Fusion zweier Wälderklubs sorgt im Auf- und Abstieg für Verschiebungen

Spielgemeinschaft von Sulzberg und Doren mit Saison 2026/27 sorgt für Sonderfall in der Landesliga.
Sulzberg Die geplante Spielgemeinschaft der beiden Wälderklubs FC Sulzberg und FC Doren ab der Saison 2026/2027 sorgt für einen außergewöhnlichen Fall in der Landesliga. Noch bevor die gemeinsame Kampfmannschaft überhaupt den Spielbetrieb aufnimmt, hat die Fusion konkrete Auswirkungen auf die aktuelle Ligakonstellation.

Ausgangspunkt ist die sportliche Lage der beiden Vereine. Während der FC Sulzberg den Klassenerhalt schaffen dürfte und künftig als Trägerverein der neuen Spielgemeinschaft fungiert, wird der FC Doren die Saison voraussichtlich auf dem letzten Tabellenplatz abschließen. Damit wäre Doren fixer Absteiger. Durch die Fusion verliert dieser Abstieg jedoch seine klassische Wirkung, da die neue Mannschaft künftig unter dem Namen und der Struktur des FC Sulzberg weitergeführt wird.

Aktuell deutet vieles darauf hin, dass Meiningen von dieser Situation profitieren könnte und trotz Schlusslicht in der Landesliga verbleibt. Eine Ausweitung der Aufstiegsplätze steht im Raum: Statt der bisher fixen vier Teams könnten heuer gleich fünf Mannschaften aus der 1. Landesklasse aufsteigen. Als möglicher zusätzlicher Profiteur gilt derzeit Alberschwende 1b.

Eine endgültige Entscheidung ist jedoch noch ausständig. Der Vorstand des Vorarlberger Fußballverbands wird sich in den kommenden Tagen mit diesem Sonderfall befassen. Dabei geht es nicht nur um sportliche Fairness, sondern auch um die Einhaltung der Regularien. VFV-Geschäftsführer Horst Elsner kündigte an, zusätzlich die Einschätzung des ÖFB-Rechtsmittelsenats einzuholen, um eine rechtlich abgesicherte Lösung zu gewährleisten.

Unabhängig von der aktuellen Ligadiskussion ist die Fusion zwischen dem FC Sulzberg und dem FC Doren das Ergebnis einer Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet. Bereits im Nachwuchs arbeiten beide Vereine gemeinsam mit dem FC Langen im Fußballnachwuchszentrum Rotachtal zusammen. Dort werden Talente seit rund einem Jahrzehnt von der U10 bis zur U18 gemeinsam ausgebildet. Seit zwei Saisonen treten die 1b-Mannschaften des FC Sulzberg und des FC Doren als Spielgemeinschaft in der 5. Landesklasse Unterland an. Die Ausweitung auf die erste Kampfmannschaft ist somit eine konsequente Weiterentwicklung dieser Kooperation.

Ausschlaggebend für diesen Schritt sind vor allem strukturelle Herausforderungen. Sowohl beim FC Doren als auch beim FC Sulzberg ist die Kadersituation angespannt. In Sulzberg stehen nur noch wenige Eigenbauspieler im Aufgebot, während in Doren die personellen Ressourcen insgesamt knapp geworden sind. Viele Spieler verlassen die Region aufgrund von Studium oder Beruf, wodurch der Amateurfußball zunehmend unter Druck gerät.

Zusätzliche Dynamik erhält das Projekt durch infrastrukturelle Maßnahmen beim FC Sulzberg. Das Alpenstadion wird im Sommer umfassend saniert. Geplant sind eine neue Drainage sowie eine Beregnungsanlage, um das zuletzt als “buckelig” beschriebene Spielfeld zu erneuern. Während der Bauphase wird die gemeinsame Kampfmannschaft ihre Heimspiele im Waldstadion in Doren austragen, ehe im Frühjahr 2027 die Rückkehr nach Sulzberg vorgesehen ist.

Damit ist die geplante Spielgemeinschaft zwischen dem FC Sulzberg und dem FC Doren weit mehr als ein sportlicher Zusammenschluss. Sie ist Ausdruck eines strukturellen Wandels im Amateurfußball – mit direkten Auswirkungen auf den laufenden Spielbetrieb in der Landesliga. Wie die endgültige Ligazusammensetzung aussehen wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen. VN-TK