Adios, Regi !

Ex-SWB-Trainer Regi van Acker bricht seine Zelte in Bregenz endgültig ab – mit fadem Beigeschmack.
Bregenz Mit dem Namen Regi van Acker verbindet man in Vorarlbergs Landeshauptstadt vor allem dessen erste Amtszeit als Coach von SW Bregenz. In der Zeit von November 2002 bis zum Februar 2005 führte der damals 48-Jährige die Schwarz-Weißen in der Saison 2003/04 auf den fünften Platz in der Bundesliga und sogar in den Europacup. „Das waren wirklich schöne Zeiten. Ich kann mich noch ganz genau an die Vertragsverhandlungen mit dem damaligen Präsidenten Hans Grill erinnern, als er mir per Handschlag den Vertrag bei SWB zusicherte. Heutzutage kann man sich das nicht mehr vorstellen“, so van Acker, der gestern endgültig seine Zelte in Bregenz abgebrochen hatte.
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Comeback
Dass der Belgier, heute 71 Jahre alt, überhaupt nochmal zu seinem Herzensverein, wie van Acker immer betonte, zurückkehrte, war den Überredungskünsten des Bregenzer Sportdirektors Predrag Zivanovic zu verdanken. Nach dem misslungenen Versich im Frühjahr 2024 mit Markus Mader als Coach, sprang der Belgier zuerst als „Feuerwehrmann“ ein, um dann seinen Vertrag bis Sommer 2026 zu verlängern. „Die Idee, Schwarz-Weiß in der 2. Liga zu halten und dann etwas aufzubauen, hat mir gefallen. Zu Letzterem ist es leider aus bekannten Gründen nicht mehr gekommen“, so van Acker, der seine Beurlaubung im Herbst 2025 anspricht.
Davor formte er eine Mannschaft, die vor allem zwei Drittel der Saison 2024/25 mit den schönsten Fußball in der 2. Liga spielte. „Mein Ansatz lautete, dass wir den Zuschauern etwas bieten, so immer mehr Fans ins Stadion locken wollten. Das hat auch bis zur 22. Runde sehr gut geklappt“, erinnert sich der Belgier an die Zeit zurück, als SWB sogar auf dem zweiten Platz der Liga stand.

Warten auf hohen EURO-Betrag
Doch danach folgte der große Fall, Bregenz verlor die letzten neun Ligaspiele in Folge, konnte saisonübergreifend 23 Mal nicht gewinnen. Im September letzten Jahres zog der Klub die Reissleine und beurlaubte van Acker. „Diese Dinge gehören zum Profifußball, leider, dazu“. Besserung erfolgte auch unter seinem Nachfolger Andreas Heraf nicht, SWB beendet die Saison auf dem sportlich letzten Platz.
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Doch besonders aufgestoßen ist dem routinierten Trainer, wie der Klub nach seiner Beurlaubung weiterverfahren ist, „denn bis heute schuldet mir der Klub einen fünfstelligen Euro-Betrag. Ich habe den Verantwortlichen mitgeteilt, dass ich mich jetzt an offizielle Stellen wenden werde, um an mein Geld zu kommen. Bedauerlicherweise ist es bezeichnend dafür, wie der Verein zuletzt gearbeitet hat“, so der Belgier, der weiter erklärt, „dass der Verein in Wahrheit eine Spitze braucht, die schaut, dass Geld in die Kasse kommt und für ein gutes Gesamtbild des Klubs sorgt. Und sich nicht um sportliche Belangen kümmert. Für die Dinge auf und rund um den Platz sollen sportliche Experten verantwortlich sein. Ich bin gespannt, wie es mit dem japanischen Investor, dessen Einstieg ein Thema sein soll, weitergeht. So oder so: Ich wünsche dem Klub alles Gute. Ich habe es sehr genossen in Bregenz, viele Freundschaften geschlossen“, bleibt van Acker Gentleman und machte sich auf in seine neue „Heimat“ Spanien. In Murcia wird der 71-Jährige seine Pension genießen
Jährlich grüßt das Murmeltier
Unterdessen findet bei den Schwarz-Weißen ein Umbruch statt – wieder einmal. Nicht nur Trainer Andreas Heraf wurde beurlaubt sondern der Klub gab auch die Trennung von bislang insgesamt elf Spielern bekannt. Darunter Marko Martinovic, der seit 2018 beim Verein war, Jan Stefanon (FC Egg), Marco Rottensteiner (Austria Salzburg), Felix Gschossmann, Ex-Kapitän Sebastian Dirnberger, Tobias Mandler, Stefan Umjenovic und Vincent Gembalies sowie Tormann-Talent Tyler Linder (Leihe FC Lauterach). Über bestehende Verträge verfügen laut transfermarkt.at Goalie Kilian Kretschmer, Musa Bangura, Dragan Marceta, Simon Lüchinger, Atsushi Zaizen, Tamar Crnkic und Damian Maksimovic.

Über einen Verbleib von Johannes Tartarotti, bester Mann der Schwarz-Weißen in der Horror-Saison, kann nur spekuliert werden.