Erschreckender Auftritt: Lustenau mit Pleite gegen Fixabsteiger

Austria Lustenau kassiert nach schwacher Leistung bei Austria Klagenfurt ein 0:3.
Klagenfurt Wie schon seit Wochen sprach Lustenaus Trainer Markus Mader davon, jedes Spiel wie ein Endspiel absolvieren zu wollen, dass es zu gewinnen gelte. Endspiel eins von vier ging dieser Logik nach nach aller Kunst in die Hose. Bei Fixabsteiger Austria Klagenfurt schlitterte die Austria in eine 0:3-Niederlage.
Es war ein tristes Bild, dass sich den gerade einmal 535 Zuschauern im Stadion bot. Aus Kostengründen wurde vom in Konkurs gegangenen Gastgeber nur eine Tribüne geöffnet, im ebenfalls offenen Auswärtssektor war mehr los. Klagenfurt-Teammanager Sandro Zakany gab – wie schon in den letzten Runden – den Platzsprecher, vor zwei Tagen sprach die Finanzmarktaufsicht eine Warnung vor Angeboten der TGI AG – dem Klagenfurter Hauptsponsor – aus.

Das hinderte TGI-Boss und Klagenfurt-Präsident in spe, Helmut Kaltenegger, freilich nicht daran, in der “Kronen Zeitung” bereits vom Wiederaufstieg ohne Niederlage zu sprechen. Am Spieltag begleitete ihn ein Puls-4-Kamerateam für seine Reality-TV-Format. Der Zirkus war in der Stadt. Wortwörtlich: In der Halbzeit gab es eine Akrobatik-Aufführung, Zuschauer bekamen Ermäßigungen für einen in Klagenfurt Halt machenden Zirkus. Den kriegten die Zuseher auch in der EM-Arena zu sehen. Um in der Metapher zu bleiben: Wäre Klagenfurt der Akrobat, es bliebe der Austria an diesem Abend nur die Rolle als trauriger Clown.
Zwei Chancen, zwei Tore
Austria-Trainer Markus Mader nahm im Vergleich zum 3:0-Sieg gegen Rapid II in der Vorwoche zwei Änderungen in der Startelf vor. Für Mame Wade – sein Einsatz war bereits im Vorfeld fraglich – spielte Nico Gorzel, Asumah Abubakar-Ankrah rückte für Haris Ismailcebioglu in die erste Elf. Wie schon beim 0:3 gegen die Young Violets wirkte Lustenau aber nicht von Beginn weg präsent – und das rächte sich. In der 22. Minute ging Klagenfurt in Führung, Dino Delic wurde weder von Robin Voisine noch von Axel Rouquette richtig attackiert – und traf zum 1:0 ins lange Eck. Nach dem Gegentor kam von Klagenfurt zunächst nichts mehr. Aber von Lustenau auch nur wenig. Nach vorne fehlte es an Lösungen.

In der 30. Minute zeigte Jack Lahne einen Fallrückzieher, wie auch ein Kopfball von Lenn Jastremski nach guter Flanke von Abubakar (31.) landete der aber direkt in den Armen von Klagenfurt-Torhüter Alexander Turkin. Lustenaus Trainerteam reagierte noch in Hälfte eins und tauschte Haris Ismailcebioglu für Abubakar ein (38.). Das nächste Tor machte Klagenfurt. Nach einem Standard stand Florian Jaritz im Rücken der Abwehr goldrichtig und stellte mit dem ersten Kontakt auf 2:0 (42.).
Der Sargnagel und Rot für Gmeiner
Es war zu erwarten, dass Mader in der Halbzeit erneut reagieren würde. Er tat es mit einem Dreifach-Wechsel. William Rodrigues, Mohamed-Amine Bouchenna und Seydou Diarra sollten helfen, doch noch Zählbares mitzunehmen. Beispielhaft für diese Bemüheungen war, dass Lustenaus Jastremski den Ball nach gutem Sololauf am Fünfer verstolperte (58.). und Klagenfurt im Gegenzug per Lupfer Bartol Barisic fand – der aus kurzer Distanz auf 3:0 stellte (60.). Jastremski köpfte in der Folge aus kurzer Distanz wieder daneben (67.), Ismailcebioglu traf aus Abseitsposition (68.).
Auch kein Vorteil für Lustenau ist mit Blick auf die nächsten Spiele, dass sich Fabian Gmeiner eine unnötige Rote Karte wegen Torraubs holte (77.).

In Summe war es zu wenig Cleverness, zu wenig Zug zum Tor, zu wenig Genauigkeit und zu wenig Konsequenz – einfach zu wenig. Lustenau zeigte nicht die Leistung eines Aufsteigers, zum zweiten Mal in Folge kassierte die Austria auswärts drei Gegentore. Drei Endspiele bleiben.
ADMIRAL 2. Liga, 27. Runde
SK Austria Klagenfurt – SC Austria Lustenau 3:0 (3:0)
Klagenfurt, Wörthersee Stadion; 535 Zuschauer; SR Isa Simsek
Torfolge: 22. 1:0 Dino Delic, 42. 2:0 Florian Jaritz, 60. Barisic
Rote Karte: 77. Fabian Gmeiner (Torraub)
Gelbe Karten: 53. Pschnerig, 85. Liu bzw. 57. Ismailcebioglu
SC Austria Lustenau (4-2-3-1): Schierl – Gmeiner, Schierl, Voisine (46. William), Rouquette (67. Ibertsberger) – Gorzel (46. Diarra), Grabher – Lahne (46. Bouchenna), Delaye, Abubakar (38. Ismailcebioglu) – Jastremski