Rechtzeitiger Weckruf

Altach bleibt auch im zweiten Spiel der Abstiegsrunde ungeschlagen. Und doch fühlt sich dieses Remis in Wolfsberg nicht wie ein weiterer Schritt nach vorn an. Eher wie eine Erinnerung.
Mit Sicherheit ist der Punkt im Kampf um den Klassenerhalt Gold wert. Die Art und Weise sollte jedoch wachrütteln. Spielerisch war es bislang die schwächste Vorstellung unter Ognjen Zaric. Zu wenig Zugriff, zu wenig Klarheit, zu viel Raum für den Gegner – vor allem über die linke Seite. Der Ausfall von Mohamed Ouédraogo wog schwerer, als es Altach zu kompensieren vermochte.
Zaric hatte im Vorfeld immer wieder gewarnt: “Wir wissen, woher wir kommen.” Ein Satz, der nach diesem Auftritt aktueller denn je ist. Denn bei aller berechtigten Euphorie – Cupfinale, Tabellenführung in der Abstiegsrunde – darf nicht vergessen werden, wie nervenaufreibend die Qualirunde in der Vorsaison war. So beeindruckend die Entwicklung auch ist: zwölf Siege in der laufenden Saison gegenüber drei zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Doch Altach tut gut daran, die damit wachsenden Erwartungen zu dämpfen. Die Rolle eines gefährlichen Außenseiters passt deshalb besser.
Dass man in einem schwächeren Spiel punktet, kann nämlich zweierlei bedeuten: Es ist ein weiteres Zeichen von Stabilität oder der dezente Hinweis darauf, dass die Balance verloren geht. Die Antwort darauf gibt Altach selbst.
Unnötig, weil unerquicklich, war das Verhalten der wenigen Altach-Fans, die im Auswärtssektor WC-Türen aus den Angeln rissen. Das ist nicht Emotion, das ist schlicht daneben. Und es kommt zur Unzeit: Mit Blick auf das Cupfinale in Klagenfurt liefert dies genau die falschen Bilder.