Saison für Alpla HC Hard ist zu Ende

Sport / 09.05.2026 • 22:02 Uhr
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Lukas Fritsch und Co. scheitern im Viertelfinale gegen die Fivers. gepa

Rote Teufel verlieren Entscheidungsspiel vor eigenen Publikum gegen Fivers Margareten und scheitern im Viertelfinale.

Hard Der Traum vom Halbfinale ist für den Alpla HC Hard geplatzt – und das auf denkbar bittere Weise. In einem hochdramatischen Entscheidungsspiel unterlagen die Roten Teufel den Fivers Margareten vor heimischer Kulisse mit 31:33 und mussten damit nach 60 intensiven Minuten die Segel streichen.

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Hannes Jon Jonsson verlässt Hard nach fünf Jahren ohne einen Meistertite. gepa

Es war das alles entscheidende Duell einer Viertelfinalserie, die bereits in den ersten beiden Spielen alles geboten hatte, was Play-off-Handball ausmacht: Tempo, Intensität und Wendungen bis zur letzten Sekunde. Nach der knappen 32:33-Auftaktniederlage in Hard und dem 32:31-Auswärtssieg in Wien war die Ausgangslage klar: „Siegen oder fliegen“.

Und die Gastgeber legten vor ausverkauftem Haus in der Sporthalle am See los, als wollten sie genau dieses Motto in die Tat umsetzen. Angetrieben von einer frenetischen Teufelsarena überrollten die Harder die Wiener in der Anfangsphase förmlich. Bereits nach neun Minuten stand es 10:5 – ein Start nach Maß, der die Hoffnungen auf den Halbfinaleinzug früh nährte.

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Auch Ante Tokic konnte die Niederlage nicht verhindern . gepa

Doch wie schon in den Spielen zuvor zeigten die Fivers ihre ganze Routine. Die Wiener, die seit der Saison 2004/05 jedes Jahr im Halbfinale standen, ließen sich vom Rückstand nicht beeindrucken. Schritt für Schritt arbeiteten sie sich zurück ins Spiel, verkürzten bis zur 22. Minute auf 12:11 und drehten die Partie wenig später sogar. Mit einer knappen 15:14-Führung für die Gäste ging es nach einer turbulenten ersten Halbzeit in die Kabinen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein Thriller. Hard lief nun permanent einem knappen Rückstand hinterher, kämpfte verbissen um jeden Ball, fand aber gegen die diszipliniert auftretenden Wiener kaum ein Mittel, um das Spiel wieder zu drehen. Nach 40 Minuten lagen die Fivers mit 22:20 in Front.

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Golub Doknic hexte im Tor der Harder vergeblich. gepa

In dieser Phase hielt vor allem Torhüter Golub Doknic, dessen Vertrag in Hard ausläuft, seine Mannschaft im Spiel. Mit zwei gehaltenen Siebenmetern in Folge verhinderte er einen möglichen vorentscheidenden Rückstand und sorgte dafür, dass die Roten Teufel weiter hoffen durften. “Das Ausscheiden tut natürlich weh. Ich hätte meine Karriere gerne hier beendet, aber so war es mein letztes Match nach 15 Jahren für Alpla Hard”, so ein schwer enttäuschter Doknic nach Spielende.

Offensiv stemmte sich Hard mit aller Macht gegen das drohende Aus, doch die Gäste bissen sich immer wieder durch. Vor allem Fabio Schuh übernahm in den entscheidenden Momenten Verantwortung und setzte die Nadelstiche für die Wiener. Auf der anderen Seite war es Ante Tokic, der die Hausherren im Spiel hielt.

Die Schlussphase entwickelte sich zu einem emotionalen Kraftakt. Die Atmosphäre in der Halle war elektrisierend, doch die Zeit lief den Vorarlbergern davon. Die Fivers spielten ihre Angriffe geduldig aus und setzten sich in der 56. Minute entscheidend auf 30:28 ab.

Diesen Vorsprung ließen sich die Wiener nicht mehr nehmen. Am Ende stand ein 33:31-Erfolg, der den Fivers einmal mehr den Einzug ins Halbfinale sicherte – und für Hard das abrupte Saisonende bedeutete.

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Hard unterliegt in der Play-off-Serie den Fivers mit 1:2.

„Es ist das entscheidende Spiel, es heißt ‚Go Big or Go Home‘“, hatte Kapitän Lukas Fritsch im Vorfeld gesagt. Trotz großem Kampf und beeindruckender Unterstützung von den Rängen wurde dieses Spiel für die Harder zum „Go Home“.

Besonders bitter: Es war zugleich das letzte Spiel von Trainer Hannes Jon Jonsson an der Seitenlinie des Alpla HC Hard. Der Isländer verlässt den Klub nach fünf Jahren – ohne den ersehnten Meistertitel. Ein Abschied, der nach diesem dramatischen Play-off-Aus kaum schmerzhafter hätte ausfallen können.

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Nico Sager wurde aus Harder Sicht zum besten Spieler gewählt, wird ihn aber nicht groß trösten. gepa