Der Transfer-Wahnsinn von SW Bregenz

Zweitligist aus Bregenz bricht seit 2023 alle Rekorde was Transfers betrifft.
Bregenz Drei Jahre nach dem Aufstieg in die 2. Liga stehen die Schwarz-Weißen sportlich schon wieder vor dem Abgrund. Acht Punkte Rückstand auf den rettenden 14. Platz, den Sturms Amateure innehaben, stehen zu Buche. Bei noch sechs ausstehenden Ligaspielen beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, dies noch aufzuholen.
Aktuell ruhen die Bregenzer Hoffnungen auf den Ligaverbleib einzig und allein auf der Regionalliga Ost. Diese führt mit dem SV Gloggnitz eine Mannschaft an, die nicht für einen Aufstieg in die zweithöchste Liga Österreichs zugelassen ist. Auch der zweite Endrang in der RLO lässt einen Aufstieg zu, dort steht mit dem SV Leobendorf ebenfalls ein Team das keine Zulassung für die 2. Liga in Händen hält.
Horn kann noch gefährlich werden
Die größte Gefahr aus dem Osten Österreichs kommt aus Horn. Der dort ansässige SV ist wohl der einzige Klub, der noch im Rennen um einen Aufstiegsplatz steht. Doch die Mannschaft des Ex-Austria Lustenau-Trainers und Spielers Andi Lipa rangiert mit neun Zählern Rückstand auf Platz sechs. Acht Runden sind noch zu gehen, auszuschließen ist eine Aufholjagd aber nicht.
Wie auch Florian Prirsch, Verteidiger bei SW Bregenz, attestiert: “Die Rechnung ist erst durch, wenn das letzte Spiel über die Bühne gegangen ist. Deswegen wollen wir uns gar nicht groß mit der Ostligabeschäftigen. Wir haben selbst eine große Aufgabe vor der Brust. Denn aufgegeben haben wir, trotz der aktuellen schlechten Lage, keinesfalls. Wir möchten es natürlich aus eigener Kraft noch schaffen, Sturms Amateure einzuholen. Das ist schwer genug”.
Über 80 neue Mitspieler in drei Jahren

Florian Prirsch ist neben SWB-Urgestein Marko Martinovic der einzige Kicker der Schwarz-Weißen, der den Aufstieg aus der Regionalliga West in die 2. Liga im Jahr 2023 miterlebte. Seitdem hat sich im Vergleich zur finanziellen Lage bei dem Traditionsklub so gut wie alles verändert. Vor allem was den Anteil der Spieler betrifft.
Die VN haben sich der Fluktuation am Spielersektor angenommen und kommendabei auf eine horrende Statistik. Prirsch hat seit seinem Engagement im Jänner 2023 bis heute mit insgesamt 84 Spieler zusammengespielt. Martinovic gar ab Sommer 2022 mit 92.
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Eine Zahl, die selbst hartgesottenen Transfer-Experten schlucken lässt. Vor allem im Zusammenhang mit der Ligazugehörigkeit. SWB spielt wie bekannt in der zweithöchsten Liga Österreichs und ist finanziell keineswegs auf Rosen gebettet. Dass international renommierte Vereine wie der Chelseas FC jedes halbe Jahr kräftig am Transfermarkt zuschlagen und Spieler austauschen, ist bekannt. Dort fehlt es aber monetär an gar nichts.
Jedes Transferfenster neue Spieler

Wie geht es dann an, dass der Aufsteiger 2023 aus dem Ländle sogar den Transfer-Krösus SV Kapfenberg – die Steirer sind seit jeher bekannt für große Kaderumschwünge im Halbjahrestakt – den Rang ablaufen konnte? Präsident Thomas Fricke hat dafür plausible Erklärungen zur Hand. “In der Aufstiegsmannschaft hatten wir viele Kicker aus dem Ausland, da haben wir uns entschieden, die Mannschaft umzubauen und auch fit für die 2. Liga zu machen. In weiterer Folge haben wir den Abstieg vom FC Dornbirn zum Anlass genommen, Spieler aus Vorarlberg zu uns zu lotsen, woraus dann eben danach die Idee mit hineinspielte, dass wir vom Österreicher-Topf profitieren wollten. Was erneut Bewegung in den Kader brachte”, erklärt Fricke und verweist weiter darauf, “dass wir zudem vor allem aufgrund unserer immer finanziell angespannten Situation darauf angewiesen waren, auch auf Leihspieler oder eben Spieler-Projekte zu setzen, die wir dann ausgebildet haben und dann aber auch schnell wieder abgegeben haben”.

Als Beispiel nennt Fricke da Spieler wie der brasilianische Stürmer Renan, der zwar für kleines Geld, aber immerhin, nach Brasilien verkauft wurde. Oder Marcel Monsberger, den man an den FC Vaduz verkaufen konnte. Sowie die beiden Altacher Leihspieler Anteo Fetahu oder Djawal Kaiba, die beide nur kurz in Bregenz spielten, sich aber beide mittlerweile in höheren Gefilden einen Namen machen konnten.
“Durch alle diese Maßnahmen kommt eben so eine hohe Zahl zusammen. Mir persönlich wäre es auch viel lieber, wir hätten immer einen Stamm im Kader, den wir ergänzen. Aber ehrlich gesagt, fehlt das liebe Geld dafür” so Fricke, der im aktuell aufgeblähten Kader kein schlechtes Team sieht, “aber auch da haben wir im letzten Sommer eine Entscheidung getroffen, so gut es geht alle Positionen doppelt zu besetzen, um einen Konkurrenzkampf zu schaffen, der die Leistungen befruchtet. Das ist nicht aufgegangen. Leider konnten in dieser Saison gestandene Zweitligakicker ihre Leistungen nicht abrufen “.