Kommunikation im Rennen

Sport / 21.04.2026 • 21:39 Uhr
Kommunikation im Rennen

Das Tour-of-the-Alps-Tagebuch von Team-Vorarlberg-Fahrer Kilian Feurstein (22).

Als Zuschauer bei einem Rennradrennen glaubt man möglicherweise kaum wie viel im Rennen tatsächlich kommuniziert wird. Bei großen, internationalen Eintagesrennen sowie bei den Rundfahrten wie der Tour of the Alps sind wir über Funk mit der Sportlichen Leitung im Begleitauto verbunden. Für uns Fahrer ist das eine ganz wichtige Hilfe.

So bekommen wir laufend Informationen direkt auf unser Ohr: Hinweise auf Gefahrenstellen, Updates zur aktuellen Rennsituation oder klare Anweisungen zur weiteren taktischen Vorgehensweise. In guten Momenten ist dann auch Platz für einen lockeren Spruch. In den harten Phasen eines Rennens zählt dagegen jede motivierende Stimme. Auch wir Fahrer können über Mikrofon miteinander oder mit der Sportlichen Leitung sprechen.
Grundsätzlich wird bei den Rennen auch viel über Zurufe und Handzeichen geregelt. Und wenn es die Geschehnisse zulassen, entstehen sogar kurze Gespräche mit Fahrern anderer Teams, etwa mit ehemaligen Teamkollegen oder Trainingspartnern. Besonders im Flachen, wenn das Peloton kompakt bleibt, ist der direkte Austausch einfacher, da das Team meist geschlossen hintereinander fährt.

In den Bergen hingegen zieht sich das Feld auseinander, Gruppen bilden sich, Abstände entstehen. Genau hier wird der Funk besonders wichtig, weil nicht mehr jeder jeden sieht oder erreichen kann.

Wie wichtig richtige Abstimmung und schnelle Kommunikation im Team sind, hat sich wieder heute gezeigt: In der Abfahrt vom Reschenpass riss das Feld auseinander. Wir mussten schnell reagieren und organisieren, sodass jeder sofort wusste, was zu tun ist. So konnten wir die Lücke schließen und unseren Leader Colin Stüssi wieder in eine gute Position bringen.