Rossi, Sie sind nun seit einigen Monaten in Vancouver. Es war ja kein leichter Start hier, was den Blitz-Wechsel und die Verletzung betrifft.

Rossi Es war nicht einfach, vor allem, was meine Verletzung betroffen hat. Denn wenn man getradet wird, will man gleich unbedingt spielen und sich beim neuen Verein zeigen. Das war rückblickend vielleicht nicht die beste Entscheidung. Aber ich konnte mich mittlerweile gut erholen von der Verletzung.

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Haben Sie das Gefühl, dass Sie nach überstandener Verletzung jetzt voll angekommen sind, hier bei den Canucks?

Rossi Ja, vor allem in den letzten Spielen ist es immer besser gegangen und es fühlt sich auf dem Eis wieder hervorragend an. Definitiv ein besseres Gefühl als in den Wochen zuvor.

Marco Rossi
Marco Rossi

Ihr Trade gemeinsam mit Zeev Buium und Liam Öhgren von Minnesota nach Vancouver war der Auftakt des großen Neustarts der Canucks. Wie stehen Sie dazu?

Rossi Ein Teil des großen Rebuilds der Canucks zu sein, bedeutet mir schon sehr viel. Ich wusste, dass Vancouver großes Interesse an mir hatte, und als der Wechsel vollbracht war, wusste ich, in welche Richtung es für mich geht. Es ist natürlich etwas anderes als in Minnesota. Mit den Wild ging es Richtung Play-off, hier geht es um die Entwicklung und den Neuaufbau der Mannschaft. Es geht darum, als Team viel zu lernen, da möchte ich meinen Teil dazu beitragen. Wir haben viele junge Spieler, die großes Potenzial haben. Jetzt heißt es arbeiten, Geduld haben, und ich glaube, dass hier in den nächsten Jahren etwas entstehen kann.

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Wie würden Sie Ihre neue Mannschaft beschreiben? Wo liegt das große Potenzial? Wer sind die Star-Spieler? Wo liegen die größten Schwächen, an denen definitiv gearbeitet werden muss?

Rossi Wenn man auf das Ranking in der Liga blickt, ist es für die restlichen 16 Spiele der Saison Sieg oder Niederlage nicht so wichtig. Es geht darum, dass wir lernen und uns entwickeln. Der Sieg über die Nashville Predators sollte da unsere Benchmark sein. Schaffen wir das, kann es in eine gute Richtung gehen.

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Laut VN-Informationen war Vancouver schon lange an Ihnen dran. Was überwiegt jetzt? Ist die Freude darüber, jetzt hier zu sein, größer als die Freude, Minnesota Wild verlassen zu haben?

Rossi Schwer zu sagen, froh zu sein, weg aus Minnesota zu sein. Der Verein war trotzdem einwandfrei für mich, hat alles für mich getan. Ich kann nichts Schlechtes sagen. Aber ich bin jetzt froh, hier zu sein. Die Stadt lebt voll für Eishockey, die Fans sind verrückt nach Hockey. Was aber auch mal anders ausschlagen kann, wenn der Erfolg ausbleibt.

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Sie haben das gnadenlose Business NHL im Herbst hautnah miterlebt, mussten über Nacht den Club und das Heim in Minneapolis verlassen. Wie kann man verarbeiten, dass man als Spieler am Ende auch so etwas wie eine Ware ist?

Rossi Es geht brutal schnell in der NHL. Ich war damals gerade am Abendessen mit meiner Verlobten Stefanie, den Schwiegereltern und meinen Eltern, als der Anruf kam. Von der einen Sekunde auf die andere ändert sich alles. Sachen packen und weg.

Wie hat das Ihre Verlobte aufgenommen?

Rossi Ich habe ihr immer gesagt, dass so etwas passieren kann. Aber Stefanie ist locker drauf und unterstützt mich großartig in allem. Sie hat jetzt auch eine große Freude, in dieser wunderbaren Stadt zu sein.

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Wie sehen Sie Ihre Rolle hier in der Mannschaft?

Rossi Wichtig zu sehen ist, dass die Trainer an mich glauben. Das sieht man auch daran, dass ich sehr viel Spielzeit habe und man das volle Vertrauen des Klubs spürt.

Die Canucks gehen durch eine harte Zeit, Letzter in der Pacific Division. Ex-Club Minnesota performt richtig gut. Werfen Sie manchmal einen neidischen Blick auf die Wild?

Rossi Das Ego in einem ist natürlich auch ein wenig neidisch, ich will ja immer gewinnen. Es sind eben zwei völlig verschiedene Situationen, und mein Fokus liegt natürlich auf den Canucks.

Marco Rossi Training Vancouver Canucks
Marco Rossi Training Vancouver Canucks

Was sagen Sie Fans, die der Annahme sind, dass Ihr Trade von den Wild zu den Canucks ein sportlicher Abstieg ist?

Rossi Hmmm … ich glaube, diejenigen, die so denken, wissen nicht genug vom Eishockey (lacht). So ein Wechsel kann eben immer passieren, auch die besten Spieler der NHL können getradet werden. Wir Spieler sind eben Produkte. So ist das Business NHL eben.

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Thema Nationalteam: Werden Sie bei der WM in der Schweiz im Mai dabei sein? Vor allem mit dem Hintergrund, dass Sie ja Ihre Jugend in Zürich verbracht haben.

Rossi Ich hatte bislang keine leichte Saison, war auch lange verletzt. Deswegen liegt mein Hauptaugenmerk jetzt voll auf den restlichen Spielen. Wenn die Saison zu Ende ist, werde ich mir Gedanken machen.

Die Saison endet mit den Canucks für Sie ja früh. Wie schaut Ihr Ablauf über den Sommer aus? Wird es auch wieder ein Marco-Rossi-Camp geben in Feldkirch?

Rossi Das werde ich mit Sicherheit mit meinem Off-Ice-Trainer Matthias Graf absprechen. Ich freue mich auf den Sommer, weil man Zeit hat, an vielen Dingen zu arbeiten. Das Marco-Rossi-Camp wird auch wieder stattfinden, auf das ich mich auch sehr freue. Es macht einfach Spaß, mit den Kindern Eishockey zu spielen.

"Es ist richtig cool, in Kanada zu spielen"

Abschließend: Hätten Sie sich einmal vorstellen können, im Mutterland des Eishockeys Kanada zu spielen?

Rossi Durch meine Zeit bei den Ottawa 67’s bin ich ja schon auf den Geschmack gekommen. Das Land ist verrückt nach Eishockey. Es ist schon cool, hier zu spielen.