Profifußball abgehakt: Jetzt glänzt Mohr beim DSV

Torhüter Nicolas Mohr überzeugt beim Dornbirner SV und setzt auf Kontinuität.
Dornbirn Nicolas Mohr ist aktuell einer der Garanten dafür, dass der Dornbirner SV in der VOL.AT-Eliteliga ganz vorne mitmischt. Der 29-jährige Tormann hat seinen Vertrag bei den Haselstaudern bereits verlängert und unterstreicht damit seine klare Haltung: “Ich fühle mich hier pudelwohl, es gibt keinen Grund, etwas zu verändern.” Für Mohr ist es eine bewusste Entscheidung für Kontinuität – sportlich wie privat. Dabei war sein Weg früh vorgezeichnet. Bereits mit 18 Jahren wurde er Profi bei Austria Lustenau, ein Schritt, der sein Talent schon damals klar sichtbar machte. Insgesamt fünf Jahre stand er bei den Grün-Weißen unter Vertrag und brachte es auf 25 Einsätze in der Profi-Kampfmannschaft der Sticker. “Ich habe das fünf Jahre machen dürfen, das ist nicht selbstverständlich. Jeder Fußballer träumt davon, ich habe es erlebt”, sagt Nicolas Mohr rückblickend mit großem Stolz.

Eine Rückkehr in den Profifußball schließt er heute jedoch konsequent aus. “In meinem Kopf ist das überhaupt kein Thema mehr”, stellt der 29-Jährige klar. Stattdessen hat er im Amateurfußball seine sportliche Heimat gefunden – und beim Dornbirner SV eine Umgebung, die ihm genau das bietet, was er sucht. Neben dem Fußball ist Mohr beruflich bei den Illwerken/VKW in Bregenz tätig, auch das trägt zur Stabilität in seinem Alltag bei. “Das Gesamtpaket passt einfach”, lässt er durchblicken.

Auch sportlich zahlt sich diese Konstanz aus. In 14 Spielen kassierte der DSV lediglich 13 Gegentore, viermal blieb Mohr ohne Gegentor. Werte, die in der Liga herausstechen. Für ihn ist das jedoch keine Einzelleistung, sondern Ausdruck eines funktionierenden Kollektivs. “Es ist ein gutes Gefühl, wenn man wenig Tore kriegt, das gibt Selbstvertrauen. Aber ich muss auch ein dementsprechend großes Lob an die Mannschaft aussprechen”, betont er. Vor allem die Spielweise sei entscheidend: “Wir haben viel Ballbesitz, dadurch viel Ruhe und Stabilität. Umso weniger der Gegner den Ball hat, desto schwieriger wird es für ihn, Tore zu schießen.”

Diese Stabilität spiegelt sich auch in der Tabelle wider. Dornbirn liegt aktuell auf Rang vier und ist mit nur fünf Punkten Rückstand auf den Tabellenzweiten voll im Rennen um die Aufstiegsplätze. Der starke Start ins Frühjahr hat die Ausgangslage zusätzlich verbessert. Mohr bleibt dennoch bewusst nüchtern: “Ich will immer gewinnen und so viele Punkte holen wie möglich. Ob es am Ende reicht, ist nicht so tragisch.” Ein möglicher Aufstieg in die neue Regionalliga West wäre für ihn dennoch reizvoll: “Es wäre sicher etwas Besonderes, gegen die besten acht Amateur-Mannschaften aus Vorarlberg und Tirol zu spielen.”

Klar ist: Bei der Elf aus Haselstauden passt derzeit vieles zusammen. Die Mannschaft um Erfolgscoach Roman Ellensohn wirkt gefestigt, ist im Winter weiter zusammengewachsen und tritt entsprechend geschlossen auf. Apropos Ellensohn: Ob der 43-Jährige auch in der kommenden Saison 2026/2027 an der Seitenlinie in der Emma&Eugen-Arena Platz nehmen wird, steht noch in den Sternen. Nun soll gegen Bizau zur Frühjahrsheimpremiere (Samstag, 14.30 Uhr) nachgelegt werden. Mit Ömer Efe Tas (10 Tore) und Idiano Lima Rosa dos Santos (7 Tore) verfügt der DSV über ein starkes Offensivduo. Ziel ist es, den positiven Lauf fortzusetzen und weiter Druck auf die Spitze auszuüben. Gerade zuhause gilt der DSV als echte Macht – ein Faktor, der im engen Aufstiegsrennen noch entscheidend werden könnte. VN-TK